Ihr Gehalt im Check: Testen Sie anhand der FORMAT-Tabellen, ob Sie fair bezahlt sind

Der FORMAT-Job-Report in Zeit der Krise: Testen Sie anhand der Pendl-&-Piswanger-Gehaltsstudie, ob Sie fair bezahlt sind.

Fordern oder zittern? Da im Herbst traditionsgemäß nicht nur über die Kollektivverträge in den einzelnen Branchen verhandelt, sondern auch auf individueller Ebene um die Gehälter für das kommende Jahr gefeilscht wird, stellt sich für viele Arbeitnehmer in Österreich nun die Frage, ob diese Entwicklungen ihre Hoffnung auf einen verdienten Gehaltssprung zunichte machen oder ob sie sich durch allzu forderndes Auftreten womöglich sogar auf eine Abschussliste manövrieren (siehe auch Tipps für ein Gehaltsgespräch ).

Vergleich mit Listen
In dieser ambivalenten Situation bietet FORMAT Orientierungshilfe: Die Gehaltslisten für die Berufsgruppen Management , Finanz- und Rechnungswesen , Personal und Verwaltung , EDV , Einkauf und Materialwirtschaft , Vertrieb und Marketing , Forschung und Entwicklung und Technik und Produktion . In den Tabellen finden Sie einen schnellen Überblick über die derzeit am Markt üblichen Gehälter in konkreten Jobs. Diese Gehaltsstudie wurde von der Personal- und Managementberatung Pendl & Piswanger (P&P) in den vergangenen Wochen für FORMAT erstellt.

Gutes Geld trotz schlechter Zeiten
„Die Zahlen spiegeln die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Monaten wider. Vor allem Spezialisten, Verkäufer und Führungskräfte haben in dieser Markt-engen Zeit oft gutes Geld gemacht“, so Geschäftsführer Karl Piswanger. Er betont, dass speziell die angeführten Obergrenzen in schlechter werdenden Zeiten nicht mehr unbedingt als Maßstab taugen müssen. Wer sich angesichts der Gehaltsdaten als zu Unrecht nur durchschnittlich oder gar unterbezahlt fühlt, sollte das seinem Chef aber durchaus kundtun.

Gefragte Spezialisten
„Also ich würde mir Sorgen machen, wenn gute Leute jetzt nicht mehr mit Gehaltsforderungen zu mir kämen“, so die etwas überraschende Ansage von Werner Lanthaler, Finanzvorstand des heimischen Biotech-Unternehmens Intercell. „In der Spitzenforschung und -entwicklung geht es um neue Wertschöpfung, dafür muss man die besten Leute finden“, sagt Lanthaler. Wie gut die aktuellen Chancen im Gehaltspoker sind, hängt also stark von der Branche und dem Beruf ab. „Es gibt auch Tätigkeiten, deren Bedeutung man sich in der Krise besonders bewusst wird“, meint dazu Personalexperte Christian Havranek von Deloitte Human Capital und nennt als Beispiele dafür Controller, Risk-Management-Experten und Prozessmanager.

Gehalt wird individualisierter
Für P&P-Geschäftsführer Karl Piswanger gibt es solche Jobs auch in auf den ersten Blick eher gefährdeten Branchen: „Auch wenn es überraschend klingt, Baukalkulanten werden dringend gesucht.“ Auch Vertriebsspezialisten, Controller und Techniker müssen sich aus seiner Sicht derzeit alles andere als Sorgen um den Job machen. Allerdings kommt es laut Piswanger bei der Bezahlung immer stärker auf die individuelle Leistungsfähigkeit, auf Flexibilität und unverzichtbare Soft Facts wie Präsentations- und Motivationsfähigkeit an als auf die formale Ausbildung. „Unternehmen kaufen Leistung ein, nicht Arbeitszeit, das Gehalt wird viel individualisierter“, so Piswanger.

Krisenpanik und Kahlschlag
Gerade in psychologischen Kurzschlussreaktionen überforderter Manager, die in ihrer Krisenpanik jetzt personelle Kahlschlagaktionen setzen, um kurzfristig ihre Jahresergebnisse – und damit auch ihre Bonuszahlungen – zu retten, sehen Experten sogar die größere Gefahr für den Arbeitsmarkt als im Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft. „Kostenbewusstsein ist eine gute Sache“, sagt Piswanger, „in der aktuellen Situation sind aber auch hysterische Reaktionen und Sparwellen nicht auszuschließen.“ Rupert Petry, Geschäftsführer von Roland Berger in Österreich, meint dazu: „Der erste Reflex in der Krise heißt typischerweise Kostensenkung – und damit verbunden Stellenabbau. Das ist aber zu kurz gedacht.“

Sonderfall Managementpositionen
Den Topmanagern kommt aber nicht nur eine entscheidende Rolle im personalpolitischen Umgang mit der Krise zu, sie zählen auch selbst zu den Betroffenen – manche sogar zu ihren Opfern. „2008 wird für Manager noch ein gutes Jahr mit guten Ergebnissen und Bonifikationen“, konstatiert Andreas Landgrebe, der als Headhunter gerade mit dem Wiener Office von Boyden, einer der weltgrößten Executive-Search-Firmen, durchstartet. Laut P&P-Erhebung verdient ein heimischer Unternehmensvorstand 2008 rund 200.000 Euro – immerhin etwa das Vierfache eines Qualitätsmanagers oder Rechnungswesen-Mitarbeiters oder dreimal so viel wie ein guter Key Account Manager.

Forderungen nicht überziehen
Wer als Führungskraft jetzt wechselt – oder sich verändern muss –, tut laut Landgrebe jedenfalls gut daran, sich nicht mit überzogenen Forderungen selbst aus dem Markt zu kicken, und sollte auch bereit sein, höhere variable Gehaltsanteile zu akzeptieren. Managern aus der Finanzbranche, für die es am Arbeitsmarkt nun eng werden könnte, rät Landgrebe, sich auch in anderen Branchen umzusehen, ob dort etwa Vertriebs- und Expansionsexpertise auf umkämpften Märkten gefragt ist. Wer seine Forderungen trotz taktischer Verhandlungsfinessen doch nicht durchbringt, kann sich mit Piswangers zusammenfassender Erkenntnis aus der Gehaltsstudie trösten: „Das Gehaltsniveau in Österreich ist nicht schlecht und durchaus EU-konform – für Manager und für Mitarbeiter.“

Von Michael Schmid

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