Gedächtnistest: Visuelle Merkhilfen und einfache Techniken stärken die Erinnerung

Für die grauen Zellen ist kein Kraut gewachsen. Doch Training und die richtige Technik bringen ein träges Gedächtnis in Schwung.

Du läufst mit Ken und Edy durch ein Tal. John und sein Sohn sind dir dicht auf den Fersen, als eine Nixe in einem alten Ford am Horizont auftaucht. Im Schlepptau hat sie einen schwarzen Kater, der panisch ruft: Heut wird es regnen! Flugs verkriecht er sich in den Büschen aus Angst vor den Klingonen, die die Büsche stürmen – gemeinsam mit Meister Obi-Wan …

Wie verrückt! Ich habe genug ge­lesen.
Mein Verstand weiß: Ich bin in einem Gedächtnisseminar. Mein Gefühl wähnt mich allerdings in der gestrigen „Alice im Wunderland“-Vorstellung. So oder so – Marion Schultheiss, die vortragende Gedächtnistrainerin, holt mich in die Realität zurück: „Wenn Sie den Text gelesen haben, versuchen Sie sich ihn gut einzuprägen. Sie werden sehen, wie schnell das geht.“ Da rutscht mir das „Na nie“ aus tiefstem Herzen heraus – doch ich belehre mich selbst eines Besseren. Nach fünf Minuten ist dieser Ken-Klingonen-Nonsens in meinem Hirn und ein überlegenes Lächeln auf den Lippen von Schultheiss: „Gratulation – Sie haben sich soeben die letzten zehn Präsidenten der USA eingeprägt.“ Nun dämmert mir die Lösung: Kennedy – Johnson – Nixon – Ford – Carter – Reagan – Bush – Clinton – Bush und Obama. Fragt sich nur, wie lange ich mir das merken werde …

Bewährte Mnemotechniken
"Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, möglichst viele Informationen gleich wieder loszuwerden, weshalb es für langfristiges Erinnern wichtig ist, Themen interessant zu gestalten“, erläutert die Expertin die Übung. Durch die Verknüpfung der Präsidenten in einem erfundenen Kontext werden beim Lernen mehrere Hirnareale aktiviert und Verbindungen geschaffen, wodurch Inhalte dauerhaft abgerufen werden können. Effizienzkünstler bringen so zwanzig Begriffe in einen Satz, andere erfinden wie­derum ganze Romane. Für alle gilt: „Je weiter die Geschichte von der Realität entfernt ist, desto besser werden Sie sie sich merken“, so Schultheiss. Ich merke mir: „Auffällig und neu müssen die Merkhilfen sein.“

Langfristig erinnern
Von ganz simp­len visuellen Hilfen wie dem Knopf im Taschentuch bis hin zu komplexen sprachlichen Eselsbrücken – wie Stabreimen oder Akronymen – stehen uns viele Techniken zur Verfügung, um die Gedächtnisleistung zu optimieren. Dies wussten schon die alten ­Griechen, die sich in der ars memoriae – der Kunst, eine Rede wortgetreu zu erinnern – übten. Mit der optimalen Verpackung von Informatio­nen wussten schon sie Inhalte rascher aufzunehmen. Ist für mich so weit nachvollziehbar. Bloß wie lange?
Zwei Stunden später, in der Kaffeepause, starte ich die Probe aufs Exempel – und schaffe es tatsächlich, die Geschichte von Ken bis Obi-Wan wiederzugeben. Und da Erfolgserlebnisse bekanntlich anspornen, kann ich die nächsten Übungen kaum erwarten.

Koffeingetränkt in die nächste Runde
„Akronymbildungen helfen uns, uns komplexe Auflistungen besser zu merken“, fährt Schultheiss fort. Und präsentiert die nächste Aufgabe: sich die zehn meistgesprochenen Sprachen der Welt mit einem Akronym – einer Wortkombination aus den Anfangsbuchstaben – einzuprägen. In der Eile kritzle ich aus Chinesisch, Englisch, Hindi, Arabisch, Bengali, Portugiesisch, Russisch, Indonesisch, Japanisch und Spanisch die Wortfolge: „SCHREIB Auf Japanisch Portugiesisch“. Originell! Funktioniert auf Anhieb! Nicht nur bei mir! Die Begeisterung steht allen ins Gesicht geschrieben.

Der nächste Trick folgt auf den Fuß
Schmunzelnd lädt uns Schultheiss zur nächsten Übung ein, die die Be­obachtungsgabe schulen soll: Aus dem Gedächtnis müssen wir das eigene Armaturenbrett skizzieren. Wir heben uns die Überprüfung des Gekritzels für später auf – zum Glück … „Je öfter Sie Ihr Gedächtnis trainieren, IhreAufmerksamkeit schärfen und aktiv memorieren, umso leichter fällt es, sich Namen oder Telefonnummern zu merken“, schließt Schultheiss. Fürs Erste hat sie mich überzeugt. Ich darf’s nur nicht vergessen!

Dina Elmani

Recheck:
Nach drei Wochen konnte ich sie immer noch aufsagen, die zehn Präsidenten. Allerdings hat sich ein fataler Fehler bei meiner Akronymbildung eingeschlichen. „SCHREIB Auf Indonesisch Japanisch“ stand heute auf meinem Zettel geschrieben. Und Portugiesisch fiel so unter den Tisch. An dieser Technik muss ich wohl noch feilen… Alles in allem habe ich festgestellt, dass mit ein wenig Training und dem „Gewusst wie“ rasch beeindruckende Ergebnisse erzielt werden können.

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