Musik-Streaming: Die Flatrate macht Schule

Musik-Streaming: Die Flatrate macht Schule

Napster ist wieder da. Ja, genau die, die ab 1999 die Tonträgerindustrie mit Gratis-Musik-Downloads aus dem Internet in den Grundfesten erschütterten. Seit 4. Juni gibt es Napster wieder in Österreich - und diesmal freut sich die Industrie über das Comeback.

Aus der Tauschbörse ist ein legaler Anbieter geworden. Auf die Strahlkraft der alten Marke hofft der Napster-Europachef Thorsten Schliesche. Er will trotz späten Starts bald dick da sein: "Wir sind in den meisten Märkten auf Platz 2 oder 3.”

Streaming ist das kleinste Segment am Online-Markt, aber das mit der höchsten Zuwachsrate. Konsumenten hören die Songs direkt am Server (= Streaming), oder laden sie auf - üblicherweise bis zu drei - Geräte. Dort können sie die Titel auch offline hören. Das Abo kostet knapp zehn Euro pro Monat.

Es gibt auch werbefinanzierte Gratis-Abos oder solche um fünf Euro. Beide machen Musikfreunden nur bedingt Freude, da sie limitiert sind. Entweder ist dann das Hören am Smartphone verboten, die zeitliche Nutzung begrenzt oder der Songkatalog nicht komplett.

Umkämpfter Markt

Weltmarktführer ist die schwedische Firma Spotify, in den meisten Ländern gefolgt von Deezer, den Franzosen. Beide Dienste sind im Katalog- und Funktionsumfang vergleichbar. Die Relevanz zeigt sich auch an der Unterstützung der Hardware-Hersteller, die PCs, Fernseher, Lautsprecher und Autos damit ausrüsten. Spotify ist bei Fiesta und C-Max von Ford drin.

In Österreich aktiv ist auch das deutsche Start-up Simfy und die zu MediaMarkt gehörige Juke-Plattform. Neuerdings streamt auch das Musicload-Portal, das zur Deutschen Telekom gehört. Zu empfangen ist auch die englische Plattform RaRa, die sich ihrer DJ-Sets rühmt sowie der US-Dienst Rdio, den der Skype-Mitgründer Janus Friis hochgezogen hat.

Wo der Preis kein Differenzierungsmerkmal ist, versuchen sich die Anbieter anderweitig abzuheben. Napster hat ein kleines Redaktionsteam in Salzburg und Wien, das für lokale Inhalte sorgen soll. Abgrenzen vom Mainstream will man sich auch mit dem Aufbau einer Hörbuch-Bibliothek, aktuell 3.000 Titel.

Apple ante portas

Noch teilen sich die Start-ups den Markt auf. Nun startet aber auch Apple einen Musik-Streaming-Dienst und dass Google seinen vor wenigen Wochen in den USA gestarteten Abodienst All Access in die Welt exportiert, ist nur eine Frage der Zeit.

Für die Musikindustrie geht der Zug in die richtige Richtung. "Die Online-Angebote, allen voran das Streaming, können den Markt wieder auf Wachstumskurs bringen“, sagt Universal-Chef Hannes Eder. Für die Musiker ist das neue Geschäftsmodell noch gewöhnungsbedürftig. Sie müssen sich umstellen vom einmaligen Verkaufserlös auf die Dauerlizenzierung. Pro Stream erhalten sie zwischen 0,1 und 1 Cent - aber nur bei den Bezahlabos. Selbst Alben, die offline gespeichert werden, bringen Geld. Einmal im Monat "meldet“ das System, was offline gehört wurde. Die werbefinanzierten Angebote werden sukzessive zurückgebaut. Napster-Mann Schliesche: "Hier kann nur der Werbekuchen verteilt werden, der ist klein. Da fällt nicht viel ab für die Künstler.“

Wer wieviel an die Künstler zahlt, wird zwischen den Plattenfirmen und Streaminganbietern laufend und zäh verhandelt. Marktanteile zu gewinnen, ist das wichtigste Ziel zur Zeit: Wachstum um jeden Preis. Soviel ist klar: Die Kosten für die Expansion und die teure Infrastruktur wie Server-Farmen und Bandbreiten werden nicht alle Anbieter auf Dauer stemmen können. Wer die kritische Masse nicht bald erreicht, wird den Stecker ziehen müssen.

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