MBA-Ausbildung: Der Ruf der renommierten Führungskräfteausbildung ist angekratzt

Der Master of Business Administration ist seit der Finanzkrise in Verruf geraten. Business Schools polieren mit ethischen Werten bereits ihre Programme. Absolventen dient er nach wie vor als Karrieresprungbrett.

Als Manager ist es meine ­Aufgabe, der Gesellschaft zu dienen, und ich werde stets mit der größtmöglichen Integrität handeln und meiner Arbeit in einer ethischen Weise nachgehen“ – diesen Schwur sprechen neuerdings überaus staatstragend die Studenten der renommierten Harvard Business School. Damit geloben sie, „dem allgemeinen Guten“ zu dienen, mit „äußerster Integrität“ zu handeln und niemandem zu schaden. Zusätzlich gibt es mittlerweile eine Unterschriftenliste für Absolventen aus aller Herren Länder, die dieses Lippenbekenntnis unterstützen.

Initiator dieses „ökonomischen Eids“ ist Max Anderson, ein MBA-Student. Auslöser: die Finanzkrise. Anderson und Kollegen wollen sich so von ihren gierigen, egoistischen Altvorderen distanzieren, die mitverantwortlich gemacht werden für das Desaster an den internationalen Börsen wie der Wall Street, die der größte Arbeitgeber von Harvard-MBA-Alumnis ist. Nicht nur Studenten reagierten auf die Vorwürfe, auch Institute optimierten ihre Programme mit Ethik- oder Corporate-
Social-Responsibility-Modulen.

Konzentration auf das Wesentliche
Bei der LIMAK Johannes Kepler University Business School sind Wertethemen fest verankert. „Durch die Krise spielen gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften bei den Interessenten eine wesentliche Rolle“, bemerkt Holger Heller, Geschäftsführer der LIMAK. Er sieht in einem gesunden Werteverständnis ein wesentliches Kriterium für eine gute Führungskraft. In den beiden Executive- Programmen (Global EMBA und International Strategic Management) sind Stakeholder Value Management und soziale Kompetenz seit Jahren fixe Bestandteile.

„Manager müssen komplexe Aufgaben ­behandeln und Menschen ein Vorbild sein, deshalb muss das individuelle Werte­fundament stimmig sein, bevor darauf eine Fachqualifikation aufgebaut wird“, so Heller. Stark nachgefragt sind am Markt auch interkulturelle Kompetenzen. Cross-cultural Leadership wird theoretisch und in Feldstudien gemeinsam mit Partneruniversitäten vermittelt. „Einmalig ist die Internationalität wie durch die Kooperation mit der Emory University in Atlanta, USA, aber auch die Vermittlung sozialer Kompetenz“, bestätigt LIMAK-Absolventin Dorothea Sulzbacher, Geschäftsführerin des OMV Future Energy Fund. Die Juris­tin entschied sich nach zwölf Jahren Berufspraxis für einen berufsbegleitenden MBA, da sie alle für das General Management notwendigen Qualifikationen perfektionieren wollte. 

Internationalität und nachhaltige Ausbildung sichern
Auch an der Donau-Universität Krems stehen die Zeichen auf Internationalisierung und Nachhaltigkeit. MBA- Programme werden verstärkt mit Englisch als Unterrichtssprache angeboten, Corporate Social Responsibility gilt als fixer Lehrbestandteil. Demnächst wird sogar ein eigenes Programm „Business Ethics“ angeboten. „Wichtig ist, die Curricula von MBA-Programmen relativ unabhängig von ‚Trends‘ oder Wirtschaftskrise zu konzipieren“, erläutert Doris Burger, Fachbereichsleiterin der Executive-Education-Programme an der Donau-Uni. „Es gibt einfach fixe Lehrinhalte, die für den Studierenden von zentraler Bedeutung sind“, so Burger. Damit werde gewährleis­tet, dass die Programme selbst nachhaltig bleiben. Die Internationalität der Programme wird auch durch Vor­tragende aus aller Welt gewährleistet.

Die WU Executive Academy erfüllt die Herausforderung zu mehr Internationalität ebenfalls. Durch die Kooperation mit der Carlson School of Management, University of Minnesota (USA), erhalten die Studenten von beiden Universitäten einen Abschluss. „Daneben punkten wir internatio­nal mit dem attraktiven Standort Wien und der CEE-Kompetenz der WU“, erklärt Bodo Schlegelmilch, Dean der WU Executive Academy. Auf dass der Eid nicht nur heiße Luft bleibe.

Dina Elmani, Michael Schmid

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