FORMAT-Seminartest: Mit Berufsorientierung den Weg zur Traumkarriere entdecken

Vier-Stunden-Test: Interessen, Stärken, Konzentration, Zufriedenheit, Fähigkeiten und Arbeitsmotivation auf dem Prüfstand.

Heute sucht mich wieder einmal eine seit Jahren immer wiederkehrende Frage heim: Mache ich beruflich das Richtige? Was will ich erreichen? Nicht dass ich unzufrieden wäre, aber vielleicht wäre aus mir eine begnadete Bäckerin geworden. Oder Ärztin. Und unter Umständen hätte ich nach der Matura vielleicht doch nicht dem Bauchgefühl folgend das naheliegendste Studium absolvieren sollen …

Gesucht und gefunden
Da es bekanntlich nie zu spät ist, mache ich mich an die Entschlüsselung der Geheimnisse meines potenziellen Karriere-Alter-Egos und finde auf der bfi-Homepage ein interessantes Angebot: einen Karrieretest. Die bfi-Bildungsexperten versprechen dort, „die beruflichen Möglichkeiten“, die optimal zu mir passen, „mittels Test und Beratungsgespräch“ zu ermitteln. Kos­tenpunkt: 110 Euro. Abzüglich meines heuer noch nicht eingelösten 100-Euro-Bildungsgutscheins der AK Wien begleiche ich das aus der Portokasse. Hilft’s nix, schad’s nix – also nix wie hin!

Zweck der Karriereberatung
Zu Beginn des Testverfahrens für das Berufscoaching erklärt bfi-Bildungsberater Wolfgang Wallner den Teilnehmern den Nutzen: „Erstens werden Ihre Fähigkeiten ermittelt, um zu erkennen, in welchen Berufen Sie konkurrenzfähig sind. Zweitens, ob Ausbildung und Können mit Ihren Interessen übereinstimmen. Und drittens, wie sehr Sie Ihre aktuelle Arbeitssi­tuation belastet.“ Mit dem letzten Punkt kann ich, auf meine Person bezogen, zum Glück nichts anfangen. Ich erfahre aber in der Pause von anderen Teilnehmern und auch von Wallner, dass die Hauptmotive für die Inanspruchnahme der Erwachsenenberatung hoher Leidensdruck und Unzufriedenheit im Beruf sind. Menschen mit meiner Motivation, so Wallner, seien leider selten.

Auf die Plätze, fertig, los.
Endlich geht es ans Eingemachte, und wir schlagen die erste Seite auf. Ein Stein fällt mir vom Herzen: Die ersten Aufgaben sind keine mühsamen Divisionen oder ­Wurzelziehereien, sondern Satzergänzungen und Analogiebildungen. Zum Beispiel: „Wald verhält sich zu Bäumen wie Wiese zu: A) Gräser B) Heu C) Futter D) Grün E) Weide. Eh klar, dass Sie sich jetzt „eh klar“ denken. Und wie sieht’s damit aus: Finden Sie die beiden Wörter, die einen gemeinsamen Oberbegriff haben: A) Gras B) Butter C) Zeitung D) Brot E) Zigarre F) Armband. Sie müssen schneller werden!
Nach dem sprachlichen Teil wenden wir uns Rechenaufgaben und dem Fortführen von Zahlenreihen zu: 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, x? Ein Klacks.

Herausforderung nimmt zu
Bei der Zahlenreihe 3, 9, 6, 9, 27, x? müssen sich schon mehr Gehirnzellen anstrengen. Bei mir jedenfalls. Im Schnitt dauert jeder Block zehn Minuten. Im dritten Teil, in dem geometrische Muster erkannt oder zerschnittene Figuren gedanklich zusammengesetzt werden müssen, geht meine Konzentration flöten. Bei den Würfelaufgaben flimmern schwarze Punkte vor meinen Augen. Es reicht. 70 Minuten sind genug. Glücklicherweise sind wir auf der letzten Seite des Intelligenz-Strukturtests angelangt, der verbale, numerische und figural-räumliche Intelligenz testet.

Ein Test ist nicht genug
Zu früh gefreut. Schon naht die nächste Tyrannei. Vor mir liegt ein Blatt Papier, darauf Morsezeichen. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich diese als viele kleine „d“s mit Strichen in alle vier Himmelsrichtungen, und manche Buchstaben stehen gespiegelt auf dem Kopf. Weshalb sie zu „p“s werden. Absurd. „Wir verwenden sinnlose Zeichen für den Konzentrationstest, um gleiche Voraussetzungen zu schaffen, und bestrafen in dem Sinn alle gleich mit dieser ‚sinnlosen‘ Aufgabe“, erklärt Wallner. Es gehe ausschließlich um Schnelligkeit und Konzentration.

In der Zielgeraden
Jedenfalls lautet die Anweisung, alle „d“s mit zwei Strichen oben oder unten beziehungsweise jeweils einem oben und unten durchzustreichen. Die gestrichelten „p“s erschweren die vermeintlich einfache Aufgabe gewaltig. Außerdem ist es ein Sekundenspiel auf Zeit. Nach vierzehn Zeilen ist der Spuk vorbei. Abschließend bekommen wir noch zwei Bögen. Diese entpuppen sich nach dem denkintensiven Pflichtprogramm als Kür: persönliche Interessen nach Schulnoten bewerten und Angaben zur eigenen, aktuellen Arbeitssi­tuation mit „trifft völlig zu“ bis „überhaupt nicht“ zu machen: „12. Die Arbeit ist mein Ein und Alles.“ Ja, natürlich!

Dina Elmani
Auflösungen: B + D; 24 (alternierend mal 3, minus 3, plus 3)

Auswertung:
Gleich vorweg: Ich bin im richtigen Job. „Sie sind ein Idealfall, da Sie in dem Bereich berufstätig sind, in dem Sie überdurchschnittlich begabt sind und der Sie überdurchschnittlich interessiert“, erklärt der Jobcoach nach Lüftung meines Inkognitos. Meine mathematische Begabung: guter Durchschnitt. Konzentration: durchschnittlich genau, aber schnell wie Speedy Gonzales. Er empfiehlt mir, aufgrund einer „auffallenden Neigung“ mich Umweltthemen zu widmen. In puncto Arbeitsgesundheit sei ich statistisch ein Ausreißer: „Sie sind eine der wenigen Testpersonen, die kaum Leidensdruck verspüren.“

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