Das TV-Match: UPC und Telekom kämpfen mit neuen TV-Applikationen um Marktanteile

Der Kampf um die Fernbedienung ist hart wie nie: Die Telekom will Marktführer bei digitalem Kabel-TV werden, UPC startet Video On Demand, und Astra verspricht ein Dutzend HDTV-Sender.

Es weht ein rauer Wind am ­heimischen TV-Markt: Alte und neue Kabel-TV-Betreiber schlagen einander Super-Kombi-Angebote um die Ohren. Und: Wenn alles nicht hilft, wird schon mal der Kadi oder der oberste Regulator zu Hilfe gerufen. Letzteres führt manchmal zu konsumentenfeindlichen Kollateralschäden: So musste die Telekom Austria nach einer Intervention von UPC nicht nur klarstellen, dass zum Empfang ihres aonTV „um 4,90 Euro“ auch eine Festnetz­gebühr von 15,98 Euro anfällt. Die Telekom wurde verdonnert, ihre Preise zu erhöhen: Die aonSuperKombi aus TV, Festnetz, Handy und Internet kostete dann nicht mehr 24,90 Euro, sondern musste auf 29,90 Euro angehoben werden. Neuerdings hat die Telekom den Preis auf 39,90 Euro erhöht.

Karten werden gerade neu gemischt  
Zuvor war es einigermaßen rundgegangen. In der Zange zwischen digitalem Sat-TV, Massenflucht aus dem Festnetz und Dumpingangeboten bei mobilem Internet war der Telekom-Marktführer im Herbst 2007 in die Offensive gegangen. Die TA-Kombiangebote aus Festnetz, Handy und Internet (mit und ohne aonTV) sorgten für kollektive Schweißausbrüche in der Branche und eine merkliche Verschiebung von Marktanteilen. Telekom-General Hannes Ametsreiter im FORMAT-Interview: „Wir haben es mit Kombi-Paket und aonTV geschafft, sehr viele Kunden zu überzeugen. Das hat dazu geführt, dass wir zum ersten Mal nach zwölf Jahren wieder ein Kundenwachstum im Festnetz hatten.“ Inzwischen hat sich die Werbeaktivität für aonTV im wahrsten Sinn des Wortes auf die Straße verlegt. Bis Anfang Juni tourte der aonTV-Truck auf einer Roadshow durch 30 Bezirksstädte und machte reichlich Beute.

High-Speed dank Glasfasern
Ametsreiter: „Wir wachsen derzeit mit 1.000 Teilnehmern pro Woche.“ Der Telekom-Chef und Neo-Kabel-TV-Betreiber, der momentan bei 75.000 aonTV-Kunden hält, ist zuversichtlich, noch heuer die 100.000er-Marke zu erreichen. Ehrgeiziges Fernziel der TA: „die Marktführerschaft bei digitalem Kabel-TV“ . Zu diesem Zweck will die Telekom ihr Festnetz mittels Glasfaser zu einem High-Speed-Netz ausbauen und ihr Video-On-Demand-Angebot auf „weit mehr als 1.000 Titel“ erhöhen. Die Vision von Ametsreiter ist nicht weniger als die ­Komplettversorgung der Konsumenten: „aonTV ist ein kleiner, aber strategisch ­äußerst wichtiger Bereich, den wir weiterentwickeln werden. Warum? Weil wir ­daran glauben, dass wir hier eine Medien-Leitung in die Haushalte haben, über die verschiedenste Medien und auch Content verbunden werden.“

Das Kabel-Imperium schlägt zurück  
UPC CEO Thomas Hintze, der die TA noch immer der „Quersubventionierung“ von aonTV verdächtigt (siehe rechts), belässt es nicht bei medialem Donnergrollen. Am Montag, dem 8. Juni, startet der heimische Kabel-TV-Platzhirsch (550.000 Kunden) mit echtem Video On Demand, einer technischen Lösung, die bisher dem IPTV-Anbieter aonTV vorbehalten war. 200 Filme, davon 20 brandneue sowie 80 Erotik-Titel, sollen künftig durch Druck auf die Fernbedienung sofort abrufbar sein. 24 Stunden lang bleiben die bestellten Filme im Zwischenspeicher und können beliebig oft angesehen werden. Neben Bezahlfilmen (2,40 bis 5 Euro) hat UPC auch den strategisch interessanten Punkt „Gratis“ im Video-On-Demand-Menü.

Astra baut HDTV-Angebot aus
Lachender Dritter im Kabel-TV-Fight ist momentan der Sat-TV-Anbieter Astra, der zuletzt seine Marktführerschaft noch kräftig ausbauen konnte. Trotz des Sat-Goodies „Gratis-Empfang“ rüstet man dort speziell bei HDTV auf. Astra-Deutschland-­Geschäftsführer Wolfgang Elsäßer zu FORMAT: „2010 werden wir bereits mehr als ein Dutzend deutschsprachige hochauflösende Sender genießen können.“

Von Rainer Grünwald

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