Navi vs. Smartphone: Navigationsgeräte im FORMAT-Test

Clevere Kopiloten Wie viele Navis braucht der Mensch? Seit Smartphones auch navigieren können, fragen sich viele Autofahrer, wozu sie ein separates Navigationsgerät überhaupt noch brauchen. FORMAT hat beide Varianten ausprobiert.

Eigentlich sollte ein Handy gegen dieses Ding keine Chance haben: Marktführer TomTom hat sein neuestes Flaggschiff zum Navi-Duell gegen ein Smartphone entsandt. Das Gerät beeindruckt mit einem Panorama-Schirm mit 13 cm Diagonale und TomToms revolutionärem Echtzeit-Verkehrsinformationssystem „HD Traffic“. Alles erstklassig: integrierte Freisprecheinrichtung, Sprachsteuerung, Karten von 45 Ländern, Easy- Click-Magnethalterung für die schnelle Montage. Premium ist aber auch der Preis: 349 Euro.

Der Herausforderer aus der Smartphone-Ecke sieht auf den ersten Blick aus wie ein Business-Handy mit gängigen Spezifikationen und einem 10-cm-Schirm, der eine ausklappbare Tastatur verbirgt. Dass das Nokia E7 ein zweites Gesicht hat, offenbart das Zubehör: eine Halterung und ein Ladegerät für das Auto im Gegenwert von 30 Euro gibt es gratis, u. a. bei der E7-Navi-Edition von Mobilfunker „3“. Je nach Tarif gibt es das Handy gestützt ab null Euro.

Duell mit Überraschungen

Dass Tom-Tom nicht ohne Grund der Marktführer bei All-in-One-Autonavigations-Systemen ist, zeigt sich gleich bei der Montage. Die EasyClick-Magnethalterung ist mit einem Dreh an der Windschutzscheibe montiert und hält bombenfest. Dem Nokia-Gegenstück mit Handy-Klemmhalterung (vertikal oder horizontal montierbar) möchte man hingegen eher keine Vollbremsung zumuten.

Die große Überraschung bringt der darauf folgende Straßentest: Das Smartphone ist dem „reinrassigen“ Autonavi zumindest ebenbürtig, in manchen Bereichen sogar überlegen. Der Grund: „weiße Flecken“ im sonst sehr guten Tele-Atlas-Kartenmaterial. So fehlen dem Tom-Tom die Hausnummern der Wiener Otmar-Brix-Gasse (Schloss Neugebäude) zur Gänze, in der Oberen Amtshausgasse im fünften Wiener Gemeindebezirk sind die Nummern 1–5 unbekannt. Auch mit der Ortseingabe „Kreuzenstein“ (= Burg Kreuzenstein bei Leobendorf, NÖ) weiß das TomTom-Flaggschiff vorerst einmal nichts anzufangen. Peinlicherweise „kennt“ das Nokia-Handy alle drei Orte auf Anhieb und findet auch hin.

Zur Ehrenrettung der Navi-Fähigkeiten von TomTom muss man allerdings sagen, dass sich das Schloss Neugebäude und die Obere Amtshausgasse 1 auch ohne exakte Nummer finden ließen – und TomTom besonders trickreich im Finden von Abkürzungen war. TomTom-Bonus sind die Verkehrsinformationen in Echtzeit. Und die werden noch exakter. In Österreich kooperiert man mit A1 Telekom Austria für einen neuartigen Dienst. SIM-Karten im Navigerät „melden“ das Fahrzeugtempo. Sind mehrere TomTom-Kunden mit 5 km/h auf der Autobahn unterwegs, wird sofort Staualarm gegeben – lange bevor der offizielle Verkehrsfunk Wind davon bekommt. Dieses TomTom Live ist im ersten Jahr kostenlos, Registrierung erforderlich.

Die Signale, die Firmen wie TomTom vom Markt erhalten, sind indes eindeutig: Seit 2008 gehen die Verkaufszahlen bei klassischen Navis zurück, die Smartphones mit GPS boomen. TomTom-Geschäftsführer Rudolf Mayrhofer-Grünbühel glaubt dennoch an eine friedliche Koexistenz: „Wir sehen das Handy als Ergänzung. Das Navigationsgerät lotst das Auto ans gewünschte Ziel. Und das Handy lotst den Fahrer dann auf den letzten Metern vom Parkplatz zur Haustür.“

Ein luxuriöses Nischendasein führen die eingebauten Navigationslösungen: Bei BMW schlägt so etwas schon einmal mit 2.594 Euro Aufpreis zu Buche, bei Audi kostet es immerhin noch 1.429 Euro. Mit ein Grund: die aufwendige Integration ins Bordsystem und die Hi-Fi-Anlage.

Ein anderer Grund: Der Fiskus schlägt auf ein fix verbautes Navisystem die Normverbrauchsabgabe (NoVA) auf und begründet das damit, dass das Gerät durch den Einbau eben fixer Autobestandteil werde. Dass ein Navi „ab Werk“ nicht absurd teuer sein muss, beweist Renault mit seinen Modellen der „TomTom Edition“. Bei Renaults Clio kostet das Navi trotz NoVA und Einbau nur 487 Euro.

– Rainer Grünwald

Das Gros der Kunden bucht seinen Sommerurlaub in den Monaten Jänner bis März. Der Rest bucht in letzter Minute.
#urlaub #internet #reise
 

Internet

Urlaub in letzter Sekunde

Warum Apple 3,2 Milliarden Dollar für Kopfhörer ausgegeben hat, die man nicht braucht - und warum sich der Beats-Deal für den Konzern trotzdem lohnt.
#beats apple
 

Börse International

Warum Apple 3,2 Milliarden für den Beats-Deal zahlt

Das Auto soll mit Elektromotor ausgestattet werden und
#Google #Elektroauto
 

Innovation

Google baut selbstfahrende Autos ohne Lenkrad