Zurück zur Konzernkarriere

Gerade die flexiblen, freien Arbeitsmodelle sind in der Gunst der jungen WU-Absolventen deutlich stärker abgestürzt als das klassische Unternehmertum.

Zurück zur Konzernkarriere

"Anhaltend gut", so beschreibt Ursula Axmann, Geschäftsführerin des WU ZBP Career Center, knapp und prägnant die Arbeitsmarktlage beim Jobeinstieg für frischgebackene Absolventen von Wirtschaftsstudien. "Krisenerschütterung“ bei der Nachfrage von Unternehmen speziell nach Jungakademikern mit Kenntnissen in Bereichen wie Rechnungswesen und Controlling gab es aus ihrer Sicht keineswegs. "Im Vergleich zu anderen Universitäten dominiert bei Absolventen der Wirtschaftsuniversität der Direkteinstieg in klassische Positionen ohne Zwischenstufen wie Praktika“, beobachtet die Karriereexpertin.

Gänzlich ohne Auswirkungen blieben die Folgen der Finanzkrise jedoch auch bei den jungen Wirtschaftsakademikern nicht. Das legen jedenfalls Studienergebnisse nahe, die Karriereforscher der WU Wien bei Befragungen von Absolventen ihrer eigenen Hochschule gewonnen haben. Sie begleiten im Zuge eines langfristigen Forschungsprojekts Hochschulabgänger verschiedener "Generationen“ mit regelmäßigen Umfragen zu Einstellungen und Karriereentwicklung. Mittlerweile unterscheiden sie dabei vier Altersgruppen-Samples: Personen, die ihren WU-Abschluss rund um 1970, rund um 1990, um die Jahrtausendwende sowie gerade erst in den letzten Jahren gemacht haben.

Dabei zeigte sich, dass gerade die jüngste Absolventen-Generation im Vergleich zu ihren Vorgängern eine klare Präferenz für das klassischste aller Karrieremodelle hat - nämlich den Jobstart in Großkonzernen. Die "Company World“ mit ihren exakt definierten Organisationsstrukturen, Stellenbeschreibungen, Hierarchien und vorgegebenen Karrierepfaden ist wieder beliebt. Waren noch für die 1990er- und 2000er-Absolventen die als "Free Floating Professionalism“ und "Chronic Flexibility“ bezeichneten "postorganisationalen Karriereformen“ durchaus en vogue, ist in der jüngsten 2010er-Kohorte der Trend zur Organisationskarriere wieder stärker ausgeprägt denn je (siehe Erklärungen und Grafiken unten).

Sicherer Hafen statt Flexibilität

"Große Unternehmen mit klingenden Namen sind natürlich auch deshalb so beliebt, weil sie sich gut im Lebenslauf machen“, sagt Axmann zur Renaissance der Konzernkarriere. "Dazu hat die Krise sicher mit beigetragen, denn auch der Generation Y ist Sicherheit wichtig“, so die Expertin weiter. Dass viele Firmen mit Krisenausbruch die am schnellsten realisierbaren Sparpotenziale umgesetzt, also Projekte gestoppt und Freelancer abgebaut hatten, ist zudem vielen noch gut in Erinnerung.

Wohl auch deshalb sind gerade die flexiblen, freien Arbeitsmodelle in der Gunst der jungen WU-Absolventen deutlich stärker abgestürzt als das klassische Unternehmertum. "Aber selbst wenn es im Hintergrund ein Familienunternehmen gibt, sammeln Studienabgänger zuerst eher Erfahrung in der Company World und ziehen erst später die Option Unternehmertum“, hat Axmann beobachtet. Weil aber auch klassische akademische Freiberufler wie Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in diese Kategorie fallen, erweist sich die Karrierevariante "Self Employment“ über die Jahrzehnte hinweg dennoch als vergleichsweise stabil.

In Sachen Jobeinsteig sieht Axmann jedenfalls steigende Ansprüche auf beiden Seiten: "Absolventen nehmen nicht irgendeinen Job an. Die Firmen nehmen aber auch nicht mehr irgendeinen Absolventen.“ Es wird also von beiden Seiten intensiver geprüft als früher: Unternehmen bieten das vielfältige Instrumentarium des Employer Brandings auf, um sich als attraktive Arbeitgeber darzustellen. WU-Absolventen präsentieren sich umgekehrt schon bei ersten Kontakten viel informierter über ihre potenziellen Arbeitgeber als frühere Generationen von Studenten. Die Unternehmen müssen den anspruchsvollen Jungakademikern aber wieder mehr anbieten als "nur“ Aufstiegschancen - das von den Befragten meistgenannte Merkmal attraktiver Arbeitgeber sind die Weiterbildungsmöglichkeiten.

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