Firmenfusion: Sieben Faktoren garantieren, dass der Merger von Erfolg gekrönt wird

Die Mehrzahl aller Firmenfusionen schlägt fehl. Eine Studie von A. T. Kearney analysiert jene Fälle, bei denen es geklappt hat. Zu den Erfolgsfaktoren zählen neben einer klaren Strategie umfassende Vor- und Nachbereitung.

Mühsam wachs' ma z'sam. Fusionen sollten Kosteneinsparungen durch Synergien bringen, doch bei mehr als der Hälfte aller Zusammenschlüsse leidet die Profitabilität (siehe Illusionen bei Fusionen ). Eine Studie des Beratungsunternehmens A. T. Kearney analysiert die gemeinsamen Faktoren erfolgreicher Merger. Die Managementberater haben mehrere Hundert Fusionen und deren Auswirkungen sowie Umfragen bei Topmanagern mit Fusionserfahrung analysiert. Aus diesem Datenschatz wurden jene Faktoren herausdestilliert, die über das Gelingen eines Integrationsprojektes entscheiden.

Glasklare Strategie
Robert Kremlicka, Managing Partner bei A. T. Kearney (siehe Foto) hat in seiner Tätigkeit als Berater und zuvor als Manager mehr als zwei Dutzend Fusionen aus nächster Nähe gesehen. Für ihn steht fest, dass nicht das betriebswirtschaftliche Handwerkszeug, sonderen die Strategie über das Gelingen entscheidet. „Man muss eine glasklare Strategie haben. Obwohl das so naheliegend ist, gibt es in der Praxis oft keinen klaren Plan“, konstatiert Kremlicka. Hohe Priorität hat für ihn auch, die Führungsverantwortung fix festzulegen. „Mit der Integration muss man die besten Leute beauftragen. Eine Fusion darf kein Kinderkreuzzug für Nachwuchsmanager sein und schon gar nicht ein Abstellgleis für überzählige Führungskräfte“, warnt der Strategieexperte.

Risiken bewerten
Neben Strategie und Leadership zählt auch das richtige Timing der einzelnen Maßnahmen zu jenen Erfolgsfaktoren, auf die es bei allen Arten von Fusionen ankommt. Woran es bei Merger-Projekten oft gebricht, ist eine realistische Bewertung der Synergiepotenziale und vor allem der mit dem Deal verbundenen Risiken. Das ist mit der strategischen Planung eng verzahnt. Denn nur dann, wenn auch mögliche Rückschläge einkalkuliert werden, weil etwa Schlüsselkunden, die angesichts der neuen Marktmacht Ausschau nach alternativen Lieferanten halten, kann man gezielt gegensteuern.

Gute Vor- und Nachbereitung
Große mediale Beachtung finden Fusionen meist in ihrer heißen Phase, also rund um die Erstellung von Shortlists durch Investmentbanker, die Preisverhandlungen und die Unterschriften unter den Deal. Für erfolgreiche Fusionsmanager, auch das zeigt die Beraterstudie, sind dagegen die Strategieentwicklung vor den Verhandlungen und die Post-Merger-Intergration nach Vertragsabschluss die entscheidenden Elemente. Vor allem für Letztere wird heute mehr Sorgfalt und Zeit aufgewandt. A.-T.-Kearney-Prinzipal Jörg Schrottke: „Knapp zwei Drittel der befragten Integrationsmanager gaben bereits an, dass eine schnelle Integration künftig nicht mehr an erster Stelle steht.“

Von Michael Schmid

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