Das iPhone 5 und seine natürlichen Feinde

Das neue Apple-Smartphone im FORMAT-Test. Was es kann und was die Konkurrenz gleich gut macht - oder schon besser.

Das iPhone 5 und seine natürlichen Feinde

Seattle, am 21. September. In der Tiefgarage, die zum Hintereingang einer AT&T-Filiale führt, hat keiner übernachtet. Eine Stunde vor Ladenöffnung stehen beim Mobilfunker 25 Leute in der Schlange. Kurz vor acht Uhr geht es dann flott. Eine Mitarbeiterin notiert die Bestellungen, eine Kollegin bestätigt die Verfügbarkeit mittels Aufkleber, ein dritter Verkäufer verteilt Wasserflaschen, ein vierter fragt, ob man zu seinem Lieblingsverkäufer möchte, beim fünften wird bezahlt. Nummer sechs und sieben öffnen die Ausgangstüre - das Geschäft ist erledigt. Mit dem neuen iPhone in der Tasche stehe ich im Nieselregen. Mein erstes Testwochenende mit dem 5er kann beginnen (siehe Test ).

Das einst als Jesus-Telefon bezeichnete iPhone hat in seiner sechsten Auflage ein wenig an Glanz verloren. Bei der Präsentation Mitte September blieb der gewohnte Wow-Effekt aus. Am ersten Wochenende wurden fünf Millionen Geräte verkauft. Mehr als beim letzten Mal, aber deutlich weniger als die Börsianer erwartet hatten.

Mehr Spaß im Querformat

Apple hat nachgebessert, teilweise gut nachgebessert: Schlanker und angenehm leicht liegt es in der Hand. Der Bildschirm ist einen halben Zoll größer als beim Vorgänger und hat ein neues Seitenverhältnis: 16:9 (statt 3:2). Zusammen mit dem neuen Betriebssystem iOS 6 bringt das mehr Informationen auf das Display. Das neue "Querformat“ macht nicht nur den wöchentlichen Kalender und Twitter-Feeds übersichtlicher, sondern auch mehr Spaß beim Filmeschauen oder Spielen.

Noch gibt es erst ein paar Dutzend für das 5er optimierte Apps. Doch das wird sich in den kommenden Wochen schlagartig ändern. Das 5er ist schneller als der Vorgänger, die stärkere Prozessorleistung macht sich bei allen Anwendungen angenehm bemerkbar. Den größten Eindruck aber hinterlässt die Kamera, die doppelt so schnell auslöst, besser mit schlechten Lichtverhältnissen zurechtkommt und sensationelle Panorama-Bilder ermöglicht. Nach einem Schwenk stückelt die Software die Bilder zu einem perfekten Poster zusammen. Der LTE-Funk schickt die Bilder direkt vom iPhone 5 weg - sie sind schneller in der Redaktion als mit WLAN in der Wohnung. Österreichische iPhone-Besitzer werden das aber frühestens 2013 erleben können. LTE in Österreich funkt auf einer anderen Frequenz.

Ausgeschlafene Konkurrenz

Der Apple-Mitbewerb hat dieses Mal pro-aktiv reagiert. Nokia präsentierte seine Flaggschiffe Lumia 920 und 820 ein paar Tage vor Apple. Sie laufen auf dem schon im Vorfeld hochgelobten Windows-Phone-8-Betriebssystem und kommen im November. Das Kartenmaterial stammt von Nokia und ist bekannterweise gut - aktuell ein wunder Punkt bei Apple, die Google Maps rausgeworfen haben und zurzeit mit dem hauseigenen, fehlerhaften Produkt die Kunden verärgern.

In einer komfortablen Situation ist Samsung. Die Koreaner konnten sich zum iPhone-5-Verkaufsstart mit medialen Breitseiten begnügen. Sie schalteten großformatige Anzeigen in den US-Medien und stellten den Funktionsumfang von S III und iPhone 5 gegenüber. Die Botschaft: "Das nächste große Ding ist schon da.“ Die Koreaner unterstützen mit ihrem S III mehr Frequenzbänder als Apple - auch in Österreich.

Für Verbraucher, die sich nicht per se ans Apple-Universum binden wollen, ist die Auswahl an Premium-Geräten noch nie größer gewesen. Alle Hersteller, die das Google-Betriebssystem Android verwenden, haben gleichwertige, in manchen Bereichen sogar deutlich bessere Geräte vorgestellt: Sony das Xperia ion (siehe Test ) oder HTC sein One XL. Die Bildschirme sind größer, die Prozessoren genauso gut und die Zusatzangebote - etwa der kostenlose Cloud-Speicherplatz - üppiger bemessen als bei Apple. Dazu ist die Konkurrenz meist um 150 bis 200 Euro billiger als Apple.

Die Entscheidung für oder gegen ein Smartphone ist heute eine über das Betriebssystem. Da hat Google derzeit die Argumente auf seiner Seite. Eine Million Smartphones und Tablets mit Android werden aktiviert - täglich.

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