Der Preis des Sommers: Handy und Internet können im Ausland zur Kostenfalle werden

Ferienzeit ist Roamingzeit: Telefonieren und Internetsurfen sind im Ausland teilweise empfindlich teurer. Die wichtigsten Roaming-Pakete und Tipps und Tricks im Überblick.

Sie haben heftigst lobbyiert in Brüssel, die europäischen Mobilfunker, genützt hat es nichts. Niedrige Tarife gehen der zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding über alles, jedenfalls über die in den Raum gestellten dramatischen Umsatzeinbußen. Zum 1. Juli hat sie wieder einmal Tatsachen geschaffen (siehe Welche Tarife ab 1. Juli im EU-Ausland gelten ) und die Preise für Telefonate und Datenversand im EU-Ausland gehörig nach unten gedrückt. Kurios, aber die SMS aus dem Ausland ist jetzt billiger als so manche im Inland versandte.

Sommerliche Roa­ming-Pakete
Diese Euro-Tarife gelten allerdings nur in den 27 EU-Ländern, in den beliebten Urlaubsregionen Kroatien oder der Türkei selbstverständlich nicht. Wer ins EU-Ausland fährt, kann als Kunde nun mit 51,6 (aktiv: Anruf nach Österreich) bzw. 22,8 Cent (passiv: Anruf aus Österreich) pro Minute relativ günstig telefonieren. Dazu haben die Netzbetreiber aber auch heuer wieder einen Packen an sommerlichen Roa­ming-Paketen (Webtipp für den Tarifvergleich: www.tarifagent.com ) geschnürt, die noch billigere Minutenpreise versprechen. Sie sollten gut ausgesucht und auf das individuelle Telefonieverhalten abgestimmt sein.

Einmal-Lösung oder Dauervertrag
Denn unter den Roaming-Paketen gibt es sogenannte Einmal-Pakete, die nach Verbrauch des gekauften Minutenkontingents automatisch auslaufen, aber auch welche, die wieder aktiv abgemeldet werden müssen, etwa bei A1 oder Orange. T-Mobile und tele.ring unterbieten mit ihrem Holiday-Europa-Tarif zwar die EU-Grenzen und verlangen für den Gesprächsempfang keinen Minutenpreis. Allerdings werden Einmalgebühren eingehoben: bei abgehenden Telefonaten 90 Cent pro Call, bei ankommenden Gesprächen nach 30 Minuten noch einmal 90 Cent. Hier spart also, wer seltener, dafür aber länger spricht. Diese Einmalgebühr wird auch beim A1-Easy-Traveler-Tarif fällig.

Wirklich günstig nur übers Partner-Netz
Weiters gilt es zu beachten, dass die günstigen Tarife der Roaming-Pakete oft auch an die Bedingung geknüpft sind, dass sich der Kunde im Ausland in das Netz eines „bevorzugten“ Partners einwählt. Eine interessante Fußnote sind zudem die Abrechnungsintervalle: Anders als beim Euro-Standardtarif werden die Roaming-Pakete oft in ganzen Minuten abgerechnet (60/60). Wer die erste Minute kurz überschritten hat, zahlt die zweite voll. Juristisch ist das genauso korrekt wie ein SMS-Preis von 25 Cent, denn diese Roaming-Pakete sind Sondervereinbarungen, die nicht von der EU-Regulierung betroffen sind. Dafür sind aber oft auch Nicht-EU-Länder wie Kroatien oder Norwegen im Tarifpaket mit dabei.

Heißes Thema Daten-Roaming
Trotz Tarifdeckelung empfiehlt sich ein schonender Einsatz von Smartphones und Notebooks. Allein bei 3 kann das Surfen – zumindest in den Schwesternetzen wie in England oder Italien – vorbehaltlos empfohlen werden, weil es nichts kostet. Im Zweifelsfall sollten Kunden lieber den nächsten Hotspot aufsuchen oder zu sogenannten Tagespässen der lokalen Netzbetreiber oder Hotels greifen. Wer im Ausland günstig kommunizieren will, wird auch diesen Sommer nicht umhinkommen, die Tarifrecherche auf den Mobilfunker-Portalen oder bei unabhängigen Dienstleistern wie TarifAgent als Teil der Reisevorbereitung zu betrachten.

Von Barbara Mayerl

Das Gros der Kunden bucht seinen Sommerurlaub in den Monaten Jänner bis März. Der Rest bucht in letzter Minute.
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