Uni-Ranking: Bewertung der Wirtschafts- und Technikstudien Österreichs

Mehr als 120 Personalchefs führender Unternehmen bewerten Österreichs Wirtschafts- und Technikstudien. Das FORMAT-Ranking zeigt, wie gut die Experten die Jobchancen für jede dieser Ausbildungen einschätzen.

Ein wirklich positives Bild konnte der heimische Hochschulsektor in den letzten Monaten kaum vermitteln. Eher bekam man das Gefühl, das Studiensystem pfeife aus dem letzten Loch: Uni brennt, Hörsäle wochenlang von Studenten besetzt, eine massenmedial thematisierte drohende Flut ausländischer Hörer, die heimischen Maturanten Studienplätze wegnehmen. Dazu Rektoren, die ihre Unis ab 2013 von der Pleite bedroht sehen und daher laut nach mehr Geld schreien. Selbst die Fachhochschulen fanden noch Grund zu klagen – der Ausbau dieses Erfolgsmodells wurde wegen Geldmangel auf Eis gelegt.

Sich angesichts solcher Szenarien von einem Studium abschrecken zu lassen, wäre dennoch völlig verfehlt. Aktuelle Studien belegen nämlich, dass der Nutzen des Hochschulabschlusses für den einzelnen Absolventen ungebrochen groß ist. So konstatiert die OECD in ihrer jüngsten Bildungsstudie einen Rekordwert von 74 Prozent beim Einkommensvorsprung von Hochschulabsolventen gegenüber Personen mit anderen Abschlüssen in Österreich.

Eintrittskarte in die Arbeitswelt

Auch der Einstieg ins Arbeitsleben gestaltet sich für die Mehrheit der Absolventen reibungsloser, als es Klagen über die „Generation Praktikum“ nahelegen. Laut einer vom Wissenschaftsministerium beauftragten Studie des Zentrums für Hochschulforschung in Kassel finden Österreichs Hochschulabgänger innerhalb von weniger als einem halben Jahr einen Job – dieser Zeitrahmen hat sich in den letzten Jahren sogar verkürzt. Dabei sind an ihrem ersten Arbeitsplatz 72 Prozent vollzeitbeschäftigt, 60 Prozent in einem unbefristeten regulären Arbeitsverhältnis. Noch deutlich schneller, nämlich innerhalb von vier Monaten, kommen Fachhochschulabsolventen, aber auch die Absolventen wirtschaftlicher und technischer Studien an den Universitäten zu ihrem ersten Job.

Genau diese Studienrichtungen, die von karriereorientierten Studenten bevorzugt gewählt werden, nimmt das FORMAT-Studienranking mittlerweile zum dritten Mal genauer unter die Lupe. Dafür hat euroSEARCH dialog wiederum eine Umfrage durchgeführt, bei der mehr als 120 Personalverantwortliche führender heimischer Unternehmen nicht nur die Hochschulen und die von ihnen angebotenen Wirtschafts- und Technikstudien detailliert bewerten, sondern auch ihre Kriterien bei der Einstellung von Absolventen offenlegen.

Urteil der Personalchefs

In der Gesamtwertung landen dabei die steirischen Technik-Unis einen Doppelsieg durch die Montanuni Leoben und die TU Graz (siehe Tabelle ). Auf Platz drei ein totes Rennen zwischen der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Universität Innsbruck. Auch in der Einzelwertung der universitären Wirtschaftsstudien gelingt den Innsbruckern mit Platz zwei für „Internationale Wirtschaftswissenschaften“ als einziger Uni der Einbruch in die Phalanx der WU-Studiengänge, die dort die Spitze bilden.

Zum besten FH-Wirtschaftslehrgang küren die Personalchefs „ERP Systeme und Geschäftsprozessmanagement“ an der FH Kufstein. Dass zudem die Technikwertung der FH-Studien an die FH Vorarlberg (Micro- & Nanotechnology) geht, spiegelt wohl auch die heuer rege Beteiligung von Personalchefs westösterreichischer Unternehmen an der Bewertung wider. Die absolut besten Chancen für einen erfolgreichen Jobeinstieg sehen die Personalisten derzeit aber für Maschinenbau-Absolventen der TU Wien ( Detailergebnisse siehe Tabellen ).

Jungakademiker unter Konkurrenzdruck

Als wichtigstes Kriterium für die Qualität von Unis, Studien und Absolventen nennen die Personalchefs die Qualität der Professoren. Es folgt die Internationalität der Studiengänge – noch vor der Forschung. Unerlässlichste Voraussetzung für Job-Bewerber ist aus ihrer Sicht mit weitem Abstand Eigeninitiative. „Bei der Besetzung von Konzernfunktionen in der Holding kommt es sehr auf die internationale Perspektive an“, bestätigt Erste-Bank-Personalchef Michael Weiss.

Genau dieser steigende internationale Anspruch könnte jedoch dafür sorgen, dass in der allen Unkenrufen zum Trotz noch recht heilen Welt heimischer Jungakademiker beim Einstieg in die Arbeitswelt künftig ein etwas rauerer Wind weht. Davon ist zumindest Martin Mayer, Chef der in sechs Ländern Zentraleuropas tätigen Personalberatung Iventa, überzeugt: „Der Konkurrenzdruck durch die Ostöffnung des Arbeitsmarktes wird gar nicht so sehr die Facharbeiter treffen, sondern vor allem die Jungakademiker.“ Er beobachtet bereits bei laufenden Ausschreibungen für im Herbst beginnende Traineeprogramme international tätiger heimischer Unternehmen einen sehr hohen Anteil an ehrgeizigen, gut ausgebildeten Bewerbern aus den Nachbarländern.

Fachhochschulen & Universitäten: Die aussichtsreichsten Ausbildungen:

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– Michael Schmid

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