Sprungbrett in die Orange-Chefetage: In zwei Jahren vom Trainee zur Führungskraft

Mobilfunker Orange startet Österreichs bisher exklusivstes Trainee-Programm: Handverlesene zwei Teilnehmer werden von der Geschäftsführung betreut und übernehmen danach Führungsverantwortung.

Zwei junge High Potentials stellen dieser Tage eine entscheidende Weiche für ihre weitere Karriere. Denn der Auswahlprozess für das wohl höchstklassige und exklusivste Traineeprogramm, das je ein Unternehmen in Österreich gestartet hat, geht in die letzte Phase. Acht handverlesene Kandidaten, die nach zwei vorangegangenen Auswahlrunden aus insgesamt rund 200 Bewerbern hervorgegangen sind, matchen sich in einem ganztägigen Assessment Center um die beiden begehrten Plätze. Akribisch beobachtet werden sie bei der Lösung unterschiedlichster Aufgaben dabei unter anderem von den Initiatoren des Programms: Orange-CEO Michael Krammer, CFO Christian Fuchs und Andreas Landgrebe, Österreich-Chef des global tätigen Headhunters Boyden, der die Vorauswahl der ambitionierten Newcomer vorgenommen hat. Eine Aufgabenstellung hat er den hoffnungsvollen Bewerbern schon vorab verraten, damit sie sich darauf vorbereiten können – eine zehnminütige Präsentation darüber, wie sie ihre persönliche Erfolgsgeschichte bei Orange schreiben werden. „Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Von PowerPoint bis Pantomime ist alles möglich“, so Landgrebe.

Ausbildungsziel: Führungsfunktion  
Das Ziel, auf das die High Potentials in den zwei Jahren des Programms zusteuern, hatte der Mobilfunkanbieter bereits im Titel seiner Ausschreibung mehr als eindeutig definiert: „Ich werde Manager.“ Spätestens in zwei Jahren werden die ausgewählten Trainees bereits operative Führungsverantwortung bei Orange übernehmen. „Nach zwei Jahren ist der Umstieg in jede Linienfunktion möglich, temporäre Führungspositionen kann es schon während des Programms geben“, meint Michael Krammer. „Sie werden für uns eine wichtige Personalreserve sein“, verspricht auch Finanzchef Fuchs dem dynamischen Jungduo. Damit sie diesen Herausforderungen auch gewachsen sind, werden die Trainees während ihrer Rotation durch die diversen Bereiche des Unternehmens intensiv betreut. Und zwar von der obersten Führungsebene (siehe Wie die Trainees geschult werden ) . Für den Personalexperten Landgrebe ist genau dieser intensive Kontakt zur Geschäftsführung der USP des Orange-Programms. „Weil es nur zwei Trainees sind, ist sichergestellt, dass sie durch intensive persönlich Betreuung in die Lage versetzt werden, sehr schnell Führungsaufgaben zu übernehmen“, sagt der Berater. Er kennt durchaus auch anders geartete Beispiele von Programmen für Nachwuchsführungskräfte und weiß um deren Problematik: „Es ist eine typische Schwäche von Talentepools und Traineeprogrammen, dass sie Erwartungen wecken, die sie nicht erfüllen können. Wenn sich in einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern 60 junge Leute als High Potentials fühlen, kann nicht jeder von ihnen einen Führungsjob bekommen.“

Volle Einbindung, hohe Erwartung  
Das typische Trainee-Schicksal, im Laufe eines Programms in vielen verschiedenen Bereichen immer nur als „Beiwagerl“ agieren zu können und wahrgenommen zu werden, droht bei Orange nicht. „Die Teilnehmer werden mittendrin statt nur dabei sein. Sie sind voll in die normalen Arbeitsprozesse eingebunden“, erklärt Landgrebe. Verantwortlich dafür sind primär die jeweiligen Bereichsleiter an den einzelnen Trainee-Stationen. Zudem wird es zahlreiche Gelegenheiten für intensiven Gedankenaustausch mit der obersten Führungsebene geben. „Bei den regelmäßigen Direct-Report-Meetings der Führungskräfte werden die Trainees selbstverständlich dabei sein“, betont Krammer. Und zwar nicht nur als passive Zuhörer, wie Christian Fuchs erwartet: „Wir wollen, dass sie mit neuen Fragen und Ideen von Anfang an zur Weiterentwicklung des Unternehmens beitragen.“ So wie Headhunter Landgrebe über die Qualitäten der acht Finalisten für den Trainee-Traumjob schwärmt, sollte dieser Anspruch nicht zu hoch gegriffen sein: „Schon von den 18 Kandidaten in der Zwischenrunde hätte man jeden nehmen können. Alle sind sehr international orientiert, im Schnitt 26 bis 28 Jahre alt und haben ein bis zwei Jahre Berufserfahrung.“ Qualifiziert für das Finale haben sich letztlich fünf Männer und drei Frauen aus wirtschaftsnahen Studien wie Wirtschaftsinformatik, internationale Wirtschaftswissenschaften oder dem WU-Studium Wirtschaft und Recht. Ein Absolvent der letztgenannten Richtung ist Johannes Csmarits, 29. Er verfügt zudem über eine HTL-Ausbildung als Elektrotechniker sowie Mobilfunk-Branchenerfahrung und sagt selbstbewusst: „Führungsverantwortung ist das, was ich anstrebe“ (siehe Portät ) .

Erfolgsfaktor Führungskultur  
Fachwissen und hohe Ambition allein werden aber nicht ausreichen, um die gestrenge Jury am Montag zu überzeugen. „Bei der Gewichtung der Auswahlkriterien spielen Persönlichkeit und Cultural fit eine entscheidende Rolle“, sagt Orange-Chef Krammer und verweist auf die in seinem Unternehmen gepflegte Führungskultur: „Moderne Führung bedeutet sicher nicht, Leute unter Druck zu setzen. Unser Führungsstil ist dialogorientiert: Wer fragt, der führt.“ Finanzchef Fuchs bestätigt und ergänzt: „Zuhören, antizipieren, fragen – und dann umsetzen!“ Abgehobene Highflyer auf Egotrip möchte Krammer bei Orange dagegen nicht: „Eine Führungskraft muss sich auch im Shop im zehnten Bezirk wohl fühlen und dort mit Kunden kommunizieren können.“

Von Michael Schmid

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