Musik-Preisschlacht im Cyberspace: Amazon fordert Apple iTunes mit Billigpreisen heraus

In den USA fordert Amazon den Platzhirschen iTunes bei Musik-Downloads schon länger mit Kampfpreisen heraus. Nun greift der Preiskampf auf Europa über.

Seit 3. Dezember können Amazon-Kunden aus Österreich und der Schweiz im MP3-Shop auf amazon.de einkaufen – und dabei auf das Angebot von über zehn Millionen nicht kopiergeschützten Songs im MP3-Format zurückgreifen.

Einzeltitel ab 49 Cent
Um die Einführung zu feiern, sind über 2.000 Bestseller (u. a. von Robbie Williams, Shakira, Lady Gaga und Udo Jürgens) als MP3-Alben für nur 4,99 Euro erhältlich. Populäre Klassik-Alben wie ein "Best of" von Herbert von Karajan gibt es bereits ab € 3,50. Der MP3-Shop bietet neben dem umfassenden internationalen Angebot auch viele Songs von Künstlern aus Österreich und der Schweiz, zum Beispiel Gotthardt, Bligg und Stress oder Austria 3, Hubert von Goisern und das neue Album von Falco "The Spirit Never Dies" und viele mehr. Seit Neuestem bietet Amazon sogar eine Hitliste der österreichischen MP3-Besteller an. Jeder Song und jedes Album ist in der Top-Audioqualität von mindestens 256 Kilobit/Sekunde verfügbar. Alle vier Majorlabels sowie führende Independent Labels sind vertreten.

Amazon-Shop im Test
Im Gegensatz zum Platzhirschen "Apple iTunes" benötigt man keine mächtige Client-Software um Musik aus dem Amazon MP3-Shop runterladen zu können. Gustieren und probehören läßt sich ganz einfach über jeden Web-Browser, für den Download der gekauften Musik nötigt einem Amazon einen kleinen MP3-Downloader (Größe: 1,65 MB) auf. Verglichen mit dem bisherigen Online-Marktführer Apples "iTunes Store", der nur über die Jukebox-Software "iTunes" zu erreichen ist, eine vergleichsweise niedrige Zugangsschwelle. Dazu kommt, dass "iTunes" seine User in regelmäßigen Abständen mit Updates in der Größe von 99,35 MB (für iTunes + QuickTime) nervt.

Apple setzt auf MP3
Ein weiterer, nicht unwesentlicher Unterschied: Auch Apple bietet seit dem Frühjahr 2009 seine Songs generell ohne DRM-Kopierschutz (DRM = Digital Rights Management) an, allerdings im weniger verbreiteten AAC-Format (von Dolby & Co.). AAC kann zwar von allen "iPods" und "iPhones", aber nur von einer überschaubaren Zahl anderer MP3-Player und Musik-Handys abgespielt werden. Das von Amazon verwendete klassische MP3-Format ist hier eindeutig die bessere Alternative, zumal MP3-Musik wirklich von jedem digitalen Musikplayer und Musikhandy (z. B. Apple iPod, Creative ZEN, aber auch Apple iPhones und BlackBerrys) wiedergegeben werden kann. Und: Musik im MP3-Format ist auch auf jedem PC oder Mac ohne Installation von Zusatzsoftware sofort abspielbar.

Gegnerische Software unterstützt
Im Gegensatz zu Apple, das schon durch das Musikformat die eigene Hardware ("iPods" und "iPhones") bevorzugt, unterstützt Amazon auch die Hard- und Software des "Gegners". Auf Amazon gekaufte MP3-Songs lassen sich nicht nur problemlos auf jedem "iPod" und "iPhone" abspielen, sondern per Voreinstellung gleich in Apples "iTunes"-Musikbibliothek übertragen. Für die Musikplayer der Windows-Welt (MP3 und WMA mit DRM) bietet Amazon eine automatische Übertragung zu Microsofts "Media Player"-Bibliothek an. Manko: Im Test funktionierte der automatische Transfer in die "iTunes"-Bibliothek allerdings nicht auf Anhieb.

Preis und Angebot im Vergleich
Apple hat derzeit 11 Millionen DRM-freie Songs im AAC-Format in der Qualität von 256 Kilobit/Sekunde auf Lager. Die Preise bewegen sich zwischen € 0,69, € 0,99 und € 1,29 pro Song. Der Standardpreis für Alben liegt bei € 9,99. Bei Amazon startet der MP3-Albenpreis bei € 3,50 und der Preis pro MP3-Titel bei 49 Cent. Gegenwärtig dreht allerdings Apple die Preisschraube ebenfalls kräftig nach unten: Inzwischen gibt es im "iTunes Store" auch Alben unter 5, 6 und 7 Euro. Bei den gleichen Songs geht es oft um Centbeträge."E&W"-Online hat es im Testkauf ausprobiert: Rammsteins Everseller "Engel" kostet im Amazon MP3-Shop 97 Cent und im "iTunes Store" 99 Cent. Die von Amazon gelieferte MP3-Qualität von 320 Kilobit/Sekunde lag sogar noch über den versprochenen 256 kBit/S. Das gesamte Rammstein-Album "Sehnsucht" hätte in Amazons MP3-Shop übrigens € 7,97 gekostet, während Apples "iTunes Store" das Ganze für € 9,99 feilbietet - ein Preis für den man bereits auch die "echte" CD-Scheibe hätte bekommen können...

Rainer Grünwald

Eletronik-Händler sehen dem Download-Kampf nicht tatenlos zu: "Gramola" und "Media-Saturn" starten 2010 mit eigenen MP3-Stores, berichtet das österreichische Handelsportal E&W .

Das Gros der Kunden bucht seinen Sommerurlaub in den Monaten Jänner bis März. Der Rest bucht in letzter Minute.
#urlaub #internet #reise
 

Internet

Urlaub in letzter Sekunde

Warum Apple 3,2 Milliarden Dollar für Kopfhörer ausgegeben hat, die man nicht braucht - und warum sich der Beats-Deal für den Konzern trotzdem lohnt.
#beats apple
 

Börse International

Warum Apple 3,2 Milliarden für den Beats-Deal zahlt

Das Auto soll mit Elektromotor ausgestattet werden und
#Google #Elektroauto
 

Innovation

Google baut selbstfahrende Autos ohne Lenkrad