Augmented Reality: Erweiterte Realität sucht erweitertes Business

Am Handy lassen sich Bilder perfekt mit Zusatzinformationen verknüpfen. Was für Laien nach mobiler Science-Fiction aussieht, ist Kernkompetenz von zwei österreichischen Firmen.

Augmented Reality (AR), zu Deutsch „erweiterte Realität“, meint die Anreicherung der Welt, wie das menschliche Auge sie sieht, um zusätzliche Informationen oder Darstellungen – sowie die Möglichkeit der Beeinflussung dieser Anzeigen durch den Nutzer.

Aus dem Kino kennt man Kampfjet-Piloten, die von einem Computer allerlei Informationen über den gejagten Gegner und den Status der eigenen Waffen in ihrem Helm eingeblendet erhalten. In den letzten zehn Jahren wurde dieses Konzept auf andere Gebiete ausgeweitet.

Autofahrer können inzwischen Daten auf die Windschutzscheibe projiziert bekommen, um ihren Blick nicht von der Straße abwenden zu müssen. Chirurgen können während der Operation eine Symbiose aus Ultraschall- und Magnetresonanz-Bildern in die Brille einblenden, um nicht sichtbare Körperteile zu „sehen“. Nun wird Augmented Reality für jedermann verfügbar. Zwei österreichische Unternehmen sind weltführend bei der Entwicklung entsprechender Software für Mobiltelefone. Dabei gibt es zwei Ansätze:

1. Ortsbezogen

Eine Software errechnet anhand von GPS, Kompass und Mobilfunknetz-Informationen den Standort und die Blickrichtung der Kamera und lädt entsprechende Daten herunter. So können heute Touristen in der Dachstein-Region durch die Handykamera die Umgebung in angereicherter Form betrachten. Die Frage „Welcher Berg ist das?“ wird ebenso beantwortet, wie Auskunft über die nächstgelegene Skihütte bereitgestellt wird. Messlatte sind hier der kostenlose „ Wikitude World Browser “ und das kostenpflichtige „ Wikitude Drive “, beide von der Salzburger Firma „Mobilizy“ entwickelt. „Layar“ und „Metaio“ heißen die AR-Browser wichtiger Mitbewerber.

2. Bilderkennung

Statt Ortsbestimmung versucht der Computer, die erfassten Bilder zu „erkennen“, indem er sie mit einer zuvor erstellten Datenbank abgleicht. Die Wiener Firma „Imagination“ hat sich hier hervorgetan, also wurden Technologie und Entwickler von der US-Firma Qualcomm aufgekauft. Die deutsch-schweizerische Firma „BioID“ will bald ein Programm vorstellen, das die vom Handy erfassten Personen mit den eigenen Facebook-Freunden verknüpft. So sollen „Freunde“ schnell identifiziert werden. „World Lens“ versucht, Aufschriften zu erkennen und sofort zu übersetzen. So wird geklärt, ob die malaysische Toilette mit der Aufschrift „Perempuan“ die richtige ist.

Extremer Aufwand

Herausforderung der Bilderkennung ist, dass ein hoher Aufwand zur Erstellung der Datenbank geleistet werden muss – und im Winter eine Gegend womöglich ganz anders aussieht als im Sommer. Ihr Vorteil liegt in der Ortsungebundenheit: So können Liebhaber von Oldtimern ihre mobilen Objekte der Begierde identifizieren lassen und sich über die technischen Daten informieren. Und die Polizei sieht vielleicht schon bald automatisch, welche Delikte ein Passant früher begangen hat. Die Konzepte lassen sich beliebig erweitern. Doch muss sich erst zeigen, hinter welcher dieser Ideen tragfähige Geschäftsmodelle stecken. Viele frühere ortsbezogene Dienste sind daran gescheitert, dass die Datenhaltung extrem aufwendig ist, aber kaum jemand dafür bezahlen möchte.

Die Salzburger von Mobilizy sehen aktuell drei Finanzierungsmodelle: Sponsoring durch Großkonzerne ist eine Möglichkeit, die Finanzierung über ein Werbemodell eine weitere. Elegant ist auch das sogenannte Premiummodell. Hier lädt man eine Gratis-App aufs Handy und kauft dann erweiternde Software-Module.

Mehr oder weniger geschlossene Kreise professioneller Nutzer wie Ärzte, Militärs oder Kfz-Mechaniker werden sich AR-Lösungen künftig maßschneidern lassen. Für den alltäglichen Einsatz durch Konsumenten hat wohl eine Mischung aus von Freiwilligen generierten Daten und werbefinanzierten Informationen eine gute Chance: Diesen Weg geht Wikitude.

Jeder kann privat Daten eingeben und bereitstellen, zusätzlich zahlen Unternehmen für die Einblendung von Gutscheinen. Die beängstigende Vision, wie sie Google einst entwarf, dass via Gesichtsscan Infos über einzelne Personen zu bekommen sind, ist aber aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. Noch nicht.

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