Österreichischer-Klimaschutzpreis: Wir suchen die besten Ideen

Fritz Mondl ist ein begeisterter Wassersportler und tüftelt gerne an verrückten Ideen. Beim Sporttreiben auf der Donau kam ihm eines Tages die Idee: Die Kraft des Flusses könnte man mithilfe einer Stromboje auch in Energie umwandeln.

Und tatsächlich: Bereits die ersten getesteten Prototypen zeigten, dass Mini-Flusskraftwerke einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung liefern können. Dabei sind sie auch noch umweltfreundlich, beeinträchtigen weder die Landschaft, noch greifen sie in den Wasserhaushalt ein. „Mit 500 Bojen könnten die 30.000 Haushalte in der Wachau mit Strom versorgt werden, und die Wachau wäre damit energieautark“, sagt Mondl.

Für diese Idee, die er 2010 beim Klimaschutzpreis einreichte, gewann Mondl auch den ersten Preis in der Kategorie „Alltag & Ideen“. Heute, fast ein Jahr später, ist Mondl seinem Traum ein gutes Stück näher gekommen: „Das Interesse für unsere Bojen ist durch den Klimaschutzpreis und die Berichterstattung deutlich gestiegen. Mit einem Partner werden wir nun die Idee umsetzen, die Wachau mit 500 Bojen energieautark zu machen.“ Details dazu folgen in den nächsten Monaten. ( www.aqualibre.at) .

Ideen wie jene von Fritz Mondl sind auch beim diesjährigen Klimaschutzpreis wieder gefragt. Bereits zum vierten Mal können auch heuer wieder kreative Unternehmen, Organisationen, Vereine, Gemeinden und Privatpersonen ihre Projekte für den Klimaschutzpreis einreichen. Zum Beispiel auf der Homepage www.klimaschutzpreis.at .

Die Einreichfrist für die Projekte läuft vom 8. Juni bis 12. September 2011. Auch heuer gibt es wieder vier Kategorien: „Landwirtschaft & Gewerbe“, „Industrie & Großbetriebe“, „Alltag & Ideen“ und „öffentliche Einrichtungen & Regionen“. Nachdem die Einreichungen abgeschlossen sind, bewertet eine Fachjury die Projekte und nominiert die besten, die ab Mitte Oktober im ORF-Servicemagazin „Konkret“ präsentiert werden.

Das Publikum stimmt dann darüber ab und ermittelt die Gewinner, die am 21. November bei der Preisgala mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet werden. Wie im Vorjahr wird auch heuer „Konkret“- Moderatorin Claudia Reiterer durch den Abend führen, die Preise werden von Umweltminister Nikolaus Berlakovich und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz überreicht.

Minister Berlakovich hofft auch heuer wieder auf eine große Teilnehmerzahl: „Mein Ziel – die Energieautarkie Österreichs – ist weit mehr als eine Vision. Das Umdenken in der Energieversorgung Europas zeigt mir, dass der Einsatz erneuerbarer Energien und die Förderung von green jobs die richtigen Maßnahmen auf dem Weg in eine umweltbewusste, klimafreundliche Zukunft sind.“ Hinter dem Österreichischen Klimaschutzpreis steht klima:aktiv, die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums. klima:aktiv wurde 2004 als Teil der Österreichischen Klimastrategie gestartet und setzt seitdem wertvolle Impulse für aktiven Klima- und Umweltschutz.

Boutiquehotel Stadthalle

Ein anderes Beispiel ist der Vorjahressieger in der Kategorie „Landwirtschaft & Gewerbe“, das Boutiquehotel Stadthalle . Das erste weltweite Hotel mit einer Nullenergie-Bilanz. Das Hotel von Michaela Reitterer, die heuer auch in der Fachjury sitzen wird, wurde thermisch vollsaniert, der Energiebedarf wird zur Gänze umweltfreundlich mit Grundwasserwärmepumpen, Photovoltaik, Solar- und Windkraft am Grundstück gedeckt.

Auch Reitterer ist vom Klimaschutzpreis vollauf begeistert: „Aus den Feedbackbögen unserer Gäste können wir ablesen, wie viele Personen aus den Medien von uns erfahren haben. Es sind sehr viele.“ Das Boutique-Hotel Stadthalle, das erst 2010 eröffnet wurde, kann bereits im ersten Jahr auf 30.000 Nächtigungen zurückblicken. Reitterer: „Der Klimaschutzpreis ist ein wichtiger Beitrag, dass die Bevölkerung über das Thema Klimaschutz nachzudenken beginnt. Viele Menschen wollen einen Beitrag leisten, und der Preis ist – wie in unserem Fall – eine große Motivation und Belohnung für den Einsatz.“

Sieger 2009

Auch Marianne Pirsch hat aus ihrer Überzeugung, für Umweltschutz eintreten zu wollen, einen Beruf gemacht und das erste gewerbliche Holz-Passivhaus Europas und das erste klima:aktiv-Haus Österreichs errichtet. Die Eine Welt Handel AG in Niklasdorf hat ihre Warentransporte auf die Schiene verlagert und damit 170.000 Lkw-Kilometer pro Jahr eingespart und ihre Energiekosten für Warmwasser und Heizung auf 2.000 Euro reduziert. Für diesen Einsatz erhielt Geschäftsführerin Pirsch den Klimaschutzpreis 2009 und ist zwei Jahre später voll des Lobes:

„Der Preis und die Berichterstattung haben unsere Bekanntheit gewaltig gesteigert. Früher war es unseren Kunden eher egal, dass wir als bewusst ökologisches und ethisches Unternehmen auftreten. Heute kommen die Kunden genau deshalb zu uns, weil wir dieses positive Image haben.“ Das wirke sich auch langfristig auf die Umsätze der Eine Welt Handel AG aus.

Projekte wie diese sind es, auf die die Veranstalter auch heuer wieder hoffen. Die Erfolgslatte liegt hoch: 2009 wurden 426 Projekte eingereicht, im Vorjahr waren es 310. Monika Langthaler, ehemalige Grünen-Politikerin und Chefin der Agentur brainbows, die den Klimaschutzpreis auch kommunikativ betreut, ist von der Idee des Wettbewerbs überzeugt: „Es wird damit gezeigt, dass Klimaschutz nicht etwas Abstraktes wie eine Klimaschutz-Konferenz sein muss, sondern etwas Einfaches und Praktisches, das jeder umsetzen kann.“

– Markus Pühringer

FORMAT sucht die besten Ideen für den Klimaschutz. Projekte können noch bis 17. August eingereicht werden.
 

Österreich

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