Unternehmerische Auslese

Ernst & Young Austria prämiert heuer zum dritten Mal herausragende Unternehmerpersönlichkeiten. FORMAT präsentiert die neun Finalisten und ihre aufschlussreichen Erfolgsstorys.

Vom Staßenkünstler zum CEO eines milliardenschweren Unternehmens mauserte sich Guy Laliberté, Schöpfer des Cirque du Soleil. 3.500 Artisten versetzen in burlesken Shows Millionen Menschen in Verzückung. Grund genug für das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young, den Kanadier, der den Sonnenzirkus 1984 zum Leben erweckte, dafür zum „World Entrepreneur Of The Year 2007“ zu adeln. Ähnlich erfolgreich, wenn auch in einer anderen Branche, die Preisträger 2008: der Schweizer Kardiologe Jean-Paul Clozel wurde mit seiner Frau für die Gründung des Pharmaunternehmens Actelion ausgezeichnet. Es war dem Paar gelungen, binnen zehn Jahren ein Unternehmen mit 1.600 Mitarbeitern in 25 Ländern aufzubauen. Gegenwärtige Marktkapitalisierung: 6,81 Milliarden Franken.

Der Start: 1986 in den USA. In Österreich geht der 1986 in den USA von Ernst & Young initiierte Bewerb heuer zum dritten Mal über die Bühne. Kurz nach Drucklegung dieser Ausgabe von FORMAT entscheidet sich, welcher heimische Unternehmer der illustren Elite-Riege beitreten wird. Aus den neun Finalisten wird jeweils ein Sieger pro Kategorie gewählt, von denen einer Österreich beim nächsten „World Entrepreneur Of The Year Award“, der vom 28. bis 31. Mai 2009 in Monte Carlo stattfindet, repräsentieren wird. „Durch den Award erhalten die Unternehmer eine außerordentliche Bestätigung für ihr erfolgreiches Wirken und Zugang zu einem internationalen Netzwerk“, erklärt Dieter Waldmann, Partner von Ernst & Young in Österreich. Schließlich seien die Finalisten als Arbeitgeber von insgesamt über 2.000 Mitarbeitern und mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Unterstützt wird der Award von der LGT Bank. „Die LGT als Bank des Fürs-
tenhauses von Liechtenstein ist eine der wenigen international ausgerichteten Privatbanken, die von einer Unternehmerfamilie direkt geführt werden“, sagt Meinhard Platzer, Vorstandsvorsitzender der LGT Bank Österreich.

Die Kandidaten.
„Ich wollte nie reich werden, sondern habe jeden Pfennig, den wir verdient haben, reinvestiert“, erzählt Hans Staud, nominiert in der Kategorie „Industrie & Hightech“, der vor 37 Jahren als One-Man-Show begann, Obst und Gemüse deliziös einzukochen. Heute beschäftigt er 34 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 5,6 Millionen Euro erwirtschaften. „Meine Maxime ist nach wie vor, Menschen mit einem guten Produkt glücklich zu machen und vielen Menschen Arbeit zu geben“, so der Fruchtveredler. Im Agrarbereich setzt Staud auf nachhaltige Bewirtschaftung „ohne verseuchte Böden“ und spricht sich gegen kurzfristige Gewinnmaximierungen aus. „Solidität ist klassisch für einen Familienbetrieb, schließlich sitzen wir alle am gleichen Tisch“, unterstreicht er die Rolle des betrieblichen Zusammenhalts. Unternehmer zu sein, betrachtet er neben der gesellschaftlichen Verantwortung als Herausforderung, kreative Ideen zu verwirklichen. Seine Kompositionen gelten längst als kulinarische Botschafter Österreichs.

