Powershopping bei Apple: eine Million Dollar Tagesumsatz mit hauseigenem App Store

Mit dem Software-Verkauf für das iPhone hat Apple wieder einen Coup gelandet. Der Tagesumsatz im hauseigenen Online-Softwareladen App Store: eine Million Dollar. Seinen Nutzern bietet das Geschäft simple Bedienung, den Programmentwicklern einem großen Kundenpool.

Die Auswahl an Software reicht von wenig innovativen Programmen, die lediglich Websites fürs iPhone optimieren, bis hin zu ausgeklügelten Games. Wer sich einmal durch Bibelprogramme, Laserschwerter und Trinkgeldrechner gekämpft hat, findet Perlen wie kostenlose Software, mit deren Hilfe sich der private Blog befüllen lässt (WordPress), oder Shazam, eine Applikation, die Musiktitel erkennt. Alte und neue iPhones lassen sich im App Store mit schmucken kleinen Anwendungen aufmotzen. Vieles davon ist gratis zu haben, ein großer Teil rangiert zwischen 99 Cent und fünf Euro. Aufwendigere Programme kosten an die zehn Euro, nur wenige sind teurer. "Ein Zuckerlgeschäft fürs iPhone" nennt David Pogue von der "New York Times" den App Store. Ohne großen finanziellen Aufwand lässt sich das Apple-Telefon Software-mäßig personalisieren.

Lehrstück der Benutzerfreundlichkeit
Der Online-Shop zentralisiert den Software-Verkauf rund ums iPhone. Entwickler stellen ihre Programme bei den Kaliforniern in die Warteschlange, nach erfolgter Freigabe sind diese über den App Store erhältlich, der als Icon auf jedem iPhone und iPod touch zu finden ist. Die Installationsformalitäten für die Benutzer beschränken sich auf Eingabe des iTunes-Passwortes. Der Rest scheint einem Lehrbuch für Benutzerfreundlichkeit entnommen: Zweimal auf den Touchscreen getippt, und kurz danach ist die Software einsatzbereit. Gene Munster, Managing Director bei der Investmentbank Piper Jaffray, geht davon aus, dass 91 Prozent der iPhone-Benutzer sich Programme herunterladen werden. Der Markt könnte damit 2009 ein Volumen von einer Milliarde Dollar erreichen.

60 Mio verkaufte Programme
Die sonnigen Prognosen dürften für Apple nicht ganz unerwartet kommen, wenngleich sich Chef Jobs zuletzt gegenüber dem "Wall Street Journal" überrascht über das Ausmaß der Erfolges zeigte: "Ich habe so etwas bei Software in meiner ganzen Berufslaufbahn noch nicht gesehen." Sollte sich die Nachfrage im derzeitigen Tempo weiterentwickeln, könnte sich eine zusätzliche Einnahmequelle von zumindest 360 Millionen Dollar pro Jahr ergeben, so Jobs. Laut Apple gingen in der ersten Woche des App Store zehn Millionen Anwendungen über den virtuellen Tresen. Inzwischen sollen es 60 Millionen verkaufte Programme sein, was einem Gegenwert von rund 30 Millionen Dollar entsprechen dürfte.

Chancen für Entwickler
Ein Drittel des Verkaufspreises geht an Apple, der Rest an die Entwickler. Ab 200 Dollar werden die Erträge ausbezahlt. Der relativ hohe Obulus wurde vielfach kritisiert. Gleichzeitig sind in der Industrie auch Werte bis 50 Prozent üblich. Der Exklusivvertrieb via App Store bietet Entwicklern einige Chancen. Eine große Klientel ist nur wenige Klicks entfernt. Auch wird darauf geachtet, dass sich Anwendungen nicht ungezügelt im Internet verbreiten: Alle Programme sind kopiergeschützt. Um Software-Bauern Starthilfe zu geben, soll Apple gemeinsam mit der Venture-Capital-Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers einen 100-Millionen-Dollar Fonds namens iFund initiiert haben. Fünf Investments wurden bereits getätigt.

Von Alexandra Riegler, USA

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