IT-Start-ups: Zur Startup Week trifft sich die europäische Technologieszene in Wien

Wien ist eine Woche Brennpunkt der europäischen Technologie-Szene. Bei der Startup Week 2011 treffen findige Jungunternehmer auf potenzielle Investoren. Die besten Geschäftsmodelle haben die Chance, Finanzierungspartner zu finden. Wenn Banken mit den Krediten klemmen, werden Kontakte zu privaten Investoren und Venture-Kapitalisten immer wichtiger.

Die einen investieren ihr letztes Geld für das Flugticket nach Wien, die anderen checken selbstverständlich am First-Class-Schalter ein. Landen werden sie alle in Wien, denn ab 3. Oktober ist das „the place to be“ für die Technologie-Szene. Eine Woche lang treffen sich Investoren, so manche Internet-Legende und innovative Jungunternehmer: zur ersten Startup Week. Organisator Andreas Tschas koordiniert ein 30-köpfiges Team, das für einen reibungslosen Ablauf des Fünf-Tage-Events sorgen wird. „Solche Veranstaltungen gibt es in London, Berlin oder Barcelona. Aber keine davon legte ihren Fokus auf die CEE-Region. Damit haben wir eine Lücke geschlossen.“

Im Vorfeld waren Jungunternehmer aus ganz Europa aufgerufen, sich zu bewerben, um in Wien vor Investoren und den Managern österreichischer und internationaler Konzerne vorzusprechen. Extrem groß war der Andrang. Hunderte haben sich beworben, aus Athen oder dem rumänischen Temeswar, ja sogar im Silicon Valley regte sich Interesse. Eine achtköpfige Jury aus sogenannten Business Angels, Start-up-Coaches und Venture-Kapitalisten stellte eine Shortlist mit 50 Ideen zusammen. Deren Erfinder werden am 3. und 4. Oktober sicher die entscheidendsten fünf Minuten ihres jungen Geschäftslebens haben: So lange haben sie Zeit, die Experten zu überzeugen. Die besten zehn dürfen danach vor einem potenten Investorenkreis auftreten. „Dem Gewinner winken drei Wochen Rundumbetreuung im Silicon Valley“, sagt Oliver Holle, Initiator des heimischen Business-Angel-Fonds Speed Invest.

Aspiranten für ein Ticket ins Gelobte Land der IT-Start-ups gibt es genug. Das Starterfeld ist beeindruckend. Vom Empfehlungsdienst für Buchliebhaber über unkonventionelle Zeiterfassungsprogramme für Büroarbeiter bis hin zu einem Videowurlitzer für die Generation YouTube reicht das Innovationspotenzial. Stark repräsentiert ist das Feld zur Optimierung und Auswertung von mobilem Marketing in und um die sozialen Netzwerke. Ebenso alles, was zur Organisation der elektronischen Kommunikationsflut dienen könnte. Andere zeigen, was aus scheinbar abgelutschten Rabattmarken-Modellen noch herauszuholen wäre oder wie sich Biomärkte über das Internet aufziehen lassen. Gesundheits-Apps, Reiseführer und Schulverwaltungsprogramme runden das Programm ab.

Business Angel und Jurymitglied Markus Wagner ist mit der Vorauswahl sehr zufrieden: „Es sind gute Projekte dabei, in ganz unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Von der reinen Idee bis zu schon gut eingeführten Programmen ist alles dabei.“ Eine komplette Liste gibt es auf der Veranstaltungs-Website unter der Rubrik „Startups“ nachzulesen.

Einige Jung-Entrepreneure können sich gute Chancen ausrechnen, Wien mit dem einen oder anderen wertvollen Kontakt oder sogar mit konkreteren Zusagen zu verlassen: Facebook-, Google- und Red-Bull-Manager sind da! Die Investorendichte wird hoch wie selten sein. Eine Reihe ausländischer „Serial Entrepreneurs“ reist an: Leute wie Xing-Gründer Lars Hinrichs oder Stefan Glänzer sind per definitionem laufend auf der Suche nach dem nächsten größeren Ding.

Dazu gesellt sich die kleine, aber feine Gruppe heimischer Unternehmer, die schon einen Erfolg hinter sich hat und das dabei verdiente Geld in spannende Projekte investieren will. Dazu gehören Unternehmer wie Christian Lutz (ucp morgen), Daniel Mattes (jajah) oder Markus Wagner (3united). Oliver Holle ist Mitveranstalter der Startup Week. Er und seine 30 Teilnehmer des Speed-Invest-Fonds haben heuer bereits 96 Projekte evaluiert und werden vermutlich vier davon noch heuer abschließen. Holle: „Wir wollen den Kreis der Business Angels in Österreich weiter vergrößern.“

Vorbildwirkung

So etwas wie die Blaupause eines aktiven Business Angels ist der ehemalige Roland-Berger-Geschäftsführer Manfred Reichl , der in zehn Projekten investiert ist, nicht nur mit seinem Geld. „Die Initialzündung zum Business Angel war eine Ansage von Professor Penninger, dass er sein Unternehmen nach China verkaufen müsse, weil in Österreich kein Geld da sei.“ Reichl und sein Netzwerk schauen zu, dass so manche heimische Perle auch hier weitergezüchtet werden kann. Abgesehen von einer gut entwickelten staatlichen Frühfinanzierung durch das Austria Wirtschaftsservice (aws), die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) oder die Wiener Kreativfinanzierer departure, fehlen manchen Unternehmern dann die Mittel in den späteren Entwicklungsphasen.

Reichl vergleicht diese kritische Phase mit dem Startmanöver eines Flugzeugs: „Kurz nach dem Abheben vibrieren beide, das Start-up und das Flugzeug, bevor sie sich auf die neue Phase des Fliegens einschwingen können.“ Genau hier braucht es genug Treibstoff, also Geld, das immer öfter von privaten Investoren kommen muss. Durch die Krise ist dieser Finanzierungsmarkt bei den Banken massiv eingebrochen.

Und so hoffen fünfzig potenzielle Überflieger, nach dem 4. Oktober tatsächlich mit einem „Upgrade“ zu starten.

– Barbara Mayerl

Startup Week - Fünf heiße Technologie-Tage

Neben dem Wochenpass (Vollpreis: € 599,–, Studenten: € 149,–) gibt es über die Stadt verteilt 19 sogenannte Fokus-Events, die kostenlos zugänglich sind. Dazu gehören der Facebook Hackathon und der Techbrunch im sektor5 oder das Experten-Speed-Dating von departure. Themen sind auch Health 2.0 und Gaming.
Anmeldung: startupweek2011.com

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