Joel Hasbrouck, Professor für Business und Finanzen an der N.Y. University im Interview

FORMAT: Als langjähriger Berater der New Yorker Börse kennen Sie High Frequency Trading aus erster Hand. Was hat sich durch diese Algo-Trading-Methoden geändert?

Joel Hasbrouck: High Frequency Trading hat in den letzten Jahren begonnen, den Markt zu dominieren. Noch bis vor kurzem war es eher ein Randphänomen, heute ist die überwiegende Mehrheit aller Trades im Aktien- und Optionsgeschäft auf HFTs zurückzuführen. Das hat das Business stark verändert, da die erzielbaren Margen klassischer Broker dadurch deutlich kleiner sind.

FORMAT: Ist HFT damit eine Gefahr für Aktienmärkte?

Hasbrouck: Das kann man so nicht sagen. Bei einer stabilen Marktsituation bewirkt HFT sogar, dass sich Kurse weiter stabilisieren, Bewegung wird durch die ständig stattfindenden Trades aus dem Markt genommen, da kleinste Schwankungen schon ausgenutzt werden und damit größere Ausschläge schon im Keim erstickt werden. Broker wünschen sich jedoch Bewegung am Aktienmarkt, stagnierende Aktienkurse lassen sich schließlich nicht in Profite verwandeln. Gefährlich kann es werden, wenn der Markt sich durch äußere Einflüsse atypisch verhält. Einige wenige Algo-Trader können dann schnell einen kleinen Spike in ein mittleres Aktienbeben verwandeln. Der Markt wird dann schnell sehr instabil und explosiv.

FORMAT: Wenn HFT so profitabel ist, warum wird es nur von wenigen Börsen-Playern eingesetzt?

Hasbrouck: Es sind vor allem die großen Akteure am Börsenparkett, die Algo-Trading einsetzen. Der Grund dafür sind mitunter die hohen Investitionskosten, um HFT erst einmal zum Laufen zu bringen. In der Branche geht man von einer Anfangsinvestition von rund 20 Millionen Dollar aus. Außerdem benötigt man eine Menge Experten, die im Hintergrund die Software ständig optimieren und überwachen. Und dieses Fachpersonal ist heiß umworben.

FORMAT: Wodurch wird HFT und Algo-Trading für große Investmentunternehmen so interessant?

Hasbrouck: Das Problem, das große Investoren an den Börsen haben, ist folgendes: Wenn sie ein hohes Volumen einer Aktie bewegen wollen, tritt etwas ein, was man im Fachjargon als „Slippage“ bezeichnet: Die große Order führt dazu, dass sich der Preis noch während der Erfüllung der Order zuungunsten des Investors verändert. Algo-Trader erlauben es beispielsweise, einen großen Trade in viele kleine zu zerteilen, wodurch sich das eigentliche Tradevolumen verschleiern lässt. Das übernehmen sogenannte „Iceberg“-Algo-Trader, bei denen, wie bei einem Eisberg, nur die oberste Spitze sichtbar ist.

FORMAT: Sind derartige Methoden denn legal?

Hasbrouck: Ja. Niemand zweifelt heute mehr an der Legitimität von Algo-Tradern. Dieselben Verfahren wurden in der Vergangenheit schließlich auch von menschlichen Brokern händisch durchgeführt. Mit HFT läuft das Ganze lediglich um ein Vielfaches schneller ab.

FORMAT: Welche Trends sehen Sie für die Zukunft automatischer Handelssysteme?

Hasbrouck: Heute dreht sich bei HFT alles um die Location. Nur wer nah am Geschehen ist, hat eine Chance, vorn dabei zu sein. Die großen Gewinner sind hier nicht nur die Investmentfirmen, sondern auch die Betreiber der Rechenzentren in direkter Börsennähe. Wer heute 100 Meilen von der Börse entfernt sitzt, könnte sich auch gleich auf dem Mond befinden.

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