Aktien: Dünger fürs Portfolio

Wie Anleger von den teuren Agrarprodukten profitieren können.

Die Notierung für ein Fass Erdöl unterwegs in Richtung 100 Dollar, der Kurs für eine Unze Gold in der Nähe des zehnjährigen Höchststandes, der Preis für eine Tonne Weizen etwa doppelt so hoch wie im Vorjahr – für Spekulanten brachte 2007 Milliardengewinne. Doch während Energieaktien, Gold oder Goldminentitel auch Privatanlegern so manchen Performance-Prozentpunkt bescherten, ging die Agrar-Hausse an den meisten Portfolios bisher spurlos vorüber.

Ob Kaffee oder Sojabohnen, Weizen, Zucker oder Rapsöl – der Preistrend zeigt weiter aufwärts, und daran dürfte sich so bald nichts ändern. Die Nachfrage der Schwellenländer – allen voran China – führt zur Verknappung. Auch die umstrittene Verwendung von Nahrungsmitteln wie Zucker und Mais als Ersatz für Erdöl treibt die Preise der Agrarrohstoffe.

Allerdings bleiben die Börsen, an denen diese Rohstoffe gehandelt werden, exklusive Veranstaltungen für Nahrungsmittelmultis, große Händler und Broker. Und da weder burgenländische Bauernhöfe noch US-amerikanische Mega-Farmen üblicherweise an der Börse notieren, müssen Privatanleger nach Umwegen suchen, um am Agrarboom verdienen zu können.

Davon gibt es zum Glück gleich mehrere. „Das Thema im Agrarbereich lautet derzeit: Produktivitätssteigerung“, erklärt Doris Schober, bei Agrana – dem einzigen österreichischen börsennotierten Unternehmen aus dem Agrarbereich – für Investor-Relations verantwortlich. Nach Jahren, in denen Flächenstilllegung sub­ventioniert wurde, schlägt der Trend nun in die Gegenrichtung. Und um die Produktivität zu steigern, müssen die landwirtschaftlichen Betriebe investieren – in Düngemittel, Fuhrpark und Saatgut.

Die Lieferanten in diesem Bereich spielen für das Agrarbusiness eine ähnliche Rolle wie Schoeller-Bleckmann Oilfield oder Schlumberger für den Erdölsektor. Ob Hersteller von Traktoren oder
Erntemaschinen, Saatgut oder Unkrautvernichtern – sie alle werden von der weiter steigenden Nachfrage nach Nahrung profitieren; und die Kurse ihrer Aktien werden steigen.

Dementsprechend gut haben diese Unternehmen auch die Folgen der amerikanischen Immobilienkrise überstanden. Selbst in den USA beheimatete Unternehmen wie Monsanto oder Deere & Co notieren derzeit in der Nähe der historischen Höchstkurse – abgesehen von kleineren Kursdellen gab es bei den Branchenleadern kaum ernstere Beschädigungen. Dies lässt sich auch an der Entwicklung des DAX Global Agribusiness Index ablesen. Dieser umfasst einige wichtige Agrarzulieferer. Den von Börsenguru Jim Rogers konstruierten Rogers International Agriculture Commodity Index, der sich rein auf Agrarprodukte bezieht, konnte der Index der Zulieferer in den vergangenen Jahren regelmäßig schlagen.

Die Chancen stehen nach wie vor günstig. So profitieren die Hersteller von Landmaschinen indirekt von den steigenden Ölpreisen: Modernere Traktoren und Mähdrescher brauchen weniger Sprit als ältere Modelle, was den Ersatzbedarf unterstützt. Einen enormen Nachholbedarf orten Analysten hier vor allem bei den Schwellenländern, in denen Landwirtschaft derzeit oft noch betrieben wird wie in Europa vor 100 Jahren.

Da sich Agrarflächen nicht beliebig ausdehnen lassen, werden auch die Hersteller von produktiverem Saatgut profitieren. Trotz heftiger Widerstände gegen genveränderte Sorten – in einigen Entwicklungsländern konnten durch deren Einsatz die Ernteerträge deutlich gesteigert werden. Davon, dass die Hausse anhält, ist Tachan Funder, bei ABN Amro an der Entwicklung eines Agribusiness-Zertifikates beteiligt, überzeugt: „Wir beobachten bei den Rohstoffen seit rund vier Jahren eine Hausse. Die Preise für Agrarrohstoffe ziehen hier aber erst seit rund acht Monaten mit.“ Da bleiben noch einige Jahre, in denen das Geschäft auf Hochtouren laufen sollte.

Von Franz C. Bauer

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