Mein erster E-Shop

Mein erster E-Shop

Mit E-Commerce tun sich Kleinfirmen noch immer schwer und vergeben Chancen. Tipps und Tricks, wie der erste eigene Online-Shop gelingt und nicht zu teuer wird.

Die Umsätze im Online-Handel steigen beträchtlich. Die Hälfte der sechs Milliarden Euro jährlich geben die österreichischen Konsumenten allerdings bei ausländischen Händlern aus. Mit einer Roadshow (ab 5. Juni) will die Wirtschaftskammer die heimischen Einzelhändler davon überzeugen, endlich ins E-Geschäft einzusteigen. FORMAT beschreibt die wichtigsten ersten Schritte zu einer Shop-Eröffnung.

1. Der schnellste Weg zum Shop: einen Blog mit Bezahl-Knopf bestücken

Angst vor hohen Technologie-Kosten ist nicht angebracht. Die einfachste Form eines E-Shops ist, eine Website mit Bezahlfunktion zu verbinden. Gern genutzt wird das Blogger-Programm WordPress, das auch Laien schnell aufsetzen können und das auch von Profis gern als Basis für kleinere Websites genutzt wird. Wer etwas Zeit investiert, kann aus den Designvorlagen und Anbindungsmöglichkeiten gute Shops bauen. Alternativ gibt es eine Reihe von Baukasten-Systemen für E-Shops: Der Wiener Dienstleister emerion bietet eine internationale Lösung, adaptiert für Österreich, an und hilft den Nutzern mit Videotutorials bei der Erstellung.

2. E-Shop auf allen Kommunikationskanälen bekannt machen, on- und offline

Die Vermarktung des Shops muss konsequent erfolgen. Wer einen echten Laden hat, sollte die Kunden bei jedem Kontakt darauf hinweisen. Ja, auch ein Rechnungsbon ist ein Marketing-Flyer und ein Tonband außerhalb der Öffnungszeiten ist akustischer Werbeträger. Wer online verkaufen will, muss sich überlegen, wo er seine Zielgruppe "trifft“. Das Anmieten eines Shops auf Amazon ist selten die beste Wahl. Erstens nutzt der Platzhirsch seine Stellung durch sehr hohe Provisionen, zweitens ist die Konkurrenz dort extrem hoch (Preiskampf). Wer aus Sicht der Kunden denkt, findet auch abseits der Tummelplätze seinen passenden Marktplatz. Von Senioren bis zu den Veganern - jede Zielgruppe hat ihre eigenen Treffpunkte im Netz. Idealerweise identifiziert man die Meinungsmacher (etwa Blogger) und informiert sie über sein Produkt oder wirbt auf den einschlägigen Websites.

3. Suchmaschinen-Marketing: Google sollte einen kennen und finden

Die Vermarktung über Suchmaschinen ist eine Wissenschaft für sich. Google hat das Monopol. Wer hier nicht zu finden ist, vergibt Geschäftschancen. Auf die vorderen Plätze schafft es ein Shop entweder durch Werbeschaltungen (AdWords) oder durch eine intelligente Programmierung der Website. "Google hat zahlreiche Parameter definiert, die das Ranking beeinflussen. Je mehr man davon berücksichtigt, um so besser die Chancen“, sagt Franz Karner von der Agentur essentialmind. Diese Parameter kann man selbst recherchieren oder man beauftragt einen der vielen Dienstleister mit der Optimierung, im Fachsprech SEO (Search Engine Optimization). Wichtig: Bevor man unüberlegt viel Geld in AdWords investiert, besser die Beratung suchen. Die Experten wissen, welche Strategie für den Shop gut ist.

4. Alles was Recht ist: Die Geschäftsbedingungen müssen stimmen

Auf das Kleingedruckte kommt es auch bei kleinen Firmen an. Kein Webgeschäft ohne Allgemeine Geschäftsbedingungen. Wie die aussehen müssen, hängt davon ab, welche Märkte bedient werden. Wer ins Ausland versendet, muss sich mit der jeweiligen Rechtslage vertraut machen. Im Streitfall gilt das Recht am Standort des Konsumenten. Österreichische Verbraucher haben ein Rücktrittsrecht von sieben Werktagen, in der übrigen EU gelten meist 14 Tage. Abweichungen gibt es auch bei Rücksendekosten. Axel Anderl von der Kanzlei Dorda Brugger Jordis: "In Österreich kann ich vereinbaren, dass sie der Konsument zu tragen hat. In Deutschland gilt das nur bis zu einem Warenwert von 40 Euro. Bei teureren Waren hat der Unternehmer die Kosten des Versands zu tragen“.

Die Verbraucherrecht-Richtlinie soll die Bestimmungen weiter harmonisieren. Die neuen treten in den EU-Staaten erst Mitte 2014 in Kraft. Anderl rät: "Wer nach Deutschland verkauft, sollte seine AGB jedenfalls checken lassen. Das deutsche Recht ist deutlich strenger, und die starke E-Shop-Konkurrenz in Deutschland lässt die dortigen Anbieter auch schneller zu juristischen Mitteln greifen als in Österreich“.

Vorlagen für AGB gibt es u.a. über die Wirtschaftskammer. Tipp: AGB nicht einfach von der Website der Konkurrenz klauen - das ist eine Urheberrechtsverletzung. Vorsicht auch beim Bildmaterial und der Einbindung von Videos. Wer die Rechte an dem Inhalt nicht hat, muss die Finger davon lassen.

5. Zur Kassa bitte: Es gibt viele bequeme Wege für das Bezahlen

Generell gilt: Je mehr Bezahlmethoden der Händler seinen Kunden anbietet, umso leichter fällt der Einkauf. Allen schlechten Schlagzeilen zum Trotz, ist die Kreditkarte das beliebteste Online-Zahlungsmittel. Der österreichische Bezahldienstleister Paylife hat 2012 mit "PayUnity“ ein E-Shop-Produkt eingeführt. "Minimum für einen kleinen E-Shop ist ein Transaktionspaket mit Mastercard und Visa“, sagt Paylife-Manager Thomas Grabner. Die Installationskosten von 200 Euro werden unter Umständen von der Jungunternehmerförderung getragen. International gern genutzt ist auch PayPal, und immer mehr auch der "Google Checkout“.

Wer den Shop im Do-it-yourself-Verfahren macht, kommt heute günstig weg. Selbst mit zugekaufter Beratung liegen die Startkosten bei 2.000 bis 3.000 Euro. Doch der laufende Betrieb kostet: "Man sollte das Projekt E-Shop wie eine eigene zusätzliche Filiale kalkulieren“, sagt E-Commerce-Experte Christoph Schram von Wunderman PXP. Die Beantwortung von Anfragen, die Versand-Logistik, die Vermarktung und das Reklamationsmanagement binden Arbeitskraft.

Das Gros der Kunden bucht seinen Sommerurlaub in den Monaten Jänner bis März. Der Rest bucht in letzter Minute.
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