Juristische Karrieren: Recht gut im Job ist man nicht nur in Kanzleien aufgehoben

Globalisierung und europäische Integration verlangen von Juristen eine stärkere Orientierung auf wirtschaftliche Zusammenhänge. Rechtsexperten mit betriebswirtschaftlichen Fachwissen sind daher am Arbeitsmarkt in Kanzleien und großen Unternehmen sehr begehrt.

Auf dem Arbeitsmarkt für Juristen werden neben fundiertem Rechtswissen verstärkt das Verstehen wirtschaft­li­cher und globaler Zusammenhänge sowie Fremdsprachen nachgefragt. Nicht zuletzt aus diesem Grund entschied sich Edith Lebenbauer (im Bild) statt für ein klassisches Jusstudium für das Bachelorstudium Wirtschaftsrecht an der Wiener Wirtschaftsuniversität. Das neue Studium vereint Rechtsfächer und betriebswirtschaftliche Themen sowie Volkswirtschaftslehre und auch Statistik und befähigt Bachelor-Absolventen zum sofortigen Einsatz in Rechtsabteilungen großer Unternehmen sowie in Steuerberatungs- und Wirtschaftstreuhandkanzleien.

Ein Bachelor macht noch keinen Notar
„In den ersten Semestern liegt der Schwerpunkt auf Betriebswirtschaft und verlagert sich im zweiten Abschnitt auf rechtliche Themen“, sagt Lebenbauer, wobei in den Kernfächern wie Privatrecht, Steuerrecht, Arbeits- und Sozialrecht oder Verfahrensrecht der Fokus auf wirtschaftlichen Aspekten liege. Der Bachelor­abschluss eröffnet jedoch noch nicht den Zugang zu den juristischen Kernberufen wie Rechtsanwalt, Notar, Richter oder Staatsanwalt. Dazu ist der Abschluss eines aufbauenden Masterstudiums notwendig. Eine Karriere als Steuer­beraterin oder Wirtschaftsprüferin bei Deloitte kann Lebenbauer aber auch schon als Bachelor anstreben.

Hohe Anforderungen in Wirtschaftskanzleien
"Der Anwaltsberuf hat sich durch die komplexere und spezialisiertere Rechtsberatung einerseits und die modernen Kommunikationstechniken andererseits stark geändert“, sagt Thomas Zivny, Partner der Wirtschaftskanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati. Gründe dafür sieht er etwa in der europäischen Rechtsvereinheitlichung, die zu einem wachsenden Abweichen vom entwickelten österreichischen Recht und teilweise einem legistischen Qualitätsverlust führte, aber gleichzeitig vernetztes Arbeiten über Jurisdiktionsgrenzen hinweg vereinfache. Für ambitionierte, qualifizierte Einsteiger sieht er trotz Krise gute Chancen.

Erforderlich: "Neugier und Flexibilität"
„Für Wirtschaftskanzleien sind Zusatzqualifikationen in Betriebswirtschaftslehre sowie ein LL.M. (Master of Laws, Anm.) in den USA oder in UK interessant“, erklärt Zivny. Darüber hinaus erwarte er „Neugier und Freude am juristischen Arbeiten, Leistungsbereitschaft und Flexibilität im Denken sowie Teamfähigkeit“, die auch bei der Entscheidung für eine Großkanzlei bedeutend sei. Einsteiger sollten auch den Nutzen interner Schulungsprogramme beachten, wie sie etwa die Kanzlei Schönherr anbietet. „Ein weiteres Element der Weiterentwicklung sind ‚Secondments‘, bei denen unsere Juristen die Möglichkeit haben, in ‚Best Friends‘-Kanzleien international mitzuarbeiten“, erklärt Karin Medved, Schönherr-Personalchefin, die Austauschprogramme. Und sie verrät noch eine gute Nachricht: „Aktuell bieten wir mehrere Einsteigerpositionen in verschiedenen Practice Groups!“

Dina Elmani

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