Verkäufer dringend gesucht!

Eine Studie zeigt, wie gut sich Verkäufer in ihrem Job selbst verkaufen, und liefert Einblicke in die Anatomie eines gefragten Berufs.

Peter Marsch weiß genau, wie der im Hinblick auf das Gehaltsniveau perfekte Verkaufsjob in Österreich aussieht: Verkaufsleiter in einem Großkonzern der IT-Branche mit zehn bis zwanzig Jahren Berufserfahrung, dazu Personalverantwortung und immer wieder selbst einige Einsatztage im Außendienst. Kommen dazu auch noch Wien als Firmensitz sowie Vertriebsverantwortung für das gesamte Bundesgebiet, dann kann man getrost mit einem Jahresbruttogehalt jenseits der Marke von 100.000 Euro rechnen.

Dieses Profil leitet Marsch, Chef der auf die Besetzung von Vertriebsjobs spezialisierten jobs Personalberatung, aus der soeben fertiggestellten „ Gehaltsstudie Verkauf 2011“ ab, für die sein Unternehmen mehr als 560 Verkaufsmitarbeiter in allen Branchen und Positionen befragt hat. Kleiner Nachteil des Idealprofils: Es ist gut, aber – fast – aus. „Gerade in der IT-Branche ist die Zahl der ausgeschriebenen Führungspositionen rückläufig“, erklärt Marsch.

Gute Gehaltsperspektiven

Das ist jedoch keineswegs typisch für den Jobmarkt im Verkaufsbereich. „Es ist grundsätzlich immer schwer, gute Verkäufer zu finden“, weiß der Berater aus seiner Erfahrung. Dabei sind die Gehälter, die man dort – nicht nur in Spitzenjobs, sondern auf breiter Front – verdienen kann, durchaus nicht unattraktiv. So kommen Verkaufsleiter im Schnitt auf immerhin 80.000 Euro Jahresbruttogehalt; Marketingexperten sowie Product Manager verdienen rund 60.000 Euro. Ebenso viel erhält der Gehaltsstudie zufolge auch der „klassische“ Außendienstmitarbeiter, bei dem der erfolgsabhängige variable Anteil an den Bezügen jedoch deutlich höher liegt. Lediglich Vertriebsleute im Innendienst ohne Führungsfunktion müssen mit unter 40.000 Euro Jahresgehalt kleinere Brötchen backen.

Während die Folgen von Krise und Abschwung am Jobmarkt ausgestanden sind, ist das auf den Gehaltszetteln jedoch noch nicht der Fall. Bei Führungskräften blieb das Durchschnittsgehalt gegenüber der letzten Studie gleich, jenes der Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung sank hingegen leicht ab. Mit der wirtschaftlichen Erholung sollte sich diese Entwicklung wieder zum Positiven wenden. „Der Aufschwung ist da, aber noch nicht bei den Gehältern angekommen“, sagt Marsch. Für heuer prognostiziert er den Verkaufsprofis auf jeden Fall Gehaltszuwächse. Dabei finden die meisten Vertriebsmitarbeiter ihre Entlohnung durchaus okay. 64 Prozent sind mit ihrem Gehalt zufrieden oder sehr zufrieden – vor der Krise waren es sogar 70 Prozent.

Perspektiven für Frauen

Das dürfte wohl auch an den nicht unbeträchtlichen Zusatzleistungen liegen, die Verkäufer neben ihrem Gehalt von den Arbeitgebern bekommen – teilweise als unentbehrliche Arbeitsmittel, zum anderen aber auch als Goodies und Motivationsfaktoren: 85 Prozent verfügen über ein Diensthandy, rund drei Viertel erhalten Spesenersätze und Laptop, etwa zwei Drittel ein Firmenauto. Bei diesen Zusatzleistungen kam es auch im Zuge der Krise kaum zu Veränderungen.

Und wie sehen die Vertriebsleute selbst ihre Perspektiven? 55 Prozent sehen ihre Karrierechancen positiv, 41 Prozent neutral, lediglich 4 Prozent negativ. Auf Fünfjahresfrist gesehen, erwarten sich 65 Prozent mehr Führungsverantwortung, immerhin mehr als die Hälfte kann sich in dieser Frist aber auch einen Firmenwechsel vorstellen. Vertriebsleute müssen jedenfalls damit rechnen, dass sie ihr höchstes Gehaltsniveau bereits mit rund zehn Jahren Berufserfahrung erreichen. Zurücklehnen und auf Vorrückungen warten ist in diesem Berufsfeld keine gute Karrierestrategie.

Besonders umworben für Verkaufsjobs – das beobachtet Marsch bereits seit einiger Zeit – werden Frauen. So richtet sich etwa die Donau Versicherung, die heuer rund hundert neue Jobs im Vertrieb zu besetzen hat, explizit an Wiedereinsteigerinnen nach der Babypause und an Mütter, die einen flexiblen Job suchen. Donau-Vorstandsdirektorin Johanna Stefan: „Der Verkauf ist eine Chance, Kinder und Karriere zu verbinden.“ Blender und Windeier sollten sich hingegen andere Wirkungskreise suchen: Enger verknüpft als im Verkauf sind Leistung und Bezahlung nirgendwo.

– Michael Schmid

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