Google greift Apples iTunes mit eigenem Musikdienst an

Google bläst mit der neuen Cloud-App „Google Music“ zum Angriff auf Apples iTunes. FORMAT hat die Anwendung, die in einigen Wochen nach Europa kommt, bereits getestet.

Vor wenigen Tagen ging in Berlin die „Popkomm“, Messe und Branchentreff der Musikindustrie, zu Ende. Die Erkenntnis der Studios, Künstler und Verlage war eindeutig: Wieder einmal steht die Musikbranche vor einschneidenden Veränderungen. Es gilt, die Anforderungen der internetaffinen und mobilen „digital natives“ – also der Generation, die bereits mit dem Internet groß geworden ist – zu befriedigen. Auf der Popkomm hatte man dafür eine Antwort parat: Das Herunterladen von Daten, Bildern, Filmen sowie von Musik kann in Zukunft durch das sogenannte Cloud Streaming interessanter, flexibler und für viele Anwender attraktiv werden.

Mithilfe dieser Technik kann der Verbraucher Musik über das Internet laden, von dort versenden oder auch seine eigene Musikkollektion ohne eine dafür notwendige lokale Installation als Stream ins Netz stellen. Das bedeutet: Der Nutzer hat Zugriff auf alle notwendigen Daten – egal in welcher Größenordnung und zu welcher Zeit, ob per Computer, Smartphone oder Tablet. Doch während sich die Musikbranche in Berlin noch auf theoretischer Ebene mit dieser Zukunft beschäftigte, startete Google bereits mit einem neuen Service, der als Vorbote dieser kommenden Entwicklungen und als ernsthafter iTunes-Konkurrent gehandelt wird.

Google Music Beta fordert iTunes

„Google Music Beta“ heißt der Dienst, den Google vorläufig nur in den USA und nur auf Einladungsbasis gestartet hat. Bereits Mitte Mai kündigte Google auf der Hausmesse Google I/O 2011 die Pläne für einen Musikdienst in San Francisco an. In wenigen Wochen soll das Angebot nun auch für europäische Nutzer geöffnet werden. Anlass für FORMAT, einen genaueren Blick auf den kommenden iTunes-Herausforderer zu werfen. Der Service in Kürze: Google erlaubt den Anwendern das Hochladen von maximal 20.000 Liedern auf seine Server. Darauf können die Nutzer dann sowohl über den Browser am Computer als auch aus der Android-Applikation am Handy und Tablet zugreifen.

Wer den Google-Music-Dienst nutzen will, muss zunächst eine Management-Anwendung installieren. Diese übernimmt das Hochladen der eigenen Musiksammlung in die „Wolke“ und sorgt in weiterer Folge dafür, dass die Daten aktuell sind. Dieses Programm ist sowohl für Windows und Mac OS X wie auch für Linux verfügbar. Das Upload der Stücke dauert jedoch einige Zeit und ist von der vorhandenden Internetanbindung abhängig. Diese Vorgehensweise ist notwendig, da Google bislang – trotz längerer Verhandlungen – noch keine Lizenzabkommen mit den großen Musiklabels abschließen konnte. Sonst könnte Google, so wie Apples „iTunes Match“-Angebot, einfach die User-Festplatte nach dem Songbestand durchsuchen und die auf den Google-Servern bereits vorhandenen Kopien der Lieder nutzen. Dafür ist Google Music – zumindest in der Beta-Phase – kostenfrei.

Totaler Zugriff auf eigene Musik

Mit dem Google Music Player für die Cloud kann man daher jederzeit und von jedem Rechner aus auf seine Musiksammlung zugreifen – vorausgesetzt, man hat sich vorher mit dem Google-Account eingeloggt. So kann man künftig auf jedem Endgerät – ob Handy, Tablet oder Rechner – und auch auf Neugeräten oder in Internetcafés seine eigene Musik hören. Das Web-Interface ist ansprechend und übersichtlich strukturiert. Es gibt die Möglichkeit, die Musik nach Alben, Künstlern, Liedern oder Genres zu durchsuchen.

Im FORMAT-Test kann Google Music bereits überzeugen. Vor allem für Nutzer mit mehreren (Android-)Geräten ist der Service eine bequeme Möglichkeit, immer und überall auf die eigene Musiksammlung zuzugreifen, ohne sich selbst um die lästigen Managementaufgaben kümmern zu müssen. Eine zentrale Stärke ist, dass die Musik gestreamt werden kann. Dadurch ist es in der Praxis schnell möglich, auf neu eingerichteten Geräten seine eigene Musiksammlung zu hören.

Der nächste Schritt der Entwicklung: Das Fraunhofer-Institut arbeitet bereits an einer Technologie, die Musik elektronisch analysieren und sortieren kann.

– Gregor Kucera

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