Die digitale Dunkelkammer: Praktische Tipps für ihr Fotoarchiv

Die ersten Sommerurlauber sind zurück, mit vielen Megabyte digitaler Souvenirs. Die Bilder landen auf Kaffeetassen, Fotobüchern oder öffentlichen Web-Alben. Praktische Tipps für das Fotoarchiv.

Es ist das Paradoxon der Digitalfotografie. Unser Bilduniversum dehnt sich exponenziell aus, zu sehen bekommen wir aber nur mehr kleine Ausschnitte davon. „Mengenmäßig arbeiten wir heute ein Zehntel der Bilder aus, die wir zu Analog-Zeiten hatten“, sagt Thomas Drack vom größten heimischen Fotolabor Color Drack. Er muss es wissen, schließlich geht ein Großteil der heimischen Aufträge durch seine Maschinen. Drack arbeitet für Ketten wie Hartlauer, Niedermeyer und zahlreiche Fotostudios. Während der klassische Printabzug rückläufig ist, steigt die Nachfrage nach Sonderformaten an.

Der Nachfolger des Fotoalbums heißt Fotobuch, hier klebt und bindet das Labor. Als der Boom vor fünf Jahren losging, produzierte Drack „ein paar Fotobücher pro Tag“. Für heuer erwartet er eine Jahresproduktion von bis zu 200.000 Stück.

Selbst in der kurzen Zeitspanne ändern sich die Geschmäcker. „Digital gedruckte Fotobücher stagnieren, die mit echtem Fotopapier steigen“, sagt er. Mehr Brillanz und schönere Optik ist den Kunden die paar zusätzlichen Euros wert. Der letzte Schrei sind Fototaschenbücher, wo 10x15-cm-Abzüge zu einem Kleinformat gebunden werden. Robert Hartlauer hat sich für die Urlaubsrückkehrer etwas Besonderes einfallen lassen. Er bietet demnächst einen Dienst für diejenigen an, die zu faul oder zu gestresst sind, ihr Fotobuch mit der Software selbst zusammenzustellen. „Um 19,90 Euro arrangiert unser Grafiker die Bilder im Buch. Nach bestem Wissen und Gewissen“, so der Händler aus Steyr.

Die Labors sind kreativ geworden, was das Foto-Finishing betrifft. Tassen, T-Shirts, Mousepads und Cargo-Taschen waren gestern, heute werden Regenschirme, Golfbälle, Baby-Lätzchen und großformatige Leinwände bedruckt. Die Vorgangsweise ist überall dieselbe. Der Kunde lädt sein Foto auf der Website des Anbieters hoch und bekommt seine Ausdrucke postalisch zugestellt oder kann sie sich in Filialen selbst abholen und so Porto sparen. Den Aufwand, zu vergleichen, wer gerade den Abzug um 1 Cent billiger anbietet, tun sich nur mehr leidenschaftliche Cent-Fuchser an. Es zahlt sich nur aus, wenn wirklich große Mengen bestellt werden.

Die meisten Nutzer suchen sich einen Anbieter ihres Vertrauens und bleiben diesem dann treu. Selbst auf die Testergebnisse von Verbraucherschutzorganisationen und Fotoprofis ist nur kurzzeitig Verlass. Da reicht eine schlecht eingestellte Maschine oder Software, um vom Hochgelobten zum schwer Kritisierten zu werden. So erging es beispielsweise dem Internet-Anbieter foto.com beim letzten Großtest des deutschen Heise-Verlags.

Wer weniger ausarbeitet, achtet eher auf die Qualität denn auf den Preis. Das bestätigt auch Gerhard Hinterleitner vom Wiener Cyberlab. Mit den Billigstpreisen kann und will er als Kleinlabor gar nicht konkurrieren. Dafür profitieren hier auch die Privaten vom professionellen Know-how. Hinterleitner: „Bei uns gibt es nicht nur Autokorrektur, sondern auch das volle Farbmanagement.“ Auf diesen kleinen, aber feinen Unterschied legen vor allem die Hobbyfotografen viel Wert, die ihre Bilder selbst mit Photoshop bearbeitet haben, bevor sie sie im Cyberlab ausarbeiten lassen.

Dass Fotobuch nicht gleich Fotobuch ist, demonstriert das US-Start-up Blurb. Mit einer simplen Editiersoftware stellen sich die Kunden ihren ganz persönlichen Prachtbildband zusammen. In der angeschlossenen Blurb-Community lässt man das eigene Coffee-Table-Book von anderen bewerten. Die Amerikaner wissen offenbar, wie man die schönsten Momente geschäftstüchtig inszeniert.

– Barbara Mayerl

Das Gros der Kunden bucht seinen Sommerurlaub in den Monaten Jänner bis März. Der Rest bucht in letzter Minute.
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