Öko-Gütesiegel für Kongresse und Konferenzen

Öko-Gütesiegel für Kongresse und Konferenzen

Kongress- und Eventveranstalter können umweltverträgliche Organisation von Veranstaltungen durch Umweltzeichen Green Meetings dokumentieren.

Kongress- und Konferenztourismus ist in Österreich ein äußerst gewichtiger Wirtschaftsfaktor. Nicht nur für die Bundeshauptstadt Wien, die im Vorjahr als Austragungsort von nicht weniger als 181 internationalen Meetings sogar die Spitzenposition der diesbezüglichen Weltrangliste einnahm, auch für Tourismuseinrichtungen und Veranstaltungszentren in klassischen Ferienregionen des Landes sind Kongressgäste eine gern gesehene, zahlungskräftige Klientel, die zudem speziell in der Nebensaison die Auslastungsstatistik kräftig aufpoliert. Laut österreichischer Tagungsstatistik fanden hierzulande 2011 mehr als 13.000 Events mit 1,3 Millionen Teilnehmern statt. Dabei wurden 2,6 Millionen Nächtigungen verbucht und eine Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro erbracht.

Allerdings bringt der boomende Kongresstourismus auch ökologisch bedenkliche Begleiterscheinungen mit sich. Laut einer Untersuchung des Austrian Convention Bureaus, des Dachverbands der österreichischen Kongressindustrie, verursacht ein Kongressgast pro Tag im Schnitt 3,5 Kilogramm Restmüll durch Abfall bei Übernachtung und Verpflegung sowie aufgrund von kongressrelevanten Unterlagen sogar 5,5 Kilogramm an Papiermüll. An- und Abreise per Flugzeug stehen zudem mit 204 Kilogramm CO2-Ausstoß pro Kopf in der Ökobilanz zu Buche. Und der Wasserverbrauch bei einem dreitägigen Kongress mit 1.000 Teilnehmern beläuft sich auf immerhin 453.000 Liter.

Vor diesem Hintergrund hat das Lebensministerium gemeinsam mit der Kongressbranche sowie dem Verein für Konsumenteninformation einen Öko-Standard entwickelt, um Veranstaltungen effizienter, moderner und umweltfreundlicher abzuwickeln und so die Wettbewerbsfähigkeit des Kongressstandortes Österreich weiter zu erhöhen. Bei dem Gütesiegel für die Event-Branche handelt es sich um das in anderen Sektoren bereits bewährte Österreichische Umweltzeichen, das nun auch für "Green Meetings und Green Events“ vergeben wird. Voraussetzung dafür ist eine Zertifizierung, für die Veranstalter einen strengen Anforderungskatalog erfüllen müssen.

Kongressmüllminimierung

Unabdingbar für das Gütezeichen ist die Erfüllung von Vorgaben im Hinblick auf umweltverträgliche Anreiseangebote, CO2-schonende Mobilität vor Ort, umweltfreundliche Unterkünfte, Beschaffung, Caterer und Messestandbauer sowie Material-und Abfallmanagement. Pluspunkte können sich Veranstalter etwa durch Verwendung von Bio-Lebensmitteln oder spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung erarbeiten. All diese Kriterien sowie das Punktesystem wurden in einer Richtlinie des Lebensministeriums detailliert ausgearbeitet.

Ein nach diesem Kriterienkatalog organisierter nachhaltiger Kongress soll gegenüber einer konventionellen Veranstaltung den Papiermüll um 55 Prozent und den Restmüll um immerhin 30 Prozent vermindern. 26 Lizenznehmer des Umweltzeichens ließen bislang knapp 100 Veranstaltungen zertifizieren (Liste: www.greenmeetings.umweltzeichen.at ).

Ökologische Avantgarde

Einer der Pioniere in Sachen zertifizierte Green Meetings ist das Congress Centrum Alpbach , bekannt als Veranstalter des renommierten Europäischen Forum Alpbach mit jährlich 4.000 Teilnehmern, aber auch vieler anderer internationaler Kongresse im idyllischen Bergdorf. Erklärtes Ziel von Geschäftsführer Georg Hechenblaikner ist es, möglichst zahlreiche Kunden des Kongresszentrums davon zu überzeugen, ihre Tagungen in Alpbach nach Green-Meeting-Kriterien auszurichten. Als Anreiz dazu findet sich auf der Homepage ( www.congressalpbach.com) ein Emissionsrechner, in den Interessenten die Daten ihrer geplanten Veranstaltung eingeben können und sodann die CO2-Bilanz ihres Events vor Augen geführt bekommen.

Auch bei der kürzlich in der Wiener Hofburg abgehaltenen "Global South-South Development Expo“ der UNIDO, einem Treffen zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsländern, wurden gemeinsam mit Vienna Convention Bureau des Wien Tourismus Maßnahmen getroffen, um den "ökologischen Fußabdruck“ so gering wie möglich zu halten. Die 900 Teilnehmer erhielten einen "Green Passport“, der sie über die Philosophie des Green Meetings informierte und mit Tipps versorgte, wie sie selbst etwa durch Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ihren Aufenthalt in Wien möglichst umweltverträglich gestalten konnten.

Der Ansicht, grüne Veranstaltungen seien mit höheren Kosten verbunden, widerspricht Jutta Markus von der auf CSR und Nachhaltigkeit spezialisierten agentur mast: "Mehrweggebinde bei Getränken sparen 30 Prozent der Kosten, als wenn im Vergleich dazu Einweggebinde verwendet werden. Und durch weniger Restmüll wird auch bei den Entsorgungskosten einiges eingespart.“ Ihre Agentur hat das Firmenjubiläum von Ottakringer als Umweltzeichen-Event organisiert. Schon der Name des Events dokumentierte nachhaltige Gesinnung: "Bock auf Bier seit 175 Jahren“.

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