Finanzbetrug auf Knopfdruck

Neue Richtlinien sollen der "automatisierten“ Steuerhinterziehung den Garaus machen. Die Gastronomie schlägt Alarm.

Finanzbetrug auf Knopfdruck

Die elektronischen Registrierkassen, wie sie seit Jahren in Gastronomie und Einzelhandel Standard sind, sind eine tolle Sache: Sie helfen nicht nur bei Bestellung, Abrechnung und Buchführung - sondern frisieren auf Knopfdruck auch gleich die Bilanz. Soll am Ende des Tages ein Teil des Umsatzes an der Steuer vorbeigeschleust werden, reichen wenige Klicks, und schon rechnet das System automatisch hier ein Schnitzel, dort ein Bier oder gleich einen ganzen Tisch weniger und druckt passend auch gleich die "gekürzten“ Rechnungsbelege neu aus. Dieser Praxis soll in Österreich mit der Kassenrichtlinie (KRL) des Finanzministeriums entgegengetreten werden, die das Problem mit technischen und buchhalterischen Vorschriften lösen soll.

Alarm schlägt die Interessenvertretung der Gastronomie: "Wenn sich an der Situation nichts Grundlegendes ändert, stehen damit 20 bis 30 Prozent der Gastronomen vor dem Konkurs“, so Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie im Wirtschaftsbund.

Die im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen weit verbreitete Steuerhinterziehung in der Gastronomie will Dobcak nicht rechtfertigen. Er meint aber, dass es für viele Lokalbesitzer heute schlicht nicht mehr möglich wäre, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn kein Geld am Fiskus vorbeigeschleust werden könnte.

"Die Preise sind im Keller, die Lohnnebenkosten sind explodiert - wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert, bedeutet das das Ende für viele Lokale und Wirtshäuser“, so Dobcak.

Probleme mit der Richtlinie haben aber auch die Kassensystem-Lieferanten: "Die Richtlinie spricht in vielen Bereichen von Freiwilligkeit - die dann aber bei Finanzprüfungen eingefordert werden kann. Das bedeutet eine ständige Anpassung der Software, was Kunden vor beträchtliche Zusatzkosten stellt“, so Alexander Angerer vom Kassenhersteller TiPOS. Eine Zertifizierung von Kassensystemen, wie sie sich Hersteller wünschen, ist von der Finanz bisher nicht vorgesehen.

Norwegens Radikallösung

Das Schwarzgeld-Problem ist kein österreichisches Phänomen. Angegangen wird es aber unterschiedlich. Die Norweger schlagen mit einem neuen Gesetzesentwurf einen radikalen Kurs ein: Alle Hersteller von Registrierkassen sollen dazu gezwungen werden, den Quellcode der Kassen-Software offenzulegen. Damit sollen verbotene Funktionen zur Steuerhinterziehung nicht länger "versteckt“ werden können. Für Österreich ist Derartiges laut Finanzministerium vorerst nicht geplant - doch Norwegen plant bereits eine europäische Initiative.

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