Ausgezeichnete IT-Chefs

Ausgezeichnete IT-Chefs

Der Beitrag der IT zum Erfolg eines Unternehmens wird gern unterschätzt. FORMAT hat sich die Arbeit zweier prämierter IT-Chefs angesehen.

Der Mann isst erst einmal sein Joghurt - so genussvoll wie das sonst nur Bikini-Mädchen machen, die schlankmachende Milchprodukte bewerben. Anton Leitner verzeiht man das gern. Dass das Joghurt überhaupt am Tisch steht, ist schließlich sein Verdienst. Als IT-Chef der NÖM AG sorgt er dafür, dass die Logistik für 700.000 Liter Milch (täglich!) stimmt.

Isabella Mader hat ihre Produkte auch täglich vor Augen, zumindest indirekt. Vor einem Jahr war sie zur angeschlagenen Buchungsplattform NetHotels geholt worden, um gegen die Megaportale anzutreten. Sie setzte clever auf eine Marktnische und war damit in kürzester Zeit so erfolgreich, dass sie die Zukunft des Portals absichern konnte.

Mader und Leitner wurden vor wenigen Wochen von Confare und Ernst & Young unter die besten IT-Chefs des Landes gewählt. FORMAT hat mit ihnen über ihre Strategien gesprochen. So unterschiedlich die Branchen sind, so vergleichbar war die Ausgangslage ...

Prozesse als Lebensaufgabe

Als Leitner 2006 zur NÖM kam, traf er auf einen bunten Haufen von Systemen, die die Prozesse einer expandierenden Molkerei nicht abbilden konnten. Gefragt war eine komplette Neuausrichtung. Das hatte der Industrielle-Elektronik-Spezialist auf der TU als Assistent gelehrt und zehn Jahre weltweit als Cap-Gemini-Berater für Lebensmittelkonzerne umgesetzt, bevor er im Badener Industriegebiet landete.

Sein mehrfach ausgezeichnetes Meisterstück war die Umstellung auf SAP, die insgesamt drei Jahre dauerte. Damit stellen Leitner und sein Zwölf-Mann-Team sicher, dass 800 Produkte zeitgerecht entstehen und geliefert werden. Das beginnt bei der optimalen Routenplanung für das Einsammeln der Milch bei den Bauern und endet am Supermarkt-Regal. Leitner hat um den "extrem sensiblen Rohstoff“ ein Monitoring gebaut, dass den Bedarf der Handelsketten genauso errechnen kann wie die Erfolgswahrscheinlichkeit für ein neues Produkt.

In Leitners Büro hängt ein kleines Foto, das die Luftaufnahme einer Fabrik zeigt. Es ist das von NÖM gebaute Werk in Telford (UK). Er hat alles im Blick. "Wir steuern die Fabrik, komplett virtuell, von Baden aus.“ Die Rechner stehen in Baden, die Milch fließt in England.

Strategische Reise

Anfang 2012 hat Isabella Mader "wieder eingecheckt“. Mader hatte lange die Reservierungszentrale des Wien Tourismus betreut und sich danach als IT-Beraterin und Lehrende für IT-Strategie profiliert. Sanieren - hieß jetzt der Auftrag der Eigentümer der Buchungsplattform NetHotels.

Mader nutzte die Gunst der Stunde klug. "Die internationalen Buchungsplattformen hatten zu dem Zeitpunkt über Nacht die Kommissionen von zwölf auf 15 bis 30 Prozent erhöht“, erzählt sie. Sie startete einen Befreiungsschlag für Provisions-geknebelte Vermieter - mit FairnessTravel.com. Hier zahlen Hoteliers garantiert nur zehn Prozent Kommission. 103 Tourismusverbände im deutschsprachigen Raum hat sie bislang überzeugt. Da sie in der Restrukturierungsphase über keine üppigen Marketingbudgets verfügen konnte, setzte sie die kostenlosen sozialen Werkzeuge wie Facebook, Twitter oder Pinterest (wunderschöne Hotelkataloge!). Die Plattform modernisierte sie behutsam mit ihrem besten IT-Mann Reinhard Andert, "ein Tüftler“, sagt sie. Bald will sie als eine Art Cloud-Anbieter für die Reiseindustrie antreten, wo dann Eventveranstalter die Dienstleistungen auf Zeit bestellen können.

Einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung des Teams war auch die Umstellung auf eine unterbrechungsfreie Arbeitskultur. "Wer sich von E-Mails oder schnellen Zurufen unter den Kollegen ablenken lässt, verliert insgesamt zweieinhalb Stunden am Tag bis er wieder am eigentlichen Projekt dran ist“, sagt Mader. Damit konnte sie ihr Team, das mit Kündigungen gerechnet hatte, sogar ausbauen und mit neuen spannenden Jobs versorgen.

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