Aufstieg: Der Ton macht die Musik

STIMME UND SPRACHE. Jeden Karriereauftritt begleiten wir auf unserem Sprechinstrument. Gutes Stimmen und regelmäßiges Üben lohnt sich.

Stimme ist die Kleidung unserer Gedanken. Der Seismograf unserer Psyche“, sagt Tatjana Lackner, Gründerin der Schule des Sprechens, ehemalige Opernsängerin und Radiomoderatorin. „Über den Klang geben wir unsere Stimmungen preis.“ Selbst wenn sich das Auge von Mimik und Gestik ablenken lässt, „das Ohr bleibt unbestechlich“.

In Studien wurde nachgewiesen, dass der Mensch nur dreißig Sekunden für einen „Soundcheck“ braucht. Dann weiß er, wie Gesprochenes gemeint war: ehrlich, ironisch, kritisch oder gar sarkastisch, ob der Sprecher traurig, fröhlich, aggressiv oder ausgeglichen ist. Lackner ist überzeugt: „Stimme ist sicher ein Erfolgsfaktor.“ Eine tiefe Stimme vermittelt den Eindruck von Kompetenz. „Wer gut klingt, kommt gut an!“, sagt auch Ing­rid Amon, Leiterin des Instituts für Sprechtechnik. „Voice sells!“ Wobei Atemtechnik, Pausen, Modulation und Klangfarbe bestimmen, wie wir bei unseren Zuhörern ankommen. „Der Mensch bekommt ein ganzes Klavier mitgegeben, doch die meisten spielen nur auf wenigen Tasten“, weiß Amon.

Einer, der das Instrument der Sprache virtuos beherrscht, ist Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder, dessen geschliffene Reden allgemeine Bewunderung ernten und ihm stets eine faszinierte Zuhörerschaft bescheren: „Die Rhetorik ist ein Teil der Bildung. Eine gebildete Person sollte imstande sein, gekonnt auszudrücken, was sie zu sagen hat.“ Für karriereentscheidend hält er den Klang der Stimme allerdings nicht: „Mit Stimme allein macht man keine Karriere, außer man wird Radiosprecher.“ Wichtig ist für Schröder: „Alles, was künstlich gepresst und gequält klingt, lenkt vom sachlichen Inhalt der Rede ab.“

„Jeder redet, aber die wenigsten sprechen“, ist der Eindruck, den Lackner gewonnen hat, die ihre Stimme auch exklusiv der Post AG leiht. Sie hält Stimmtraining für eine schwer vernachlässigte Disziplin: „In der High Society überlegt man viel, wie Speckpölsterchen von den Hüften oder Faltenwürfe aus dem Gesicht entfernt werden können, aber eine schlimme Blechstimme nimmt man als gegeben hin.“ Dabei können wir etwas für unsere Stimme tun. Damit wir nicht notorisch überhört werden. Eine melodiöse Stimme beginnt bei der richtigen Atemtechnik.

„Stimmgebrauch ist Gewohnheit“, so Amon. „Guter Wille und Einsicht vorausgesetzt, lässt sich eine Stimme in jedem Alter trainieren.“ Welche Entwicklung nach mehrmonatigem Stimmtraining möglich ist, kann man in Soundfiles auf Amons Homepage abhören. Albertina-Direktor Schröder verschaffte sich in jungen Jahren seinen eigenen Sprachunterricht: „Mit siebzehn habe ich Udo Jürgens, André Heller und Reinhard Mey nachgesprochen, um Hochdeutsch zu lernen, denn in Ober­österreich standen mir keine anderen Sprechlehrer zur Verfügung.“

Von Martina Forsthuber

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