Die großen 4: Brutaler Kampf
um den Cyberspace

Diese Summe ist auch für EU-Finanzminister nicht auf Anhieb greifbar. Unfassbare 750 Milliarden Dollar wird der gemeinsame Börsenwert von Google, Amazon, Apple und Facebook betragen, falls der Social-Web-Pionier nach seinem geplanten Börsengang einen Wert 100 Milliarden Dollar erreichen sollte. Das ist ­exakt jene Summe, die von den EU-Staaten für den Euro-Rettungsschirm bereitgestellt wurde. Kein Wunder, dass vorsichtige Investoren längst von der nächsten Blase sprechen. Und die Summen, die im Kampf um die Weltherrschaft von den vier wichtigsten Kon­zernen im Cyber-Business eingesetzt werden, stellen jene bei der Immobilien­blase bei weitem in den Schatten.

Kampf um die Weltherrschaft

Schon vergleichen US-Medien den Fight mit den Duellen der US-Eisenbahngesellschaften vor 150 Jahren oder John D. Rockefellers Standard-Oil-­Monopol Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie damals rüsten die wichtigsten Konzerne der Welt zum Showdown.

Apple beherrscht mit ­iPhone, iPad und den dazugehörigen Apps die Welt des mobilen Internets, Produkte, von denen Facebook nur träumen kann. Gigantische 108,2 Milliarden Dollar hat der Technologiekonzern 2011 umgesetzt, als Gewinn konnte Neo-Chef Tim Cook satte 25,9 Milliarden Dollar verbuchen. 360 Milliarden Dollar beträgt Apples Börsenwert; das ist das Zehnfache des Werts der Deutschen Bank. Praller gefüllt ist keine andere Kriegskasse. Apples derzeit einziges Problem: Durch den Tod von Steve Jobs fehlt das Mastermind mit der Siegerstrategie.

Faktor Amazon

Amazon, der größte Onlineshop der Welt, konnte im Vorjahr 48 Milliarden Dollar umsetzen. Jeff Bezos hat mit ­totaler Verfügbarkeit und ­aggressiver Preispolitik den Versandmarkt international aufgemischt und Größen wie MediaMarkt in Deutschland und Österreich gehörig unter Druck gesetzt. Mit dem E-Book-Reader Kindle Fire greift Amazon das Apple-iPad frontal an. Bezos’ Problem: Mit 1,2 Milliarden Dollar fiel der Gewinn 2011 bescheiden aus, mit über 56.000 Mitarbeitern kann von schlanken Strukturen nicht die Rede sein.

Faktor Google

Google beherrscht mit einer Milliarde Seitenanfragen pro Tag den Zugang zum World Wide Web und hat vor allem mit Onlinewerbung im Vorjahr 37,9 Milliarden Dollar umgesetzt – das 10fache der Facebook-Erlöse. Der Gewinn wuchs 2011 deutlich auf 9,7 Milliarden Dollar. Mit dem Betriebssystem Android mischt Google jetzt auch den Handymarkt auf. Mit dem Social Web Google+ dringt der Konzern aus Mountain View spät, aber doch in die Domäne von Facebook ein. Im Gegenzug arbeitet Facebook derzeit fieberhaft ebenfalls an einer Such-Applikation. Denn noch bieten die Suchanfragen das beste Raster für die Werbeindus­trie. Google-Boss Larry Page hat zwar im Moment das Problem, dass ihm von der Konkurrenz die besten Leute mit Millionengagen abgekeilt werden, vor allem von Facebook. Trotzdem: Es ist für Google wesentlich aussichtsreicher, in das Hoheitsgebiet von Facebook einzudringen als umgekehrt. Strategisch ist Google deutlich besser aufgestellt, zumal Facebook noch keine Werbung für mobile Internet-User anbieten kann.

'Leichtgewicht' Facebook

Facebook ist mit 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und rund einer Milliarde Gewinn im Vergleich zu den Konkurrenten ein Leichtgewicht. Der erfolgreiche Börsengang ist für Gründer Mark Zuckerberg daher überlebenswichtig, denn nur frisches Anlegerkapital kann die virtuelle Heimat von weltweit 845 Millionen Nutzern fit für den Showdown machen. Auch die Bewertung von Facebook mit potenziell 100 Milliarden Dollar scheint mehr als optimistisch. Sowohl Google als auch Apple kommen derzeit auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 20. Bei Anwendung dieses Maßstabes würde sich Face­book bei einem Börsenwert von zirka 20 Milliarden einpendeln. Was wohl eher das wahre Kräfteverhältnis widerspiegelt.

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