Auch Unternehmer Wieland Alge, CEO und Mitbegründer des Tiroler Firewall-Herstellers Phion, sieht in seinem Beruf einen gesellschaftlichen Auftrag: „Als Unternehmer ist es mein Ziel, positive Effekte zu generieren, sodass alle sagen können: Gut, dass es dieses Unternehmen gibt.“ Neben Flexibilität wird bei dem mittlerweile an der Börse notierten Start-up-Unternehmen Phion eine solide Finanzierung großgeschrieben. „Ziel des Börsengangs war eine starke Kapitalbasis, mit der wir durch starkes organisches Wachstum und Akquisitionen unsere Marktstellung erweitern können“, erklärt Wieland.
„Für viele Start-ups ist es schwierig, an Fremdkapital zu kommen, da Banken
immer striktere Vorgaben haben“, erklärt Waldmann. So musste trotz vielversprechender Chiptechnologie im Halbleiterbereich Vorjahressieger Nanoident heuer aus Liquiditätsmangel das Handtuch werfen. Viele Jurymitglieder sind überrascht über das plötzliche Ende der Firma mit ihren zukunftsweisenden Produkten.

Innovation und Tradition
Die Palette der heuer Nominierten ist breit: David Macher, dem kalte Füße beim Skifahren ein Gräuel waren, erwies sich mit seiner Idee, beheizbare Schuhe zu entwickeln, als standfest. Anfänglich von der Skiindustrie verschmäht, sind er und Kompagnon Urs Maron heute mit ihrer Unternehmung Therm-IC Marktführer auf dem Gebiet Heizen und Anformen von Schuhen und Sohlen. Aber auch alteingesessene Unternehmen punkten beim Award mit Fortschritt. Michael Loacker, dem der „Familien-Schrottplatz als zweites Klassenzimmer“ diente, verwandelte den Alteisen sammelnden Betrieb zu einem innovativen Komplettanbieter im Entsorgungssektor. Mit Abfallbehandlung konnten auch Alois Fürnkranz und Robert Philipp mit ihrer 2004 gegründeten Umwelttechnikfirma Terra eine Nominierung einheimsen. Mit alternativen Energien der Firma Odörfer beeindruckte Susanne Schneider-Assion die Entrepreneur-Jury, und Wolfgang Kristinus, Chef der Baustoff + Metall, bestach durch innovative Führungsstrategien. Ebenso das Entrepreneur-Duo Ernst Huttar und Bernhard Müller, die erfolgreich die Leobersdorfer Maschinenfabrik führen. Last, but not least vollendet das Etrix-Trio (Thomas Bruckner, Robert Doppler und Manfred Peter) das Entrepreneur-Nonett. Aber nur einer kann letztlich gewinnen.


Entrepreneur Of The Year 2009: Selbständige mit Esprit gesucht
Der nächste „Entrepreneur Of The Year“ startet am 26. März 2009. Die Nominierungsphase dauert bis zum 15. Mai. Mit dem Preis werden auch nächstes Jahr wieder herausragende unternehmerische Leistungen gewürdigt. Teilnehmen können Unternehmer mit Eigeninitiative, Weitsicht und Innovationsfreude, die nachhaltiges Wachstum generiert, Arbeitsplätze geschaffen und durch ihr persönliches Engagement und ihre Risikobereitschaft vorbildhaft für den Wirtschaftsstandort Österreich gewirkt haben. Der Award wird an drei Entrepreneure aus den Kategorien Dienstleistung & Handel, Industrie & Hightech und Start-up vergeben. Die Auswahl der für den Award nominierten Unternehmen
erfolgt nach einem mehrstufigen Verfahren durch eine fünfköpfige Expertenjury. Dabei spielen unternehmerische Leistung, Mitarbeiterführung sowie Innovationskraft und Zukunftspotenzial eine gewichtige Rolle. Die Finalisten werden im Rahmen einer feierlichen Gala am 15. Oktober 2009 gekürt. Die detaillierten Ausschreibungsunterlagen finden Sie im Internet unter http://www.eoy.at

Von Dina Elmani

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