Rasanter Fortschritt: Die Lange Nacht der Forschung zeigt Höhepunkte der Wissenschaft

Die „Lange Nacht der Forschung“ ist jene Bühne, auf der die heimische Forschungs- und Innovationsszene am 8. November in sechs Städten ihre beeindruckende Leistungspalette präsentiert.

Wer an Samstagabenden um die Häuser zieht, dem steht der Sinn meist nach einem coolen Drink oder einem heißen Flirt – im besten Fall kombiniert genossen. Durst und Begierde motivieren sicher auch viele jener Nachtschwärmer, die an diesem Samstag, dem 8. November, unterwegs sein werden – allerdings in Form von Wissensdurst und Wissbegierde. Sechs österreichische Städte – Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wiener Neustadt – bieten in der Samstagnacht nämlich Attraktionen besonderer Art: Sie präsentieren von Sonnenuntergang bis Mitternacht eine Vielfalt an Highlights aus Wissenschaft und Forschung.

Leistungsschau der Wissenschaften
Die „Lange Nacht der Forschung“ ist der Mega-Event, unter dessen Dach nicht weniger als 375 einzelne Programmpunkte an den verschiedenen Standorten angeboten werden. Diese Leistungsschau der österreichischen Wissenschaften findet nach 2005 heuer zum zweiten Mal statt – und dass sie ein derart umfangreiches und vielfältiges Programm bietet, ist auch ein Ergebnis davon, dass in der österreichischen Forschungspolitik gemeinsam an einem Strang gezogen wird. So ist auch die „Lange Nacht der Forschung“ eine gemeinsame Veranstaltung der drei mit Forschungsagenden befassten Ministerien (Wissenschaft, Infrastruktur, Wirtschaft) sowie des Rates für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE), der für die österreichweit koordinierte Forschungsstrategie zuständig ist. Dessen Vorsitzender, Knut Consemüller, erklärt, warum er sich so stark für die Neuauflage der Forschungsnacht eingesetzt hat: „Es ist für Österreich ungeheuer wichtig, den Menschen deutlich zu machen, dass es sinnvoll ist, mehr Geld in Forschung und Bildung zu investieren.“

Zischen und Rauchen
Umgesetzt wird das durch eine ganze Reihe spektakulärer Programmpunkte. Attraktiv sind aber nicht nur jene ganz offensichtlich massenwirksamen Events, bei denen es zischt und raucht – wie etwa, wenn an der Wiener Hauptuni Computerhardware bis zum Glühen überlastet und mittels Stickstoff gekühlt wird, um neue Rechnerrekorde aufzustellen, oder in Graz das schnellste Elektroauto der Welt, der Tesla Roadster, mit 240 PS und beeindruckenden Fahrleistungen imponiert (im Bild). Spannende Erkenntnisse liefern die teilnehmenden Institutionen (12 Universitäten, 7 Fachhochschulen, über 40 Unternehmen und praktisch alle wichtigen Forschungseinrichtungen von ARC Seibersdorf über die Akademie der Wissenschaften bis zur Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft) in praktisch allen Wissenschaftsdisziplinen. So erfährt man in Salzburg, was genau bei einer Arthroskopie passiert, kann in Klagenfurt das geplante Projekt eines Burgenbaus ausschließlich mit mittelalterlichen Methoden begutachten, in Innsbruck die Rätsel um die genetischen Codes Friedrich Schillers und der russischen Zarenfamilie sowie den Einfluss von Licht auf unser Wohlbefinden nachvollziehen oder erfährt in Wiener Neustadt, was Manager von Polizisten lernen können.

Top-Experten live erleben
Zu den bestbesuchten Einzelveranstaltungen werden wohl auch die Auftritte bekannter heimischer Wissenschaftler zählen. An einem für dieses Thema prädestinierten Ort, im Stephansdom, spricht der Genetiker Markus Hengstschläger um 20.30 und 23 Uhr über ewiges Leben im Lichte der Erkenntnisse moderner Biomedizin: „Wollen Sie wirklich so alt werden, wie Sie aussehen?“ Um 21.30 diskutiert er dazu mit Dom­pfarrer Toni Faber. Kriminalpsychologe Thomas Müller wird im Großen Festsaal der Universität Wien ab 19 Uhr jeweils zur vollen Stunde gleich zu drei verschiedenen Themen Vorträge halten – er erklärt das Berufsbild des Profilers, destruktive Verhaltensweisen am Arbeitsplatz und den Zusammenhang zwischen Selbstwertgefühl und Erfolg. Schon ab 18 Uhr plaudert Universitätsprofessor Herbert Pietschmann am selben Ort aus dem Nähkästchen des Teilchenphysikers. An der FH Wiener Neustadt informiert Mathematiker Rudolf Taschner ab 17 Uhr über „Die Erfindung der Zeit“.

Nachwuchsförderung inbegriffen
Eine der Intentionen der Forschungsnacht ist natürlich auch, mehr junge Leute für eine Karriere in Wissenschaft, Forschung und Technik zu begeistern. Laut einer Umfrage der Industriellenvereinigung haben 60 Prozent der heimischen Unternehmen Schwierigkeiten, geeignete Absolventen technischer Studien zu finden. Eine Initia­tive, um talentierten Jugendlichen frühzeitig die Karriereperspektiven in wissenschaftlich-technischen Berufen zu vermitteln, setzt das Land Niederösterreich mit dem Talente Check für alle 14-jährigen Schüler. Jugendliche mit geeignetem Talenteprofil können sich schon ab 15 Uhr an der FH Wiener Neustadt im Rahmen der Veranstaltung „1.000 Forscher gesucht“ über entsprechende Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten informieren.

Nähere Informationen
Unter ( www.langenachtderforschung.at ) gibt es neben einer Programmübersicht auch die Detailinformationen über die Gratis-Shuttles zwischen den Veranstaltungsorten und die Hinweise auf das Gewinnspiel, an dem jeder, der seinen Favoriten unter den 375 Stationen per SMS wählt, teilnehmen kann. Hauptpreis ist der brandneue, erst ab Ende des Monats im Handel erhältliche Opel Insignia, der Vectra-Nachfolger.

Von Michael Schmid

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