Der Sportwellenreiter: Das österreichische Portal Laola1.at surft auf der Erfolgswelle

Wie aus einem Nischenplayer das größte Sportportal des Landes wurde: Laola1.at macht Sportberichterstattung für Online-TV und das Handy.

Im Bild: Rainer Geier (l.) und Karl Wieseneder vor der Blueboxwand

In den geraden Kalenderjahren hat Karl Wieseneder richtig Stress. „Da treffen Olympische Spiele und Fußball-Großevents zusammen. Das bedeutet viel Arbeit“, erzählt der Chef der Sportsman Media Holding. Wieseneder kennt außerhalb der nationalen und internationalen Fußballszene kaum jemand, seine Marke Laola1.at kennt jeder Sportbegeisterte.

Auf Platz 13 im Website-Ranking
Laola1.at gehört mit 648.000 Einzelbesuchern (Unique Clients) im Monat zu den meistbesuchten Websites des Landes – aktuell Platz 13. Dort dreht sich vieles um Fußball, aber nicht alles. Das Online-Menü erstreckt sich von der UEFA Champions League bis hin zu Randsportarten wie Segeln. Es gibt Liveübertragungen, Ticker und Hintergrundberichte. Gesendet und empfangen wird das Bildmaterial über einen stattlichen Park an Satellitenschüsseln. Das ist auch das Einzige, was das Firmenhauptquartier von anderen Industriezweckbauten im 22. Wiener Gemeindebezirk äußerlich unterschiedet. Spektakulär wird es im Inneren des ­Gebäudes, wo Redakteure in Feng-Shui-Büros, an Schnittplätzen und Ministudios mit der Aufbereitung der Bilder beschäftigt sind. Eine Bluebox steht für Sondersendungen parat, Bildschirme sind omnipräsent. In der Moderationskabine wurden schon einmal die Spiele von Red Bull Salzburg auf Japanisch kommentiert, damals, als zwei Japaner in Diensten der Mozartstädter standen. Für die Aufbe­reitung der Inhalte wird hoher Aufwand ­betrieben. Aus gutem Grund: Schließlich wird der Content an große Kunden verkauft wie die heimischen Telekom-Pro­vider, Firmen wie Red Bull, Servus TV, bwin, private Fernsehstationen, Online­medien oder Websites von Sportver­bänden.

Zweifache Krise überstanden
Von so vielen Kunden konnte Wieseneder zum Start 2001 noch nicht einmal träumen. Dafür hatte er einen potenten Auftraggeber. Die Münchner Kirch-Gruppe beauftragte den ehemaligen Bundesliga-Marketingmanager mit dem Aufbau eines österreichischen Sportportals nach Vorbild von sport1.de.
Kaum auf Kurs gebracht, platzte die ­Internetblase von 2001, und „damals erklärten viele das Internet bereits für tot“, erinnert er sich. „Dass man damit Geld machen kann, glaubte niemand. Die meis­ten tippten sich an die Stirn.“ Seine wichtigste Lehre aus der Krise war die „Erkenntnis, dass man mit Werbung allein im Netz nicht überleben kann“. Eine aus heutiger Sicht fast visionäre Erkenntnis – außer man heißt Google. „Wir haben einen vernünftigen Businessplan gemacht und sind wie klassische Kaufleute einer organischen und gesunden Step-by-Step-Wachstumspolitik gefolgt.“ Innovation und Qualität wurden als die Erfolg versprechenden Faktoren festgeschrieben. 2002 folgte die nächste Krise, die Kirch-Pleite. „Da wir schon damals auf Dienstleistungen und enge Partnerschaften etwa mit Wettanbietern gesetzt hatten, ging auch die an uns vorüber“, sekundiert Geschäftsführer Rainer Geier von Laola1.at.

Mobiler Content und TV
Nicht nur das Internet, sondern auch mobile Dienste und eine TV-Plattform machten das Geschäftsmodell tragfähig, das damals noch unter der Marke sport1.at lief. Der Erfolg in Österreich führte 2006 sogar dazu, dass man den Österreichern das Management des deutschen Portals sport1.de anbot. Dieses Angebot schlug Wieseneder aus und führte mit Thomas Krohne einen Management- Buyout durch: die Sportsman Media Holding übernahm die Marke sport1.at. 2008 wurde sie zugunsten von Laola1.at aufgegeben. Das Kerngeschäft der Sportsman Media Holding dreht sich um fünf Bereiche: Sportrechte, Sportmarketing, mobile Services (wie Info-SMS oder Handy-TV), Sportwebsites und Sportproduktionen. Neben der Laola1.at-Markenwelt gibt es die Produktionsfirma Unas, die 17.000 Livestreams pro Jahr für Laola1.tv und andere Kunden wie Wettanbieter produziert. Die Schwesterfirma Duodomi stattet VIP-Räume in Sportstadien aus. Über eine Niederlassung in Dubai wird nun seit kurzem auch die Medienszene im Nahen Osten mit Content versorgt. Wenn Werder Bremen in den Emiraten Testspiele macht, ist Laola1.tv dabei. In Summe setzt die Holding 30 Millionen Euro im Jahr um.

Der Ball rollt und fliegt überall
Nicht nur die Spiele der österreichischen Bundesliga sind auf Laola1.at zu sehen, sondern auch die spanische Primera División wird – exklusiv für Deutschland und Österreich – live im Netz gezeigt. Das Internetangebot reicht vom Quotenbringer Fußball über Eishockey und Volleyball bis zum Behindertensport. „Diese Breite ist unser großes Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmal“, erklärt Wieseneder. „Wir erfüllen hier einen öffentlichen Auftrag, und das fernab jeder politischen Einmischung“, meint der Geschäftsführer augenzwinkernd in Richtung ORF. Die Idee, abseits des Sportrechtehandels ein funktionierendes Consumer-Geschäft aufzubauen, lässt Wieseneder aber nicht los: „Im Internet entwickelt sich zurzeit ein Hybridmodell. Es wird immer Gratisinhalte geben, doch für Premiumqualität wird gezahlt werden. Die Kunden sind bereit.“ In Deutschland sind sie das tatsächlich. Vereine wie der HSV bieten ihren Fans einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Klubs, für ein Jahresabo zu 36 Euro. Premiumfußball erzieht offenbar Premiumfans, die für Premiuminhalt dann auch gern zahlen.

Gregor Kucera

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