Erster Vorgeschmack auf die größte Unterhaltungselektronik-Messe in Berlin

Erste Vorschau auf die Funkausstellung in Berlin: 3D ist der große Messe Schwerpunkt. Die 3D-Technologie wird von den Verbrauchern schneller angenommen als gedacht.

Was der Genfer Autosalon für die Garage ist, ist die „Internationale Funkausstellung“ (IFA) in Berlin für das Wohnzimmer. Zum 50. Jubiläum dreht sich von 3. bis 8. September alles um TV, Multi­media und Tablet-Computer. War das Thema 3D auf der IFA 2009 noch in der Entwicklungsphase, steht Berlin heuer ganz im Bann der dritten Dimension. Die Debatten, wie weit 3D ist, werden in Techniker-Foren und Analysten-Zirkeln geführt. Tatsächlich ist in den letzten zwölf Monten eine Menge passiert.

3D expandiert  

Die US-Filmindustrie tut ihr Bestes, um alle möglichen und unmöglichen Filmstoffe in 3D auf die Kinoleinwand zu bringen. Allein bis 2012 sollen 60 neue 3D-Filme abgedreht werden. Nicht alle Regisseure sind vom 3D-Fieber der Produzenten vorbehaltlos angetan.

Der Erfolg von 3D hängt aber längst nicht mehr von Hollywood ab, 3D hat sich vom Kinosaal emanzipiert. Hardware-Hersteller arbeiten emsig daran, das räumliche Bild auf möglichst viele Geräte zu bringen. Auf der größten europäischen Spielemesse Gamescom war Mitte August 3D einer der großen Besuchermagnete. Neue Exemplare von Sonys PlayStation 3 sind bereits für das stereoskopische Spielvergnügen gerüstet, ältere Modelle können per Software-Update 3D-fähig gemacht werden. Ab Mitte September trudelt ein PS3-Bundle mit Kamera und neu­artiger Bewegungssteuerung (PlayStation Move) ein. Und: Laufend kommen neue 3D-Spieltitel auf den Markt. Mit der 3DS bringt Nintendo im nächsten Frühjahr schließlich eine „autostereoskopische“ Pocket-Konsole auf den Markt, die 3D-Gaming ohne die wenig geliebten 3D-Brillen möglich macht.

Erstaunlich ist auch die Entwicklung der Verkaufszahlen bei 3D-Fernsehern. Ein paar Wochen nach Auslieferung der ersten Geräte im Frühjahr 2010 waren ­bereits 25.000 Geräte in Europa über den Ladentisch gegangen. In Anbetracht der Tatsache, dass zu dem Zeitpunkt eigentlich nur ein Hersteller, Samsung, wirklich liefern konnte, mehr als beachtlich.

Zur IFA 2010 haben die 3D-Pioniere ihr Gerätesortiment ordentlich aufgestockt. Samsung, LG, Sony, ­Panasonic, Philips, Sharp, Toshiba und Loewe ver­fügen über eine größere oder kleinere ­Palette an 3D-TVs. Speziell im Premiumsegment wird 3D zu einem Muss. Bestes Beispiel ist Samsungs neues LED-TV-Flaggschiff C9090 (Modellcode in Österreich: C9080) – bei Preisen von 3.999 bis 5.999 Euro ist 3D selbstredend inklusive. Auch wenn die nötige 3D-Shutter-Brille ein nicht unwesentlicher kostentreibender Faktor ist, müssen 3D-Fernseher aber nicht zwangsläufig sündhaft teuer sein. 3D-„Voll­sortiment-Anbieter“ Samsung hat zum Beispiel schon jetzt 3D-LCD-Fernseher ab 1.299 Euro (40 Zoll) im Programm. Inzwischen produzieren nicht nur die A-Brands 3D-taugliche Fernseher. Zur IFA 2010 wagen sich mit Changhong und Hannspree nun auch ­chinesische und taiwanische TV-Hersteller in die 3D-Arena.

Die Analysten von DiplaySearch schätzen, dass der Marktanteil von 3D-Fernsehern in vier Jahren bereits bei 37 Prozent liegen dürfte. Bei großen Diagonalen (55 Zoll) dominieren nach den letzten österreichischen GfK-Zahlen schon jetzt die 3D-TVs: Unter den TV-Jumbos mit 140 cm Bildschirmdiagonale hatte die 3D-Fraktion bereits im Juni 2010 satte 56,9 Prozent Marktanteil erobert.

Die 3D-Welle hat natürlich auch die AV-Zuspielgeräte erfasst: Mit der IFA rollt eine ganze Flut an neuen 3D-Blu-ray-Playern und 3D-Heimkinoanlagen auf die Konsumenten zu. Auch Beamer-Hersteller wie Acer und BenQ stehen in Sachen 3D in den Startlöchern.

Content selber machen  

Die neue 3D-Welt hat bisher allerdings noch einen ­kleinen, aber entscheidenden Schönheitsfehler. Es gibt inzwischen jede Menge ­Geräte, aber noch zu wenige Inhalte.

Der Sat-Betreiber Astra hat zwar schon einmal einen 3D-Demokanal in Betrieb genommen, die großen TV-Anstalten produzieren aber noch keine 3D-Inhalte. Und die Filme, die heuer auf Blu-ray 3D Disc erscheinen, sind noch an einer Hand abzuzählen. Wie bereits bei der Einführung der DVD kann man zwar damit rechnen, dass die Adult-Industrie bereits fleißig am Drehen ist, abendfüllendes Familienprogramm fehlt allerdings.

Der Freude der Konsumenten tut das offenbar keinen Abbruch. Experimentierfreudige Hobby-Regisseure filmen bereits fleißig Home-Videos in 3D. Wer am Video­portal YouTube unter dem Stichwort „3D“ sucht, findet jede Menge Material, allerdings noch im alten, qualitativ schlechten Anaglyph-Verfahren. Das wird nun anders: Mit der IFA kommen auch die ersten modernen 3D-Fotoapparate und 3D-Camcorder auf den Markt.

Wo die Reise hingeht, zeigt auch eine Allianz auf, die sich dieser Tage formierte. Prozessorhersteller Intel und Handy-Weltmarktführer Nokia arbeiten in ihrem finnischen Forschungslabor daran, 3D-Telefonie auf das Handy zu bringen.

R. Grünwald, B. Mayerl
Mitarbeit: T. Haton

Die hippesten 3D Geräte finden Sie im aktuellen FORMAT Nr. 34, Seite 61

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