Eine Inbox für alle Fälle: E-Mails, News, Chat und Netzwerken

Die produktive Arbeitszeit wird knapp zwischen all den E-Mails, Telefon-und Videokonferenzen, SMS, Chats und Netzwerken. Die Hersteller arbeiten an der ultimativen, Zeit sparenden „Inbox“.

Mehr als drei Stunden sind Büroarbeiter täglich allein mit dem Administrieren ihrer elektronischen Post beschäftigt – zwei Drittel haben ihre Inbox überhaupt permanent im Blick.

Der beliebteste Kommunikationskanal der Wissensgesellschaft ist aber nur eine von mehreren Optionen. Telefonate, Chats, Videokonferenzen und vermehrt die sozialen Netzwerke bieten sich als Alternativen an. Von der Fülle der Kommunikationskanäle fühlen sich viele Wissensarbeiter erschlagen. Gegen das Paradoxon, „overnewsed“, aber doch irgendwie „underinformed“ zu sein, kämpfen Software-Hersteller mit unterschiedlichen Rezepten an.

Das Ziel der Bemühungen ist bei allen Anbietern mehr oder weniger das gleiche: sämtliche Kommunikationskanäle über eine Benutzeroberfläche zu steuern. Idealerweise wandert die auf Reisen dann nahtlos vom Bürorechner auf das Smartphone. Die Daten liegen entweder am Firmenrechner oder bei einem Provider in der sogenannten „Cloud“, und über den Internetbrowser ist dafür gesorgt, dass der Nachrichtenstrom auch nicht abreißt. Das klingt alles einfacher, als es in der Praxis zu lösen ist, denn die Anwender erwarten selbstverständlich, dass aus der Firmen-Mail-Umgebung ins soziale Netzwerk hinein kommuniziert werden kann und umgekehrt. Die privaten Kommunikationsgewohnheiten drängen in die Firmen, und die IT-Chefs haben auf diese Fragen noch keine zufriedenstellenden Antworten.

Die ersten Lösungen

IBM ist mit seinem vollintegrierten Arbeitsplatz der Zukunft bereits auf der Zielgeraden. Im Jänner 2011 werden auf der IBM-Hausmesse Lotusphere erstmals einer größeren Öffentlichkeit die neuen Module rund um das Software-Herzstück „Lotus“ präsentiert. Die Idee: Wer Lotus verwendet, kann mit einfachen Entwickler-Bausteinen die Oberfläche so adaptieren, wie es zur Firma oder zur Abteilung passt.

Der große Erzfeind von „Big Blue“ IBM in der Büroorganisation ist Microsoft. Was früher unter dem sperrigen Namen Office Communication Server bekannt war, wurde am 18. November öffentlichkeitswirksam umgetauft in den Lync-Server 2010. Microsoft-Partner wie Marcus Izmir von der Firma mii sind recht angetan. „Lync baut intelligent auf dem Vorgängerprodukt auf, ist aber noch flexibler in den Standardfunktionen und lässt sich gut in andere Programme einbinden.“

Und wer seinen Lync-Server richtig aufsetzt, kann sich damit sogar große Teile seiner Telefonanlage sparen. Während der Nutzung des E-Mail-Programms Outlook ein Telefonat zu führen und dann in eine Videokonferenz zu wechseln, ohne die Programme neu zu starten, ist mit dem Microsoft Lync möglich. „Eine Stärke von Lync ist sicher das perfekte Zusammenspiel mit allen anderen Microsoft-Produkten“, sagt der Collaboration-Experte Nahed Hatahet, der sich auf die Teamarbeit rund um das Microsoft-Sharepoint-Portal konzentriert.

Das gute Zusammenspiel mit anderen Microsoft-Produkten gibt Microsoft in der Büroumgebung einen gewissen Heimvorteil. Die Microsofties wollen aber nicht bloß ihr Erbe verteidigen, sie wollen mehr. Woran die Ingenieure hart gearbeitet haben, ist die Sprachqualität beim Telefonieren. Klingt banal, ist aber wichtig, wenn man mit Software eine Telefonanlage mimen will – und das mit allen Schikanen. Der Kommunikationsspezialist Aastra etwa stellte bereits zum Marktstart von Lync zwei Telefonapparate vor, die einfach via USB an den PC angesteckt werden. „Wer sich für Lync entscheidet, kann über die Software kommunizieren oder wie gewohnt mit einem Telefon am Schreibtisch“, sagt Martin Schmiedt-Siebenhaar von Aastra Österreich.

Dass Microsoft diese Telefonie-Komponente bewusst ausspielt, ist als direkter Angriff auf Netzwerk-Ausrüster Cisco zu verstehen. Auch die bauen eifrig daran, alle möglichen Formen von Nachrichten und Bewegtbilder vom Internetbrowser zum iPad und wieder zurück zu bringen. Quad heißt die Cisco-Kommunikationsplattform, die aber erst im Frühjahr 2011 auch für europäische Kunden verfügbar sein wird.

Kommunikation zu vereinen und zu vereinfachen, probieren auch die großen Internet-Marken. Google stellte sein Projekt „Wave“ im Sommer 2010 vorerst wieder ein, und die frisch erwachten Kommunikations-Avancen von Facebook sind für Millionen Privatanwender eine Option, für die Firmenkommunikation vorerst aber sicher kein Thema.

– Barbara Mayerl

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