Genial oder sinnlos? Die Features der neuen Digicams

Digicams werden zu Alleskönnern hochgezüchtet: Mit einer Vielzahl an Funktionen wollen Hersteller die Konsumenten beeindrucken und zum Kauf verführen. Ein Foto-Experte sagt, was wirklich zählt.

Vor lauter Megapixelrekorden und ISO-Höchstzahlen, die die Kamerahersteller ihren neuesten Digicam-Modellen angedeihen lassen, hätte man es beinahe vergessen: In erster Linie zählt bei einer Kamera doch die Qualität des Fotos. Das Motiv soll scharf sein, die Farben stimmen, die Belichtung passen. Funktionen, die die Bildqualität heben, betreffen jeden Digicam-Nutzer und sind – so sie funktionieren wie angegeben – sinnvoll.

In Kompaktkameras der gehobenen Klasse lassen sich zudem immer öfter auch Blende und Verschlusszeit manuell einstellen. Das setzt aber ein gewisses Grundverständnis der Fotografie voraus. Anders die vielen neuen Funktionen, mit denen die Hersteller dank immer leistungsfähigerer Bildberechnungsprozessoren ihre kleinen Fotocomputer vollstopfen. Diese helfen dem Nutzer auch ohne großartiges Fotowissen auf einfache Art und Weise, beeindruckende Fotos zu machen – im Idealfall zumindest.

In der Praxis zeigt sich ein durchwachsenes Bild: Neben sehr nützlichen Funktionen finden sich auch welche, die zwar gut klingen, deren Nutzen im täglichen Einsatz von mitunter sehr begrenztem Wert ist. Die folgende Übersicht zeigt, auf welche Funktionen man beim Kauf einer Digitalkamera achten sollte und welche wohl eher in die Kategorie Marketinggag fallen. Spannend dabei: So manch interessante Funktion versteckt sich hinter unverständlichen Fachkürzeln, wie HDR oder Hybrid GPS. Hier sind gute, erklärende Hilfefunktionen in der Kamera das Gebot der Stunde.

Letztlich soll Fotografieren aber Spaß machen, und da zeigt sich, dass in geselliger Runde selbst so manche Funktion, die in strenger fotografischer Hinsicht wenig nützlich ist, unter den Anwesenden für Erheiterung sorgen kann. Unser Tipp: Es muss nicht immer die Auto-Funktion sein. Einfach ausprobieren, was die Kamera alles kann – es macht Spaß:

Lächel-Detektor

Ein netter Gag und Gesellschaftsspiel. Funktioniert bei offenem Mund besser als bei geschlossenem, bei manchen Leuten auch gar nicht. Nicht wirklich nötig, macht aber Spaß.

360°-Schwenkpanorama

Einfach die Kamera schwenken und fertig ist das Panorama. Eine tolle Funktion auf Reisen, ein Muss für Landschaftsfotografen. Aber ehrlich: Wer braucht es sonst noch?

Dreh- & schwenkbares LCD

Erlaubt neue Perspektiven beim Fotografieren, wie Fotos von Kindern aus deren Höhe, ohne sich bücken zu müssen. Empfehlenswert für Fotografen, ein unbedingtes Muss für Videografen. Nachteil: Nur bei eher teuren Modellen vorhanden.

Gesichtserkennung

Hervorragende Funktion! Stellt auf Gesichter scharf und belichtet diese richtig. Endlich gelingen Porträtaufnahmen der Liebsten. Ein unbedingtes Muss.

Intelligente Automatik

Wer hat je die vorhandenen Motivprogramme (Porträt, Landschaft, Schnee, spielende Kinder etc.) per Hand eingestellt? Automatische Szenenerkennung ist wirklich sinnvoll.

Superzoom

Ideal für die Reise. Ein sehr guter Bildstabilisator ist jedoch Voraussetzung, ansonsten ist das natürliche Zittern der Hände zu stark. Im Alltag braucht man 26fach-und-mehr-Zooms aber nicht.

Blinzelwarnung

Völlig überflüssig und auch nicht wirklich ausgereift. Eine Serienbild-Aufnahme ist die bessere Alternative. Auf einem dieser Bilder hat das Gegenüber sicher die Augen offen – wetten …?

