Bürosoftware reloaded: Firmenversion von Microsoft Office 2010 rollt an

Microsoft Office 2010 kommt: In wenigen Tagen können Firmenkunden das neue Bürosoftware-Paket erwerben. Beta-Tester sind begeistert. Word, Excel und Co funktionieren jetzt auch über den Browser – als Web App.

Google kämpft an vielen Fronten, Microsoft auch. Vor vier Jahren kündigte der Suchmaschinen-Konzern an, ins Geschäft mit Bürosoftware einzusteigen. Google verdient mit Werbung. Microsoft an Lizenzen. Bürosoftware war die Cashcow von Bill Gates. Es gibt heute Google-Programme für Rechnen, Schreiben, Telefonieren und Teamwork,
mit denen Private oder Freiberufler ohne große Spezialwünsche
ganz gut über die Runden kommen können. Die angekündigten Premium-Versionen sind allerdings nie gekommen. Und Produkte wie Google Gears, die das Bearbeiten von Dokumenten auch offline hätten ermöglichen sollen, wurden praktisch eingestellt.

Keine Gratisrevolution im Netz
In der Zwischenzeit hat sich auch die Datenschutzfront für Google aufgetan. Nicht mehr alle Nutzer goutieren vorbehaltlos, dass Google eine Tiefenanalyse der bei ihm abgestellten Dokumente durchführt. Im Microsoft-Headquarter hat man sicher mit Genugtuung beobachtet, dass die Gratis-Revolution erst einmal nicht stattgefunden hat. Microsoft-Vorstand Steve Ballmer wurde denn auch nicht müde, den Paradigmenwechsel im Software-Geschäft zu beschwören, während die Entwickler-Armada im Hintergrund ihre Hausaufgaben machte.

Millionen Versuchskaninchen
Microsoft hat von der Konkurrenz gelernt. Seit ein paar Jahren vertraut man auch in Redmond auf die kollektive Kraft der Beta-Tester. Google-Nutzer sind ja von Natur aus Beta-Tester. Für die neue Microsoft- Bürosoftware, Office 2010, gab es so viele Versuchskaninchen wie noch nie: 7,5 Millionen haben mitgemacht und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Michael Bartz war einer davon. Als Leiter der Business Group Information Worker bei Micro­soft Österreich musste er wohl auch. Er erinnert sich an seinen ersten Eindruck von Office 2010: „Es ist reduzierter, im Sinne von aufgeräumt.“ Wenn die Welt komplexer wird, muss die Software intuitiver werden. Die Entwickler haben die veränderte Arbeitswelt im neuen Büro­paket abgebildet.

Ein Highlight: Outlook
Outlook lässt sich mit sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook und Twitter verbinden, und das Schreibprogramm Word eignet sich zum Editieren von Blogs. Selbst eingefleischte und versierte Excel-Benutzer werden sich wundern, dass Excel noch besser ist. Und PowerPoint ist endgültig keine Wissenschaft mehr: Mit neuen Animationsmöglichkeiten können selbst Laien Präsentationen bauen. Videos lassen sich einbetten und sogar einfach schneiden. Wer Informationsarbeitern heute Grenzen zieht, behindert sie in ihrer Produk­ti­vität: Teamwork ist keines, wenn es am falschen Internet-Browser endet. Die Microsoft-Ingenieure haben sich redlich bemüht, Team-, Landes- und Gerätebarrieren abzubauen. Marcus Izmir vom IT-Dienstleister mii GmbH gibt ein Beispiel: „Projektdokumente oder gar eine Live-Konferenz über ein SharePoint-2010-Projektportal auf Arbeitsplätze mit Office, Internet Explorer, Firefox oder Safari zu bringen, stellt mit diesem Entwicklungsschritt ­keine Herausforderung mehr dar.“

Excel & Co als Web Apps
„Sharen“, teilen, ist ein Wort, das Microsoft-Manager und Office-Benutzer gern und oft in den Mund nehmen. Mindestens so wichtig, wie Word oder Excel einst waren, ist heute der „SharePoint Server“, von der Funktionsweise nichts anderes als ein virtueller Raum, der sich Anwendern inner- oder ­außerhalb der Firma eröffnet. Hier können Dokumente bearbeitet und getauscht werden. Michael Bartz von Microsoft: „Ich klicke in einem Word-Dokument auf ­sharen, und daraus wird automatisch eine E-Mail generiert, die als Weblink sogar vom Handy aus geöffnet werden kann.“ An die Sicherheit wurde auch gedacht: „Wenn der Nutzer den Link geschlossen hat, ist das Dokument dann auch aus dem Browser verschwunden und für Dritte nicht mehr einsehbar“, erklärt er.

Ab 12. Mai erhältlich
Ab 12. Mai sind die neuen Versionen von Office und SharePoint für Firmen­kunden verfügbar. Besitzer von Volumen­lizenzen können bereits ab Dienstag downloaden, Private kommen im Juli dran. Preise für Europa gibt es offiziell noch nicht, in den USA kosten die Firmen­pakete zwischen 279 und 499 Dollar. Neu bei Office 2010 sind „Schlüssel“-Lizenzen. Hier erwirbt der Kunde Teilfunktionen, die er mittels Code freischaltet. So wird die Software nach Aufwand abgerechnet. Gebhard Augendopler von der Idomeneo AG wird von der mii GmbH schon so bedient: Office hat er normal lizenziert, die Serverdienste für den Dokumententausch zahlt er nach Bedarf. „Das ist für uns günstiger, als Server und Software selber zu betreiben.“ Microsoft hat nichts zu verschenken, aber neue, bedarfsgerechte Portionsgrößen.

Barbara Mayerl

Das Gros der Kunden bucht seinen Sommerurlaub in den Monaten Jänner bis März. Der Rest bucht in letzter Minute.
#urlaub #internet #reise
 

Internet

Urlaub in letzter Sekunde

Warum Apple 3,2 Milliarden Dollar für Kopfhörer ausgegeben hat, die man nicht braucht - und warum sich der Beats-Deal für den Konzern trotzdem lohnt.
#beats apple
 

Börse International

Warum Apple 3,2 Milliarden für den Beats-Deal zahlt

Das Auto soll mit Elektromotor ausgestattet werden und
#Google #Elektroauto
 

Innovation

Google baut selbstfahrende Autos ohne Lenkrad