Sprachtraining 2.0: Innovatives Lernportal busuu.com startet im Internet durch

Sprachtraining im Zeitalter des Web 2.0: Ein Österreicher und ein Liechtensteiner haben in Madrid ein Start-up gegründet. Die Community zählt mittlerweile 25.000 Mitglieder und unterrichtet sich selbst.

Im Garten von "Little Nobody" türmen sich Äpfel, die Baumkronen sind üppig, und sogar ein Hund tollt herum. Diese Idylle hat sich "Little Nobody" alias Kristina Rauchlechner hart erarbeitet. Die 16-jährige Gymnasiastin aus Wiener Neustadt ist eine der Power-Userinnen auf dem Sprachlernportal busuu.com. Drei Stunden pro Woche verbringt sie auf der Website, erarbeitete sich auf Basis ihrer Lateinkenntnisse erste Französischsätze und verbessert nebenher ihr Englisch - in dem sie mit Muttersprachlern auf busuu.com chattet und mailt.

Rollentausch auf Mausklick
Die Community unterrichtet sich hier selbst, ganz im Sinne der Idee von Web 2.0. Hier kann jeder Lehrer und Schüler zugleich sein und ändert seine Rolle mit einem Mausklick - so lässt sich die Idee von Bernhard Niesner und Adrian Hilti beschreiben, die sich bei einem MBA in Madrid kennen lernten und aus der Not, "Spanisch lernen zu müssen, mit langweiligen veralteten Methoden", eine Geschäftsidee machten.

Thesis als Businessplan
Die MBA-Abschlussarbeit war der Businessplan. Ab dem Sommer 2007 wurde an Idee und Businessplan getüftelt, bis sich die beiden Gründer mit erstem von der Familie geborgtem Startkapital, mit einem Programmierer und einem E-Learning-Experten an das Aufsetzen der Site machten. In monatelangen Nachtschichten wurden die Seiten mit Lerninhalten befüllt, und Mitte Mai ging busuu.com in die öffentliche Testphase. Die beiden ließen die Site durch Empfehlungen erst einmal langsam wachsen.

25.000 Mitglieder
Im Juni waren bereits 1.000 User online, gaben gutes Feedback und da sich die Lerngemeinschaft jetzt auf 25.000 Mitglieder vergrößert hat, geht auch das Konzept des gegenseitigen Unterrichtens gut auf. "Manche meinten, sie hätten bei uns in vier Tagen mehr gelernt als mit herkömmlichen Methoden in Monaten", sagt Niesner, der die Ansprüche an busuu.com umreißt: "Wir sind nicht die Plattform, wo ein Manager in drei Monaten Mandarin lernen kann. Bei uns kann man aber effizient und spielerisch seine Fähigkeit ausbauen und trainieren."

Virales Marketing
Von der Testgemeinde kam eine Reihe konstruktiver Vorschläge, die in die Site eingebaut wurden, und jetzt machen sich die Gründer gezielter an die Vermarktung, die mangels großer Budgets auf Mundpropaganda, Werbevideos auf YouTube und Rezensionen bei angesehenen Bloggern setzt. Angesichts der Kernzielgruppe, die sich von Schülern über Studenten bis hin zu Mittvierzigern erstreckt, ein cleverer Schachzug.

Premium wird kostenpflichtig
Die nächsten Ausbaustufen für die Website sind bereits in Planung, ebenso die ersten Runden mit Venture Capitalisten, von denen sich die Gründer weniger das Geld als gute Kooperationen erhoffen. Mittelfristig soll sich busuu.com mit einem Mix aus Abogebühren für Premiumdienste und zu einem kleinen Teil aus Onlinewerbung finanzieren. Schließlich sollen sich die Mühen von durchschwitzten, arbeitsreichen Sommernächten in Spanien ja nicht nur in virtuellen Goodies wie Äpfeln und Ufos im Sprachgarten niederschlagen.

www.busuu.com :
Mit busuu können Benutzer kostenlos für bestimmte Zwecke (Reise etc.) Lerneinheiten auf Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch durchspielen. Sie können aber auch mit Muttersprachlern per Mail, Chat oder Videochat direkt üben und sich gegenseitig auch in anderen Sprachen trainieren.

Von Chris Bagley und Barbara Mayerl

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