Schwedisches Finale für Tele2: Robert Hackl verlässt die Firma, Henrik Ringmar kommt

Tele2-Chef Robert Hackl verlässt das Unternehmen, der Mutterkonzern schickt als neuen Interims-Chef den Schweden Henrik Ringmar.

Robert Hackl hat die letzten zwei Jahre „volles Rohr“ gegeben. Die Bilanz des ehemaligen McKinsey-Beraters kann sich sehen lassen. Seit seiner Amtsübernahme hat er den größten ­Her­ausforderer der Telekom Austria, neben Kabelbetreiber UPC, auf Vordermann ­gebracht. Das schwer defizitäre Handy-Segment wurde abgestoßen und das Portfolio bereinigt.
Mit dem ersten Notebook-Tarif-Bündel und echten Flat­rate-Tarifen konnte der Kunden­stock auf eigener Infrastruktur erheblich ausgebaut werden, und im Geschäftskundensegment hat Hackl letztes Jahr um 15 Prozent auf 50.000 Business-Kunden zugelegt.

Interne Umstruktierungen
Auch intern ließ Hackl keinen Stein auf dem anderen, der Privatkundenvertrieb wurde komplett umgekrempelt und in Richtung Internet verlagert, Firmenkunden werden über Fachhandelspartner betreut. Verträge mit ex­ternen Dienstleistern wurden neu verhandelt und die Profitabilität erhöht. Aktuell beschäftigt Tele2 in Österreich 400 Mitarbeiter. Trotz insgesamt rückläufiger Umsätze ist laut Tele2 das dritte Quartal das ­beste seit dem Amtsantritt von Hackl gewesen und 2008 bereits jetzt besser als das gesamte letzte Jahr.

Braut wird attraktiver
Das freut den schwedischen Mutterkonzern, denn die Chancen, die rot-weiß-rote Tochter endlich an den Mann zu bringen, bessern sich. Den Brautpreis, den die Schweden im Frühsommer lukrieren wollten, bekamen sie nicht. Zwischen 60 und 80 Millionen lagen die nicht verbindlichen Angebote von UPC und Orange. Nach dem Abgang von Hackl dürfte der Verkaufsprozess nun in eine neue, finale Runde starten. Denn die Schweden wollen sich lieber gestern als morgen von ihren Töchtern in den gesättigten Märkten trennen. ­Tele2 Schweiz wurde erst vor ­wenigen Wochen an die Firma Sunrise verkauft. Tele2 zieht sich seit eineinhalb Jahren aus allen mitteleuropäischen Märkten zurück, um sich voll auf die Expansion im Emerging Market Russland zu konzentrieren.

Österreichische Lösung?
Die Szenarien stellen sich laut Brancheninsidern nun wie folgt dar: Schweden bringt die ­Toch­ter bei UPC oder Orange (France Télécom) unter die Hau­be, oder ein weißer Ritter reitet ein. Laut FORMAT-Informationen hat ein Konsortium österreichischer Investoren Interesse an dem Provider ­be­kundet. Und die Fantasie eines weiterhin eigenständigen Unter­nehmens hätte durchaus Reiz für die Konsumenten, da ein Wettbewerber mehr am Markt bleiben würde. Alles eine ­Frage des Preises für die Schweden, die den Brautwerbern sicher ein „volles Ohr“ – so wird zurzeit das Tele2-Festnetz beworben – schenken würden.

Von Barbara Mayerl

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