Top 50: Die innovativsten Unternehmen der Welt – von Apple bis Verizon

Herausforderer aus Schwellenländern kommen den führenden Technologiekonzernen in der Rangliste der innovativsten Firmen immer näher.

Die Markenzeichen der technologischen Weltelite kennt man überall rund um den Globus: Von der Silhouette des angebissenen Apfels über die farbenfrohe Charakteristik des Google-Schriftzugs bis zum stilisierten Fenster, das für das Microsoft-Parade­programm Windows steht – sie alle sind mittlerweile Ikonen der Innovation. Ganz und gar nicht unerwartet stehen diese drei Avantgarde-Unternehmen des IT-Zeitalters auch auf den ersten drei Plätzen im Ranking der innovativsten Unternehmen der Welt (siehe Tabelle rechts). Diese Weltrangliste der besten Innovatoren beruht auf einer Umfrage, die das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG) zusammen mit der „Business Week“ weltweit bei 1.600 Topmanagern internationaler Konzerne durchgeführt hat.

Schwellenländer im Vormarsch
Doch auch wenn die Dominanz der US-amerikanischen Infotech-Unternehmen felsenfest verankert zu sein scheint, fällt An­dreas Maurer, Senior Partner und Managing Director bei BCG in Düsseldorf, angesichts der Ergebnisse eines ganz deutlich auf: „Die Schwellenländer sind im Hinblick auf den Willen zur Innovation gerade dabei, den Industriestaaten den Rang abzulaufen.“ So gaben etwa in den BIC-Staaten (Brasilien, Indien, China) 85 Prozent der Führungskräfte an, sie wollten ihre Innovationsausgaben anheben. In den Industrie­ländern sagte das nicht einmal ein Drittel der Befragten. Das kann Maurer auch aus seiner Beratererfahrung bei Projekten mit asiatischen Klienten bestätigen: „Dort reden CEOs nicht über Wachstumsraten von fünf oder zehn Prozent, sondern über ihre Visionen von der Weltmarktführerschaft.“

Personifizierung der Innovation
Für ihn hängt das sehr stark mit dem persönlichen Engagement der Unternehmensführer für das Thema Innovation zusammen. „Prozesse und Portfolios professionell zu managen ist im Rahmen des Innovationsmanagements ein Pflichtprogramm, ohne das nichts herauskommt. Ein personifizierter Impulsgeber, der als Antreiber agiert, ist die Kür“, sagt Maurer. Diese Anforderungen sieht er nicht nur bei den Herausforderern aus den Schwellenländern erfüllt, sondern in besonderem Ausmaß auch bei den Spitzenreitern: ­Steve Jobs verkörpert Apples Innovations­stakkato, Bill Gates steht nach wie vor für den technologischen Führungsanspruch von Microsoft, und die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page sind als Stanford-Absolventen ausgewiesenermaßen hochkompetente Computerwissenschaftler.

US-Konzerne und Asiaten als Big Player
Unter den Top 10 sind jedenfalls etablierte US-Konzerne und Asiaten unter sich. Der spektakulärste Aufsteiger dort ist zweifellos der chinesische Autohersteller BYD, der mit seinen Hybrid-Antriebstechnologien auf Anhieb auf Rang acht eingestuft wurde und – in einem optisch ins 80er-Jahre-Revival passenden Fahrzeug – mit Benzin, Strom und Solar gleich drei Energieträger vereint. Auch der indische Autobauer Tata (Rang 17) beeindruckt Innovationsexperte Maurer: „Mit der Konzeption des Billigautos Nano sind sie einen völlig eigenständigen Weg gegangen. Das hätte ja auch einem europäischen Autobauer einfallen können, um den indischen Markt aufzurollen.“

Upgrading in Fernost
Südkoreas Durchbruch als Technologie- und Innovations­standort wiederum wird durch die Spitzenränge für LG Electronics und Samsung eindrucksvoll bestätigt. Maßstäbe setzt für Maurer auch der bei Endkunden noch nicht so bekannte taiwanesische Elektronik­konzern HTC: „HTC investiert überdurchschnittlich in Design seiner Handys und Personal Planner.“
Dass asiatische Unternehmen innovativ sind, zeigt sich aus der Sicht des Beraters – und daher Laptop-Intensiv-Users – auch an der Übernahme der PC-Sparte von IBM durch den chinesischen Hersteller Lenovo: „Lenovo hat die Rechner weiterentwickelt und neue Modelle erfolgreich auf den Markt gebracht.“ Haier Electronics und China Mobile vervollständigen als Neueinsteiger in die Top 50 die Kampfansage der Schwellenländer an die etablierten ­Industriestaaten.

Risikoscheu bremst Innovation
Wie die BCG-Studie zeigt, werden diese Weltregionen auch als Zielgebiete für F&E-Investitionen immer attraktiver. Insgesamt räumen dem Thema Innovation aktuell 72 Prozent der Topmanager höchste Priorität in ihrem Unternehmen ein – im Vorjahr lag dieser Wert, bedingt durch Spardruck in der Krise, nur bei 64 Prozent. Größte aktuelle Hemmnisse sind risikoscheue Unternehmenskultur und lange Entwicklungszeiten. Diese Bremsfaktoren sind in alten Industriestaaten deutlich ausgeprägter. Technologie-Junkies und Early Adopters werden sich also wohl darauf einstellen müssen, künftig auch einige (fern)östliche Ikonen anzubeten. Übrigens: Kein einziges österreichisches Unternehmen schaffte es unter die Top 50.

Michael Schmid

Das Top-50-Ranking finden Sie im aktuellen FORMAT auf Seite 71.

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