GPS (mit Reiseinfos)

Via GPS wird der Standort festgestellt und die Koordinaten zum Foto abgespeichert. Für Reisende ein sehr nützliches Feature, ansonsten bitte abdrehen, da der GPS-Empfänger viel Strom verbraucht. Vor Ort werden die Namen der Sehenswürdigkeiten vor der Kamera eingeblendet. Für Vielreisende vielleicht eine Reisehilfe, aber kein Reiseführerersatz. Für den Rest einfach überflüssig.

Hybrid-GPS

Dieses System kombiniert die GPS-Position mit einem Bewegungssensor, der die Position der Kamera – auch innerhalb von Gebäuden – mit im internen Speicher hinterlegten Kartendaten abgleicht. Im Freien wird der Ort wieder mit den GPS-Daten aktualisiert. Funktioniert erstaunlich gut, wenn man nicht allzu lang in geschlossenen Räumen unterwegs ist. Für all jene, die „Hauptaltar Stephansdom“ der Ortsangabe „Stephansplatz“ vorziehen.

Robuste Kamera

Diese Kameras sind wirklich hart im Nehmen und speziell für Familien mit Kleinkindern und Outdoor-Aktivisten (auch schon mit Höhenmesser und Barometer) entwickelt worden. Für diese Zielgruppe absolut sinnvoll.

Upload für Social Networks

Für Jugendliche ist diese Funktion eigentlich wichtiger als gute Fotos. Sie funktioniert gut, derzeit aber nur per WiFi in der Kamera. Besser und überall geht’s via Fotohandy.

Filter

Gut, die meisten angebotenen Filterfunktionen verbessern nicht das Foto, sondern verwandeln es, etwa in ein Bild mit Aquarelloder Lochkamera-Anmutung. Die Resultate beeindrucken, der Spaßfaktor ist unbezahlbar.

Filmtagebuch

Vor jeder Aufnahme machen brandneue Canon-Kameras einen Clip von 4 Sekunden, der mit dem Foto endet. Alle Clips können am Ende eines Tages in einem VGA-Film zusammengefügt werden. Lustige Idee. Wem’s gefällt.

3D-Funktion

3D ist kein Kaufargument. Entweder die Funktion ist dabei oder nicht. Nur für jene, die einen 3D-Fernseher haben, sonst einfach nicht relevant.

Freihand-Nachtfotos

Sehr gute Idee, aber die Ergebnisse überzeugen nicht immer. Manchmal hilft einfach nur das Stativ. Hier warten wir lieber auf die nächste Version.

Touchscreen

Klar, intuitiver geht’s nicht. Dank Touch-Autofokus auf das Motiv tippen, und schon stellt die Kamera darauf scharf. Im grellen Sonnenlicht sieht man jedoch nicht viel am LCD und hat jetzt keine Bedienknöpfe mehr. Super-Erfindung mit viel Verbesserungspotenzial.

Highspeed-Fotografie

10, 20, 30 oder mehr Bilder pro Sekunde schießen zu können ist die Voraussetzung für viele weitere Funktionen (3D-Aufnahmen, Nachtfotos, Panorama, HDR etc.). Äußerst nützlich!

Eingebauter Projektor

Leinwand / weiße Wand und dunkler Raum werden benötigt. Home-Cinema-Feeling stellt sich nicht ein, aber für Gruppenreisen bei der abendlichen Fotopräsentation mitunter sinnvoll. Gute Idee, zumeist entbehrlich.

HDR-Art-Fotografie

Damit sieht man am Foto annähernd das, was das Auge sieht. HDR-Art (kombiniert Fotos mit unterschiedlicher Belichtung) erzeugt einen künstlerischen Effekt. Für Amateure ein tolles Feature, für Profis eher nicht verwendbare Spielerei.

Zweites Display

Für unruhige Kinder eine Abwechslung – allerdings nur für kurze Zeit. Für Selbstauslöserfotos eine echte Erleichterung. Alles in allem eher eine elektronische Spielerei.

– Klaus Korbeer, Chefredakteur „Fotoobjektiv“

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