A. Eggler über ihr digitales Vorleben und Rezepte im Kampf gegen E-Mail-Wahn

FORMAT: Sie geißeln den digitalen Kommunikationswahnsinn. Was war die Initialzündung für das Buch?

Eggler: Ich wollte nicht mehr zusehen, wie Menschen ihre Lebenszeit, Gesundheit und Produktivität durch unnötige Mails und zwanghaftes Surfen ruinieren. Firmen entsteht dadurch täglich finanzieller Schaden. Das ist ein persönlicher und wirtschaftlicher Teufelskreis, den jeder stoppen muss, der digitale Innovation für das liebt, was sie uns allen bringen kann: mehr Zeit, effizientere Kommunikation, Wissensvorsprung, Prozessoptimierung und vieles mehr. Wir leben heute in einer postdigitalen Gesellschaft. Deshalb müssen wir uns die Frage stellen, wie wir mit der Digitalisierung umgehen: Nutzen wir sie zu unserem Vorteil, oder lassen wir uns von ihr benutzen, bis wir ausbrennen?

FORMAT: Selbst ein Opfer?

Eggler: Ja und nein. Ich habe in den vergangenen 15 Jahren eineinhalb Lebensjahre vermailt und zweieinhalb versurft. Ich war der schlimmste E-Mail-Saulus: To-do-Listen Samstagnacht, ständig online, ständig fordernd. Darunter haben meine Teams gelitten – und meine Lebensqualität. Als Tageszeitungsredakteurin habe ich in den 90er-Jahren gelernt, abzuschalten. Wenn die Zeitung in Druck ist, defragmentiert man das Hirn, um Platz zu schaffen für den nächsten Tag. Ohne diese Fähigkeit wäre ich ausgebrannt.

FORMAT: In welchen Branchen schlägt die Kommunikationskeule am heftigsten zu?

Eggler: Systemimmanent natürlich bei IT- und Telekom-Firmen, bei allen Dienstleistern und Kopfarbeitern. Konzerne und Behörden sind besonders betroffen. Hier wird E-Mail als Synonym für Projektmanagement und Absicherung fehlinterpretiert. Weil Vertrauen in Absprachen fehlt, werden massenweise Kollegen in cc gesetzt.

FORMAT: Wie ausgeprägt ist denn das Problembewusstsein in den Firmen?

Eggler: Das haben die meisten. Sie wissen nur nicht so recht, wie sie den Stier an den Hörnern packen sollen.

FORMAT: Ändern kann man die Kommunikationsgewohnheiten ja nur „top down“. Wie reagieren die Chefs?

Eggler: Die einen leiden selbst so sehr darunter, dass sie es ändern möchten. Die anderen sind nur zu überzeugen, wenn man ihnen die nackten Zahlen vorrechnet. Wenn man ihnen zeigt, was ihnen vergeudete Arbeitszeit und kranke Mitarbeiter im Endeffekt kosten.

FORMAT: Ihre Therapievorschläge sind durchaus provokant – etwa das Einführen eines E-Mail-Budgets …

Eggler: Meine Erfahrung ist, dass sich eingefahrene Spielregeln über einen spielerischen Zugang leichter aushebeln lassen als mit irgendwelchen Erlässen.

FORMAT: Rein hypothetisch könnten die Hersteller von Kommunikationswerkzeugen doch belangt werden …

Eggler (lacht) : In Amerika könnte man so etwas juristisch vielleicht sogar gewinnen. Fakt ist: Die Software tritt an, uns zu helfen. Ob wir Sie zu unserem Vor- oder Nachteil einsetzen, entscheiden wir selbst.

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