Boss auf Ego-Trip vs. Team-Kultur

Boss auf Ego-Trip vs. Team-Kultur

Achtung, Führungsfallen!

1. Wer dominiert, der blockiert

Eine der stärksten Verführungen von Macht besteht darin, seine eigene Meinung für bedeutender zu halten als die jedes Mitarbeiters - auch wenn der wahrscheinlich genau deshalb an seinem Platz sitzt, weil er ausgewiesener Experte ist. Chefs, die in Meetings oder bei Brainstormings zu allen Fragen zuerst ihre Sicht der Dinge darlegen, sei es auch in bester Absicht, blockieren mit diesem Verhalten den Input und die Ideen anderer.

2. Entscheiden um jeden Preis

Das Selbstbild eines "Machers“ besteht darin, dass er was macht. Entscheiden zum Beispiel. Typischer Ausdruck dieser Geisteshaltung ist der Ausspruch: "Besser eine falsche Entscheidung als keine Entscheidung.“ Entscheiden ist Chefsache, und keine Entscheidung ist auch keine Lösung - das ist richtig. Gute Chefs gehen aber nicht in die Macher-Falle und lassen zuerst die Grundlagen und Informationen für richtige Entscheidungen erarbeiten.

3. Trügerische Erfahrung

Die zunehmende Komplexität und das rasante Veränderungstempo, mit dem Führungskräfte in der Wirtschaftswelt konfrontiert sind, entwertet ihr bewährtes Erfahrungswissen. Das einzugestehen ist unangenehm bis schmerzlich - kann aber vor Fehlentscheidungen bewahren. Wo häufig unbekannte Phänomene auftreten, sogenannte Black Swans, helfen bewährte Erfahrungsmuster nicht weiter - es bedarf innovativer Ansätze kollektiver Intelligenz.

4. Verletzen mit Feedback

Neue Formen der Zusammenarbeit erfordern Feedback in einer Art und Weise, dass es andere annehmen können. Kritik wird nur allzu leicht als persönlicher Angriff aufgefasst - und die Schwelle dafür liegt bei jedem Mitarbeiter woanders. Feedbackregeln können daher nicht von Chefs vorgegeben werden. Sie müssen teamspezifisch erarbeitet werden - natürlich nicht mit Mehrheitsentscheidung, sondern so, dass jeder Einzelne damit gut kann.

5. Mikromanagement

Eines der größten Ärgernisse am Arbeitsplatz und der Faktor, der am eigenen Chef am negativsten empfunden wird, ist laut vielen Mitarbeiter-Umfragen die ständige Einmischung in ihre Verantwortungsbereiche. Hintergrund dafür ist meist ein aus Angst resultierender Kontrollfetischismus oder die Meinung, das Aufgabengebiet selbst besser zu beherrschen. Führungskräften obliegt es, Ergebnisse zu checken, sie sind nicht dazu da, jeden Arbeitsschritt zu überwachen.

Anleitung zu guter Führung

1. Selbsterkenntnis: Was macht die Macht mit mir

Wer andere führen will, sollte sich selbst gut kennen. Dieser Gedanke Peter Druckers bestätigt sich bis in die allerjüngsten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse. Wer eine Führungsposition anstrebt, will damit zwangsläufig auch Macht. Und wer das tut, sollte sich Rechenschaft über seine Motive dafür ablegen - und damit zunächst einmal Macht über sich selbst gewinnen. Dazu gehört auch Klarheit über den Machtbereich: Aufgabe, Funktion, Ziel.

2. Differenzierter persönlicher Umgang

Wer alle genau gleich behandelt, behandelt den Großteil sicher falsch! Wer Menschen führen will, der muss auch auf Menschen eingehen - und zwar auf jeden einzelnen und seine ganz individuellen Motive und Bedürfnisse. Konzepte und Führungsstile können eine Grundrichtung sein, aber Anerkennung und Art der Motivation muss ebenso wie das Anbringen erforderlicher Kritik immer genau auf den einzelnen Adressaten abgestimmt sein.

3. Konsequente Leistungskultur

Orientierung zu geben ist für Führungskräfte unumgänglich. Besser aber nicht durch verbale Dominanz, die Ideen anderer erstickt, sondern durch konsequentes Vorleben und Einfordern einer Kultur. Die sollte von Respekt und Achtsamkeit geprägt sein, genauso aber von einer konsequenten Leistungsorientierung. Gut geführte Unternehmen stellen nicht das Betriebsklima über die Zielerreichung - sie erreichen ihre Ziele durch ein gutes Klima.

4. Servant Leadership - Führen als Dienstleistung

Hinter diesem Konzept, das in der Literatur auch gerne als das Führungsprinzip von Gandhi und Nelson Mandela genannt wird, steht der Gedanke, dass die ureigenste Aufgabe von Leadership ist, Mitarbeitern bei der Entfaltung ihrer Potenziale und der Freisetzung ihrer Ideen zu helfen. Ein Chef wird damit zum Dienstleister, der die Mitglieder seines Teams dabei unterstützt, ihre bestmögliche Leistung zum Nutzen des Unternehmens zu erbringen.

5. Expertise vernetzen, kollektives Wissen heben

Um in einer immer komplexeren Welt bestehen zu können, muss eine Organisation die Zusammenarbeit über kleine Gruppen und überschaubare Gebiete hinweg ermöglichen. Das zeigt sich etwa bei modernen Innovationsstrategien, die darauf abzielen, kollektives Wissen reifen zu lassen und nutzbar zu machen. "Wenn ein Expertennetzwerk optimal funktioniert, ist die smarteste Person im Raum der Raum selbst“, formulierte Web-Guru David Weinberger dieses Prinzip.

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