Unter der Lupe: Die strategische Performance börsennotierter Unternehmen

Contrast Management Consulting hat die strategische Performance börsennotierter Unternehmen unter die Lupe genommen und analysiert ihre Erfolgsfaktoren.

Als Chef des Strategieberaters Contrast Management Consulting kennt sich Werner Hoffmann mit strategischen Erfolgsfaktoren natürlich bestens aus. Doch auch für einen so hochkarätigen und erfahrenen Experten wie ihn ist es immer wieder spannend, seine persönlichen Einschätzungen an knallharten Fakten zu messen.

Seit mittlerweile zwölf Jahren destilliert Contrast aus den Jahresabschlüssen börsennotierter heimischer Unternehmen vier aussagekräftige Kennzahlen zur Performancemessung und führt diese in Form einer Punktewertung zu einem Gesamtergebnis zusammen. Nun liegt die aktuelle Ausgabe dieses „Strategic Performance Test“ vor, die auf den Abschlüssen des Krisenjahres 2009 beruht. Das Ergebnis: bwin, Spezialist für Online-Gaming und Sportwetten, Feuerwehrausrüster Rosenbauer und das Wassertechnologieunternehmen BWT haben das schwierigste Jahr der jüngeren Wirtschaftsgeschichte offenbar am souveränsten gemeistert. „Auf breiter Front war die Börsenperformance der Unternehmen 2009 schlechter als ihre fundamentale Performance. Sieger bwin zeichnet sich dadurch auch, dass er in beiden Bereichen vorne liegt“, analysiert Hoffmann.

Strukturelle Flexibilität

Weil gerade im Hinblick auf die strategische Performance die mittelfristige Perspektive noch aussagekräftiger ist, hat Contrast auch eine Dreijahreswertung erstellt. Und auch hier hat bwin die Nase vorne, gefolgt wiederum von Rosenbauer und Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (SBO). Doppelsieger bwin verzeichnete nach einer Krise und Kursabsturz 2006 durch kluge Restrukturierung eine konstante Aufwärtsentwicklung – was sich nun voll im Ranking niederschlägt. „In diesem Fall war die Krise vor der Krise ein Segen“, sagt Hoffmann.

Großen Respekt nötigt ihm aber auch der Stockerlplatz der SBO ab: „SBO ist in einer Branche, die 2009 am massivsten vom Abschwung betroffen war. Durch ein umfassendes Maßnahmenpaket konnten die Auftragsrückgänge aber teilweise kompensiert und sogar ein positives Jahresergebnis erreicht werden.“

Gerald Grohmann, CEO von SBO, erklärt, warum diese strukturelle Flexibilität in seinem Business so wichtig ist: „Wir sind auf zyklischen Märkten, wo sich die Nachfragesituation innerhalb weniger Wochen ändern kann. Daher haben wir gelernt, Produktionskapazitäten sehr rasch an die Marktentwicklungen anzupassen. Unsere Kostenstruktur ist auf diese Zyklizität ausgerichtet, sodass in Boomzeiten kein Geschäft verloren geht und in Zeiten der Baisse umgekehrt die Unternehmenssubstanz nicht gefährdet wird.“ Genau darin sieht Hoffmann auch den Unterschied zwischen gut und weniger gut geführten Unternehmen: „Die einen können ihre Kapazitäten flexibel an Nachfrageschwankungen anpassen, sind aber strategisch beharrlich, die anderen fahren einen strategischen Zickzackkurs.“

Gebündelte Erfolgsfaktoren

Kapazitätsanpassungen kennt man beim Rankingzweiten Rosenbauer seit längerer Zeit nur in eine Richtung: 2009 war für den Feuerwehrfahrzeugbauer das fünfte aufeinanderfolgende Rekordjahr im Hinblick auf Umsatz und Ergebnis. Vorstandsvorsitzender Julian Wagner sieht dafür vier wesentliche Erfolgsfaktoren: die internationale Ausrichtung mit Produktionsstätten in allen drei Kernmärkten Europa, USA und Asien, professionelles Innovationsmanagement, das die Technologieführerschaft sichert und eine Premiumpreisstrategie erlaubt, die stabile Eigentümerstruktur mit der Familie Rosenbauer und als wichtigsten Faktor die Mitarbeiter, von denen viel gefordert, denen aber auch einiges geboten wird – etwa erfolgsabhängige Gehaltskomponenten für alle bis hin zu den Lehrlingen.

Konsequente CEE-Strategie

Erstmals separat erstellt wurde von Contrast ein Ranking der Banken und Versicherungen. Es wird von der Vienna Insurance Group (VIG) angeführt. „Der konsequente Weg nach CEE hat sich für das Unternehmen sogar im schwierigen Jahr 2009 ausgezahlt“, kommentiert Hoffmann. VIG-Chef Günter Geyer sieht im Ostengagement, der langjährigen Vertriebskooperation mit der Erste Group, die sowohl in Österreich als auch in CEE Marktanteilsgewinne brachte, sowie in der Entscheidung zum Erwerb der s Versicherung Gruppe 2008 die maßgeblichen strategischen Erfolgsfaktoren. „Außerdem durchläuft die VIG seit einem Jahr ein ehrgeiziges Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm. Bis Ende 2010 werden so 100 Millionen Euro eingespart, 2009 waren es bereits 60 Millionen Euro“, so Geyer.

Ein strategischer Meilenstein ist auch die strukturelle Neuorganisation des Konzerns: Die VIG wird als börsennotierte Konzernholding länderübergreifende Steuerungsfunktionen ausüben, der Versicherungsbetrieb in Österreich wird in die Wiener Städtische Versicherung ausgegliedert. „Mit klaren Strukturen werden wir den Konzern noch effizienter voranbringen und gut für weiteres Wachstum aufstellen“, ist Geyer überzeugt, damit bereits einen Grundstein für künftige Performance- Spitzenplätze zu legen.

– Dina Elmani, Michael Schmid

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