Digitaler Speicherplatz ist billig wie noch nie

Digitaler Speicherplatz ist billig wie noch nie

Digitaler Speicherplatz ist billig wie noch nie. Angst vor Diebstahl, Bequemlichkeit und niedrige Preise sind die Motive, warum sich immer mehr Verbraucher ein Schließfach für ihre digitalen Schätze anmieten.

Nach dem zweiten Einbruch binnen Jahresfrist reichte es Martin Leiner. Die Diebe hatten seine Gadgets abtransportiert, die Versicherung zahlte - den materiellen Schaden. Die externe Festplatte mit dem Fotoarchiv hatten die Eindringlinge wohl unter Zeitdruck nicht gefunden. Für Leiner war klar: Ein neues "Sicherheitskonzept“ muss her. Er mietete Speicherplatz im Internet an und legte dort eine Sicherheitskopie ab. Die 50 Euro pro Jahr zahlt er gern.

Was Fachleute heute mit dem sperrigen Begriff Storage as a Service (Speicherplatz als Dienstleistung) oder Online-Back-up bezeichnen, ist nichts anderes als der Trend zu digitalen Schließfächern. Diesen Teilmarkt des Cloud-Computing-Marktes lässt sich kaum ein Hersteller entgehen, schließlich rechnen die Marktforscher mit einer Versechsfachung der Umsätze bis 2016 auf 170 Millionen Euro.

Der Preisverfall bei Speichertechnologien hat ein Segment eröffnet, um das sich Dutzende etablierte Anbieter und Start-ups prügeln. Auch die heimischen Provider bieten das als Dienstleistung an bzw. denken darüber nach. Sie müssen allerdings zusehen, dass sie mit der internationalen Konkurrenz mithalten können, die sich seit einem Jahr mit extremen Nachlässen bekämpft - die Preise haben sich teilweise halbiert.

Was gilt es beim Digital-Tresor zu beachten? Bevor das digitale Schließfach befüllt wird, empfiehlt sich das Ausmisten der lokalen Festplatte. Über die Zeit sammelt sich viel digitaler Mist an. Die Anbieter locken häufig mit Gratisangeboten . Wer mit zwei bis sieben Gigabyte Speicherplatz auskommt oder sein Material auf mehrere Dienstleister verteilt, zahlt nichts. Weit kommt der Durchschnittsanwender damit nicht, vor allem wenn er Filme archivieren will.

Bei den kostenpflichtigen Angeboten sind die Preisunterschiede gewaltig. So kann ein Speicherplatz für 100 Gigabyte zwischen 40 und 400 Euro pro Jahr kosten. Die Formel: Je mehr Daten eingelagert werden und je länger sich der Kunde bindet, umso günstiger wird es.

Derartige Preisunterschiede sind natürlich auch mit einem gewissen Bedienkomfort und Zusatzfunktionen gerechtfertigt. So findet der Nutzer bei manchen Dienstleistern eben nicht nur das nackte Schließfach vor, bei anderen eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche bis hin zu Apps für mobile Geräte, damit die Daten schnell und direkt überspielt werden können.

Wer den Digital-Tresor auch als Gruppen-Archiv - etwa im Familien- oder Kleinfirmenverbund - nutzt, sollte auf Teamarbeitsfunktionen achten. Man kann Bilder bestimmten Personen zugänglich machen oder gar gemeinsam an Dokumenten arbeiten.

Die Wahl des Anbieters hängt nicht zuletzt vom verwendeten Betriebssystem ab. Für Apple-Nutzer ist die iCloud der naheliegendste Speicherplatz, für Microsoft-Kunden ist die Kombination mit dem SkyDrive wohl erste Wahl, weil es sich mit anderen MS-Produkten wie Office oder Sharepoint optimal kombinieren lässt. In der Regel unterstützen alle Anbieter auch die gängigsten Betriebssysteme, und meist gibt es sogar Apps für den Schnellzugriff.

Wem man seinen digitalen Schatz anvertraut, sollte nicht zuletzt eine Frage der Sicherheitsvorkehrungen sein. Wer kein gutes Gefühl dabei hat, wenn seine Daten bei einem US-Anbieter liegen, sollte auf Anbieter mit österreichischen oder EU-Standorten ausweichen.

Speichern können hier nicht nur Private. Alle großen Anbieter haben Pro-Versionen bzw. Firmenangebote für Speicher- oder Back-up-Dienstleistungen im Angebot. Vorreiter ist hier wieder der Internetkonzern Amazon, der mit einem neuartigen Dienst (Amazon Glacier) die Datensicherung für Firmen zu Dumpingpreisen anbietet. Einzige Bedingung: Der Datenaustausch findet nur zu bestimmten Zeiten statt. Ein genialer Schachzug, um die Infrastruktur in auslastungsschwachen Zeiten an den Mann zu bringen.

So oder so, eines brauchen die Anwender für den Gang zum digitalen Tresor in jedem Fall: eine breitbandige Internetanbindung, um den Datentransfer in halbwegs annehmbarem Tempo abzuwickeln. Anbieter Mozy löst das Problem so, dass er die Daten via Kurier direkt beim Kunden abholt und die Erstsicherung für den Kunden übernimmt. Der muss dann nur mehr die neu hinzugekommenen Dokumente via Internet "nachsenden“.

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