"Engagement ist unerlässlich“

"Engagement ist unerlässlich“

FORMAT: Wie würden Sie die Franchise-Konzepte von Ankerbrot und Cashpoint jeweils kurz darstellen, und mit welchen Anfangsinvestitionen müssen neue Franchise-Partner rechnen?

Rolinek: Unser Filialkonzept beruhte historisch auf Eigenfilialen. In den letzten Jahren haben wir uns entschieden, auch mit selbständigen Partnern zu arbeiten; zuerst als Zwischenschritt als Pachtmodell, seit vorigem Jahr als professionelles Franchise-System. Wir bieten zwei Modelle, intern als Hard- und Soft-Franchise bezeichnet, nämlich mit und ohne Eigeninvestition. In der Variante mit Eigeninvestition geht es darum, einen eigenen Standort zu bringen, zu bauen und einzurichten. Damit ist ein Franchise-Nehmer gerade in der Slowakei gestartet. Das Soft-Modell erfordert lediglich 6.000 Euro Einstiegsgebühr und eine Bankgarantie, die von der Filialgröße abhängt. Damit können junge Unternehmer eine bestehende Filiale übernehmen.

Junger: Cashpoint arbeitet seit der Gründung 1996 mit dem Franchise-Prinzip. Auch bei uns gibt es unterschiedliche Modelle, die vom kompletten Wettbüro bis zu Shop-in-Shop-Lösungen mit Wett-Terminals in einer Tankstelle, einer Sportbar oder einem Restaurant reichen. Partner mit einem Wettbüro haben natürlich einen Gebietsschutz. Der Partner muss bei uns den Standort mitbringen, die Basisinvestition beträgt rund 1.000 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter.

Über wie viele Standorte verfügen Sie?

Junger: In Österreich sind es rund 500 Standorte, davon etwa 100 klassische Wettbüros, der Rest sind Shop-in-Shop-Lösungen und Terminals.

Rolinek: Bei insgesamt 140 Filialen haben wir aktuell 25 Franchise-Partner, wobei Partner auch intern expandieren und mehr als eine Filiale betreiben können.

Welche Anforderungen sollten Ihre Franchise-Partner erfüllen?

Rolinek: An oberster Stelle steht die Motivation, das Geschäft zu führen, und dass man gerne Kundenkontakt hat, selbst im Laden steht und das Business mit Hands-on-Mentalität betreibt. Wir richten uns an Menschen aus der Gastronomie, an kleine Bäckereibesitzer, die unser Know-how dazunehmen, aber auch an Leute, die aus einem Angestelltenverhältnis im Einzelhandel in die Selbständigkeit wollen.

Junger: Engagement ist unerlässlich. Für uns ist wichtig, dass ein Partner unternehmerisch denkt, sich auch darüber im Klaren ist, dass man die Refinanzierung der Anfangsinvestitionen in keinem Geschäft in drei oder sechs Monaten schafft. Mit dem Grundinvestment trägt man ein gewisses Risiko, man kauft sich damit auch entsprechende Chancen. Das Thema Sportwette kann man erlernen. Sportaffinität ist sicher hilfreich, um im sozialen Umgang mit Stammkunden auf Augenhöhe mitreden zu können.

Wie funktionieren Einschulung und laufende Betreuung der Partner?

Rolinek: Es gibt zwei Monate Einschulung. In Eigenfilialen und bei ausgewählten Franchise-Partnern lernt man vor Ort alle Arbeitsschritte in der Praxis. Parallel wird man auch im Netzwerk der Franchise-Partner trainiert und kann sich dort Knowhow holen. Eine klar strukturierte Ausbildung in der Zentrale vermittelt allgemeine Hygieneregeln, Standards und unser Franchise-Handbuch. Dazu kommt später die laufende Betreuung durch den Franchise Partner Manager.

Junger: Im Idealszenario beträgt die Vorlaufzeit bei uns einen Monat. Am Anfang steht immer ein persönliches Gespräch, in dem der Standort bewertet und das Konzept entwickelt werden. Der Franchise-Nehmer und seine Mitarbeiter werden auf Hard- und Software geschult. Dafür stellen wir 365 Tage Support bereit und unterstützen natürlich auch bei Marketing und Werbung. Partner werden durch den Franchise Manager und sein Team laufend betreut.

Gibt es No-Gos für Franchise-Nehmer?

Rolinek: Es gibt klare Regeln, etwa zur Kopfbedeckung oder dass man keine Ohrringe tragen kann. Da muss sich ein Partner bewusst sein, ob er das will.

Junger: Bei uns gibt es eine hohe Verantwortung und Grundwerte im Bereich Jugendschutz und Responsible Gaming, die jeder Partner mittragen muss.

ZUR PERSON: David Junger ist Head of Marketing beim österreichischen Sportwettenanbieter Cashpoint. Barbara Rolinek, Prokuristin bei Ankerbrot, ist zuständig für die Vertriebsleitung Filialen beim Traditionsbäcker.

Sparen ist out, Geld ausgeben ist angesagt. Wer schlau ist, investiert auch in die eigene Karriere.
 

Karriere

Investieren statt sparen: 5 Tipps, die persönliche Rendite bringen

Die Angebote für Mietbüros, die alle Stückeln spielen, werden immer größer. Eine FORMAT-Übersicht: Was sie können, was sie kosten, wo sie zu finden sind.
 

Erfolg

"Co-Worken" ist in – Eine Übersicht über die besten Mietbüros

 

Erfolg

Co-Working-Spaces – alle Details