Max Schrems im FORMAT-Interview

Jusstudent Max Schrems verklagt Facebook, weil es sich nicht an die EU-Datenschutzgesetze hält.

FORMAT: Facebook hat Ihnen einen Auszug Ihrer persönlichen Daten ausgehändigt. Was davon hat Sie am meisten überrascht?

Schrems: Überraschend war erst einmal die Menge. So viele Daten, obwohl ich die Seite eher unterdurchschnittlich frequentiere. Erhellend war, dass „Löschen“ bei Facebook meistens nur meint, dass der User die Daten vor sich selbst versteckt.

FORMAT: In dem 1.200-Seiten-Konvolut ist nicht alles drin …

Schrems: Die spannendsten Dinge, etwa meine biometrischen Daten oder die Nutzer-Spionage, welche Facebook mit dem „Gefällt mir“-Knopf macht, haben sie noch nicht herausgerückt. Da haben sie geistiges Eigentum beziehungsweise Betriebsgeheimnis reklamiert. Das ist aber relativ absurd. Das geistige Eigentum an meinem Internetverhalten oder an meinen Gesichtszügen habe noch immer ich.

FORMAT: Die irische Datenschutzbehörde prüft Ihre Anträge noch. Mit welchem Ergebnis rechnen Sie?

Schrems: Die Datenschutzbehörde ist aktiv und wird dem Facebook-Hauptquartier auch einen Besuch abstatten. Was wird herauskommen? Kann sein, dass sie irgendwann eine Strafe bekommen. Aber was sind ein paar Tausender gegen Millionenumsätze? Peanuts. In Wahrheit ist Facebook unser Datenschutzrecht egal. Unser Ziel muss sein, solche US-Konzerne dazu zu bringen, dass sie sich dem EU-Recht beugen, wenn sie hier Geschäfte machen wollen.

FORMAT: Warum haben Sie sich Facebook ausgesucht? Großen Datenhunger legt ja auch Google an den Tag …

Schrems: Weil es natürlich ein Paradeunternehmen ist und durch das Hauptquartier in Irland für uns greifbar ist.

FORMAT: Facebook plant neue, teils gravierende Änderungen im Angebot. Stichwort: Timeline.

Schrems: Das beobachten wir sehr genau. Wenn sie aus einer Kommunikationsplattform ein komplettes Lebensarchiv der Leute basteln, ist das unserer Meinung nach ein neues Geschäft und hat Auswirkungen auf die Zweckbindung der Daten. Dann muss sich Facebook vermutlich die Zustimmung der User holen.

FORMAT: So wie wir Facebook kennen, wird man wohl eher stillschweigend davon ausgehen, dass man sie hat …

Schrems: Das ist ja das System von Facebook, dass der User permanent nein sagen muss, wenn er nicht zwangsbeglückt werden will. Wir haben die Anzeige schon fertig und warten nur noch, bis Timeline online ist.

FORMAT: Was wollen Sie nach dem Studium machen?

Schrems: Spannend wäre zum Beispiel ein europäischer „VKI für Datenschutz“. Zehn gute Leute, die etwas im Hirn haben, und etwas Geld, damit könnte man viel weiterbringen.

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