Windows 8 zündet noch nicht richtig

Ein Betriebssystem zum Preis von zwei Mittagsmenüs. Noch nie in der 37-jährigen Firmengeschichte setzte Microsoft so viel auf die Schnäppchenkarte. Kunden können ihre Rechner um 30 Euro auf das neue Windows-8-Betriebssystem upgraden - offiziell nur noch bis zum 31. Jänner.

Windows 8 zündet noch nicht richtig

Bei so einem Kampfpreis müsste Windows 8 einen Raketenstart hinlegen. Ob dem tatsächlich so ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Firmenchefs von Fujitsu und Acer revidierten ihre Erwartungen zum Geräteabsatz mit Windows 8 zuletzt nach unten, und die Auswertungen von Web-Statistiken legen nahe, dass Windows 8 nicht so rasch Akzeptanz findet wie sein Vorgänger. 60 Millionen Mal habe sich das 8er seit seiner offiziellen Einführung im Oktober 2012 weltweit verkauft, behauptet Microsoft. "Insgesamt sind wir mit dem Launch von Windows 8 sehr zufrieden“, sagt der österreichische Windows-Manager Stefan Sennebogen. "Die Verkaufszahlen der Upgrade-Promotion liegen deutlich über unseren Erwartungen.“

Dennoch: Die guten Nachrichten, die Microsoft im Umfeld der CES in Las Vegas Anfang Jänner unters Volk bringen wollte, relativieren sich auf Nachfrage bei Händlern und Hardware-Herstellern doch etwas. Im Weihnachtsgeschäft hätte deutlich mehr gehen können. DiTech-Einkaufsleiter Nikolaus Ruby sagt: "Das Upgrade hat sich gut verkauft. Optimal ist das Geschäft aber nicht gelaufen. Etliche Geräte waren nicht lieferbar oder kamen erst in den Tagen vor Weihnachten.“ Lieferbare hochpreisige Hybrid-Geräte wie etwa das Sony Vaio Duo verkauften sich sehr gut, die Tablet-Mittelklasse auf Windows 8 musste zum Weihnachtsgeschäft aber weitgehend "ausgelassen“ werden, da schlicht nicht lieferbar oder nicht im richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zum schlechten Timing, für das natürlich auch die Hardware-Lieferanten verantwortlich sind, kommen aber noch hausgemachte Probleme in der Produktpolitik und Kommunikation von Microsoft. So konnte den Verbrauchern bislang nicht klargemacht werden, was Windows RT vom "echten“ Windows 8 unterscheidet. Samsung-Manager Martin Wallner sagt: "Die Kunden können RT von Windows 8 nicht unterscheiden. Sie verstehen nicht, warum RT so aussieht wie Windows 8, sich aber nicht so verhält.“ RT ist die Variante für Tablets mit ARM-Prozessor, die als Alternative zu Apple-und Android-basierten Geräten reüssieren sollte. Das tut sie aber nicht, unter anderem weil RT einen anderen App-Store hat und weit verbreitete wichtige Apps noch nicht unterstützt werden. Dass Hersteller wie Samsung die Windows-RT-Tablets etwa in den USA gar nicht erst anbieten werden, ist als Konsequenz dieser Produktpolitik zu verstehen. Mit der ersten Tablet-Generation der Microsoft-Eigenmarke "Surface“ mit der RT-Version hatte Microsoft selbst auch weniger Erfolg als erwartet und will noch im Jänner mit einem teureren Surface-Modell mit Windows 8 Pro einen zweiten Versuch starten. Dazu kommt das mobile Betriebssystem gleichen Namens: Windows Phone 8. Und um die Verwirrung komplett zu machen, unterschiedliche App-Stores. Was Apple oder Google nahtlos und elegant über Google Play bzw. die iTunes-Oberflächen zusammenführen, präsentiert sich bei Microsoft noch als geteiltes Universum.

Firmen extrem zurückhaltend

Windows 8 ist auf die Touch-Bedienung ausgerichtet und gewöhnungsbedürftig für Windows-Nutzer mit Vorliebe für die Mausbedienung. Während sich private Verbraucher auf dieses "Experiment“ allein aus Neugierde schon einmal einlassen, zeigen sich Firmen bislang extrem zurückhaltend bei einem Umstieg auf das 8er. Große Projekte wie etwa das US-Verteidigungsministerium, das komplett auf Windows 8 und Office 2013 umsteigt, sind derzeit eher die Ausnahme als die Regel - vor allem in Österreich. "Firmen kaufen weiterhin Windows 7“, sagt DiTech-Mann Ruby. Nicht wenige steigen jetzt überhaupt erst vom extrem beliebten Vorgänger XP auf das 7er-System um, denn XP wird mit Ende 2013 vom Konzern nicht mehr serviciert. Die Gartner-Analysten rechnen gar damit, dass 90 Prozent der Unternehmen sich überhaupt erst 2015 mit einem Umstieg auf das 8er-System beschäftigen werden.

Während Microsoft und seine Partner die Windows-7- und -8-Lizenzen verkaufen, arbeiten die Microsoft-Entwickler bereits an der nächsten Windows-Version, wie das US-Technikportal "The Verge“ berichtet: Der Codename lautet "Windows Blue“.

Mit der blauen Periode will der Konzern seine bisherige Betriebssystempolitik über den Haufen werfen. Blue soll als eine Art Universal-Windows laufen, das auch keine klassischen Betriebssystemwechsel im Zwei- oder Dreijahreszyklus erfordert, sondern in jährlichen Updates "aktualisiert“ wird. Blue soll noch 2013 kommen, und der Dumpingpreis von Windows 8 dürfte auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf die neuen Zeiten bei Microsoft sein. Denn Blue soll wenig bis gar nichts kosten, heißt es, und ist damit als direkte Kampfansage an Google zu verstehen.

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