Mit Schwung zum Absprung

Zum Jahresanfang 2013 ist fast jeder fünfte Mitarbeiter heimischer Unternehmen zum Jobwechsel bereit. Hauptgrund dafür ist zu niedrige Bezahlung.

Mit Schwung zum Absprung

Um sich zu verdeutlichen, was eine abstrakte Zahl aus der Statistik für die Praxis bedeutet, kann man ja einmal den Blick über die Schreibtischreihen im eigenen Betrieb gleiten lassen und dabei mitzählen: eins, zwei, drei, vier - stopp! Der fünfte Kollege oder Mitarbeiter wird nicht mehr lange dort sitzen, wo er sich jetzt noch befindet. Er beschäftigt sich nämlich gedanklich schon intensiv mit dem Absprung aus seinem Job.

Genau das ist das Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, für die das IMAS-Institut im Auftrag des Online-Karriereportals Monster Worldwide Austria (www.monster.at) mehr als 1.000 Personen in Österreich befragt hat. Von den unselbständig Beschäftigten gaben dabei exakt 19 Prozent zu Protokoll, sie hätten sich in den letzten Monaten mit dem Gedanken an einen Jobwechsel beschäftigt. Ein Drittel dieser Gruppe spielt sogar mindestens jede Woche einmal das Szenario eines beruflichen Neustarts bei einem anderen Arbeitgeber im Kopf schon mal durch.

"Die Umfrage zeigt, dass eine Gruppe der wechselaffinen Arbeitnehmer schon kurz vor dem Absprung steht“, warnt Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales Director von Monster Worldwide Austria, Unternehmen vor einem möglicherweise kurz bevorstehenden Brain-Drain durch Abgänge von Mitarbeitern.

Der Anteil der Wechselwilligen in den Betrieben ist im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem vorigen Jahr konstant hoch geblieben, obwohl ein Konjunkturabschwung - wie er seitdem im Gefolge der Eurokrise eingetreten ist - eigentlich eine rückläufige Lust auf Jobwechsel hätte erwarten lassen. Bei Angestellten liegt die Wechselbereitschaft mit 23 Prozent höher als bei Facharbeitern (19 Prozent) und Arbeitern (17 Prozent).

"Erwartungsgemäß zeigt sich auch, dass sich die jüngeren Arbeitnehmer stärker mit dem Wechsel beschäftigen als ältere Erwerbspersonen ab dem fünfzigsten Lebensjahr“, so Studieninitiatorin Riedl-Wiesinger zum festgestellten Altersgefälle bei der Intensität von Wechselgedanken.

Männer motiviert Geld, Frauen wollen Anerkennung

Der Blick auf die im Rahmen der Umfrage erhobenen Motive für Wechselgedanken zeigt, dass die Bezahlung nach wie vor der entscheidende Faktor bei der Erwägung eines Jobwechsels ist (siehe Grafik). Ein ihrer Ansicht nach zu niedriges Gehalt im aktuellen Job ist für fast die Hälfte aller Wechselwilligen ein entscheidendes Motiv. Mit deutlichem Abstand folgen intrinsische Motivationslagen wie der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung und das Streben nach neuen Erfahrungen. Für fast jeden dritten Arbeitnehmer auf dem Sprung liegt der Grund dafür in fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten.

Eine nach Geschlechtern differenzierte Betrachtung liefert aber durchaus unterschiedliche Motivationsfaktoren. "Während Männer eher das Gehalt als Motiv für den Wechsel angeben, sind Frauen stärker aufgrund der fehlenden Anerkennung, des schlechten Betriebsklimas oder der fehlenden Möglichkeit, sich beruflich weiterentwickeln zu können, zum Wechsel geneigt“, erklärt Riedl-Wiesinger.

Für Unternehmen, die wegen der künftigen demografischen Entwicklung ohnehin mit einem knapperen Angebot an qualifizierten Fachkräften konfrontiert sein werden, birgt der aktuelle Befund einen noch brisanteren Aspekt: Gerade jene Mitarbeiter, die in Sachen berufliche Weiterbildung besonders engagiert sind und ihr Qualifikationsniveau in letzter Zeit durch entsprechende Aktivitäten erhöht haben, sind überdurchschnittlich wechselbereit.

Während im Durchschnitt nur 16 Prozent aller unselbständig Beschäftigten in den vergangenen beiden Jahren Weiterbildungsaktivitäten außerhalb des eigenen Betriebs wahrgenommen haben, tat das bei den Mitarbeitern mit Wechselabsichten immerhin jeder Dritte - und bereitete sich damit wohl auch schon in dieser Hinsicht auf die angestrebten neuen Herausforderungen vor.

Erfolgsfaktor Mitarbeiter . Mitarbeiterbindung und Talent-Management werden vor diesem Hintergrund heuer zu noch wichtigeren Faktoren. Das meint auch Martin Mayer, Managing Director des Personalberaters Iventa: "Im Jahr 2013 wird es für den Erfolg der Unternehmen extrem wichtig sein, die richtigen Personen im Boot zu haben - unabhängig von hierarchischen Ebenen.“ Denn, so Mayer: "Menschen sorgen für Know-how-Transfer und Erfolg und können den entscheidenden Vorteil zu heute austauschbaren Produkten und Technologien schaffen. Diese ausfindig zu machen, zu rekrutieren oder - wenn sie schon im Unternehmen sind - zu identifizieren und an sich zu binden steht auf den Chefagenden ganz oben.“

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