Interview mit Carl Manner und Otto W. Riedl: Süße Verstrickungen mit Zukunft

Carl Manner und Otto W. Riedl über den rosa Mythos, den ihre Ahnen schufen: Josef Manner I. & Kompagnon Johann Riedl.

Format: In Österreich sind Süßwarenerzeuger - wie Bensdorp oder Engelhofer - ausgestorben. Sind Familienstrukturen unternehmerfeindlich?
Manner: Das kann man keinem Klischee unterwerfen. Diese Betriebe sind verloren gegangen, weil die Struktur zu kleinkariert war. Es braucht nur zwei Brüder - wie bei Bahlsen - zu geben, die sich nicht vertragen und das Unternehmen in "süß und salzig" zerschlagen.
Riedl: Vor allem haben die beiden sicher auch unterschiedliche Fähigkeiten und hätten sich ergänzen können.

Konstruktiv trotz Eifersüchteleien
Format: Wie Manner-Gründer Josef Manner I., der mit Johann Riedl im Jahre 1900 eine Partnerschaft einging?
Manner: Ja. Wobei das schwierig war, da damit zwei Familien mitredeten. Wichtig ist, aufeinander zuzugehen.
Riedl: Dass es da manchmal zu Eifersüchteleien kommt, ist klar. Aber wir hatten schon immer die Verpflichtung, gemeinsam konstruktiv zu arbeiten.

Format: Treffen Sie als Oberhaupt die Letztentscheidung?
Manner: Nein. Wir haben wie in der Politik immer rasch Kompromisse geschlossen, wobei ich schon immer versucht habe, ausgleichend zu wirken.

Format: Was unterscheidet Sie von einem Großkonzern?
Riedl: Die soziale Komponente, die man in einem Familienbetrieb nicht unterschätzen darf.
Manner: Wir haben immer versucht, Mitarbeiter nicht zu kündigen und nicht outzusourcen, sondern selber zu machen - bei der Kakaobohne beginnend.

"Man blutet anders - rosa"
Format: Herr Riedl, fühlen Sie sich als Mitglied der bereits vierten Unternehmergeneration noch sehr der rosa Schleife verbunden?
Riedl: Für mich war es prägend, mit der Marke aufzuwachsen. Das ist eine emotionale Sache, die einfach ins Blut übergeht. Man blutet anders - rosa.

Format: Aber nicht jeder Riedl-Manner-Spross arbeitet wie Sie beide im Unternehmen erfolgreich mit …
Manner: Nein. Sehen Sie, jeder hat andere Begabungen und Fähigkeiten. Ich kann nicht voraussetzen, dass Kinder im Unternehmen arbeiten oder es gar übernehmen. Die Kontinuität kann nicht mit einer automatischen Erbfolge garantiert werden.

Format: Sie machen sich keine Sorge um die Nachfolge?
Manner: Nein. Wichtig ist, dass Manner im Familienbesitz bleibt. Das ist fast wichtiger, als dass man es selber führt. Es an Leute zu übergeben, die es besser führen, soll uns nicht schrecken.

Anteile gewachsen, Einfluss gesunken
Format: Sie versuchen daher Anteile in der Familie zu behalten?
Manner: Sicher. Ich kann natürlich die Firma Manner nicht kaufen, aber ich kaufe Aktien von Familienmitgliedern, die Kleinstanteile halten und nicht am Unternehmen interessiert sind, um den Gesamtbesitz zu erhalten. Mittlerweile haben wir einen größeren Anteil Familienbesitz als zum Zeitpunkt, an dem ich begonnen habe. Obwohl der Einfluss der Familie damals größer war.
Riedl: Eine feindliche Übernahme ist bei uns nicht so leicht.

Format: Gibt es ein familienübergreifendes Motto?
Manner: Nein. Da greifen wir lieber auf unseren Werbespruch zurück. Der ist zwar nicht innerhalb der Familie entstanden, aber Manner mag man eben.
Riedl: Aber es gibt ein gemeinsames Ziel: Wir wollen Geerbtes wieder vererben und dafür sorgen, dass unsere erfolgreiche Partnerschaft weiter besteht.

Interview: Dina Elmani

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