Comeback des Fotoalbums

Der Urlaub ist vorbei, die Fotospeicherkarten voll. Was tun? „Echte“ Fotos auf Papier sind im Digital-Zeitalter beliebt wie nie zuvor. Und das gute alte Fotoalbum ist als „Fotobuch“ zurückgekehrt – ohne lästiges Kleben. Preise und Anbieter im FORMAT-Check.

Comeback des Fotoalbums

Großkampftage im Fotolabor. Pünktlich mit Urlaubsende startet der Run auf Fotohändler, Labors, Elektromärkte, Drogerien und Online-Ausarbeiter. Auch wenn viele ihre Urlaubsbilder nur noch am Smartphone, Tablet, Notebook, TV oder via Beamer herzeigen – Fotos auf Papier haben ihre klaren Vorteile. Der Ausarbeitungsmarkt hat sich seit der digitalen Revolution um die Jahrtausendwende aber drastisch verändert.

Über 95 Prozent aller entwickelten Bilder kommen heute aus Digitalkameras, der klassische Fotofachhandel ist längst nicht mehr der einzige Anbieter für den Ausdruck. Ernst Strauss ist als Bundesinnungsmeister der Berufsfotografen Österreichs auch für die Fotolabors zuständig: „Der Fachhandel bestreitet immer noch an die 50 Prozent Anteil am Ausarbeitungsgeschäft, den Rest teilen sich bereits Elektromärkte, Drogerieketten und Online-Ausarbeiter. Offizielle Zahlen dazu gibt es keine.“

Interessanterweise ist nicht mehr das einzelne Foto auf Papier der große Hit. Hoffnungsprodukt der Branche – die in den letzten Jahren sukzessive geschrumpft ist – ist das Fotobuch. Strauss: „Das Fotobuch macht 70 Prozent des klassischen Ausarbeitungsvolumens aus.“ Und: Das Geschäft mit Fotobüchern wächst noch immer. Zweiter wichtiger Trend sind die Fotostationen in den Geschäften, an denen sich die Kunden direkt von Smartphone, Kamera oder USB-Stick die Ausdrucke ziehen können. Die sind zwar deutlich teurer, aber eben sofort da. Diese Prints werden auf Tinten- oder Thermosublimations-Basis erstellt und kosten zwischen 32 und 39 Cent (10 x 15 cm). Zum Vergleich: Der aktuelle Bestpreis bei Online-Ausarbeitung im Labor liegt bei 5 Cent (siehe Tabelle ).

Bieter-Wettstreit

Im Kampf um Urlaubsheimkehrer überbieten sich die Ausarbeiter derzeit wieder mit Aktionen. Wie beim Fotobuch werden die Bilder von der PC-Festplatte direkt zum Fotolabor hochgeladen. Zwei bis fünf Werktage später kann man die auf klassischem Fotopapier ausbelichteten Bilder dann entweder in der nächstgelegenen Filiale abholen, oder man findet sie – bei reinen Versendern – in seinem Briefkasten wieder.

Aktueller Bestpreis-King im beliebten Standardformat Postkarte (10 x15 cm) ist Media Markt / Saturn, dicht gefolgt vom Freistädter Ausarbeiter Happy Foto (7 Cent) und Billa (8 Cent bei 150 Fotos). Allerdings empfiehlt sich – speziell bei Fotoaufträgen mit wenigen Bildern – ein Blick auf das Kleingedruckte. Manche Bestpreise gelten nur für Großbestellungen jenseits von 100 Fotos, und dann sind da noch Bearbeitungsgebühren von 1,95 Euro aufwärts zu kalkulieren. Holt man die Fotos nicht selbst im Shop ab, kommen noch Postversandspesen dazu.

Wer das Einkleben von Einzelfotos in ein Album satthat, greift heute zum Fotobuch. Das gibt es in allen möglichen Formaten und Qualitätsstufen. Das günstigste Fotobuch gibt es zurzeit bei Happy Foto: 20 Seiten im Taschenbuchformat kosten drei Euro. Je nach Größe, Seitenanzahl, Technik und Einband steigen die Preise. Fotobücher im gewohnten Albumformat (in etwa A4) gibt es ab 7,49 Euro über Hofer und Lidl, allerdings handelt es sich hier eher um ein Fotoheft mit Drahtbindung. Abgesehen von der Seitenanzahl und dem Herstellungsverfahren (Ausbelichtung auf echtem Fotopapier oder Druck), bestimmt vor allem der Einband den Fotobuch-Preis. Neben Hardcover und dem günstigeren Softcover kann man auch in edles Leinen oder Leder investieren.

Drei Big Player

Egal wo man seine Prints bestellt, letztlich landet der Auftrag meist in den gleichen Großlabors. Rund 40 Prozent des heimischen Ausarbeitungsgeschäfts wandern inzwischen ins Ausland. Das Oldenburger Großlabor CEWE gilt als europaweiter Platzhirsch. Die zwei anderen Big Player unter den Ausarbeitern sind Color Drack (Schwarzach, Salzburg) und Happy Foto (500.000 Kunden, Freistadt, OÖ). Erstaunlicherweise haben auch viele kleine Labors die digitale Revolution überstanden. Das Geheimnis von Cyberlab, Fotospeed oder Bildermacher lautet Spezialisierung, Qualität und/oder Geschwindigkeit.

Einen Vorzug haben Bilder auf Papier gegenüber elektronischen Files in jedem Fall: Papier ist ein relativ ausfallssicherer Datenträger – und übersteht nachweislich Jahrhunderte.

Übersicht: Vom Diskonter bis zum digitalen Edel-Greißler: Preise, Lieferzeiten, Bearbeitungsgebühren und Spezialitäten

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